Anzeige

Wie am besten Vorbereiten?

  • Anzeige

    Hallo,


    mein Eicher Königstiger EM 300 ist jetzt fertig für die Lackierung des Gestells.


    Ich habe die anderen Teile alle Sandstrahlen lassen. Nur geht es jetzt um den Rumpf. Mein Sandstrahler möchte für die Sandstrahlung für den kompletten Rumpf 3500 € haben, das ist mir zu teuer.



    Wie kann ich den Rumpf alternativ am besten vorbereiten, damit ihn mein Lackierer gut im 2K Lack lackieren kann?


    Hat da jemand Erfahrungen?


    Gruß


    Hans

  • Ich finde es mutig an Sandstrahlen zu denken, wenn alles zusammengebaut bleiben soll. Das kann nicht funktionieren. Also der Lack geht schon weg, aber der Sand auch überall rein, in jeden Simmerring, durch jede Dichtung, einfach überall. Und an nicht gesäuberten Stellen bleibt er in Öldreck kleben, schöne Mischung!


    Aber glücklicherweise ist das ja zu teuer.


    Da hilft nur reinigen, dann reinigen, und nochmal reinigen, abschleifen, anschleifen und danach viel viel reinigen und entfetten.
    Die Vorbereitung ist das A und O, zugleiche das meiste an Arbeit und die undankbarste Arbeit obendrein...


    Gruß,
    Andí

  • Gar niemals nicht den Rumpf strahlen!


    Zerleg das Ding erstmal richtig. Nur Getriebeblock und Motorblock bleiben am Stück. Alles andere weg. Auch Gebläse, das ganze Bremshebelwerk und auch die Bremsen selber. Einfach alles. Und wenn Du ihn schon so weit auseinander hast, trennst Du ihn gleich und machst Kupplung und ggf. KW-Wedi und Getriebe-Wedi neu.


    Dann entscheidest Du, was Du von den abgebauten Teilen zum Strahlen gibst. Mehr als 500 sollte das insgesamt kaum kosten.


    Der Rest ist Tal der Tränen. Nadelentroster und Flexzopfdrahtbürste.


    Und 2K-Lackieren ist die 8. Todsünde.


    Gruß
    Michael

    "'And all those exclamation marks, you notice? Five? A sure sign of
    someone who wears his underpants on his head.'"
    (Terry Pratchett in "Maskerade")

  • Anzeige

  • Sandstrahlen würde ich da auch nix.
    Wie Sierra schon geschrieben hat würde ich die Gebläse und die Pedalerie noch abbauen und evtl auch nach der Kupplung und den Wedis schauen. So schön kommst du da nicht mehr ran. Außerdem ist in der Kupplungsglocke sicher viel Dreck drin.


    Und dann den ganzen Bock schön mit Kaltreiniger und Hochdruckreiniger (auf einem Ölabscheider versteht sich...) sauber machen. Ruhig ein paar mal, da geht garantiert viel Öl-Dreck-Gemisch weg.


    Und dann einfach mit der Flex und der Zopfbürste und an verwinkelten Stellen mit Bohrmaschine und Drahtbürste entrosten. So genau muss es auch nicht werden, dass die ganze Farbe runter geht. Die Teile sind eh alle aus Guss und entsprechend rau, von daher fällt das nicht so auf, wenns ein bisschen uneben ist.


    Wenn dus dir zutraust kannst du das ganze auch selber lackieren, da fallen Fehler nicht ganz so auf. Ab Werk gabs gerade am Getriebe auch oft viele "Nasen". So hab ich bei unserm Farmer 2 auch das lackieren begonnen. Mittlerweile lackier ich Motorhauben und Kotflügel auch selber. Und das nicht mal schlecht möchte ich behaupten.

  • Anzeige

  • Tag!


    Strahlen geht schon, aber nicht mit Sand bzw Schlacke sondern mit Soda oder Trockeneis, kostet aber halt eben ein heiden Geld.
    Warum man 2K-Lack auf einen Schlepper spritzt werd ich auch im Leben nicht verstehen, vor allem wenn man bedenkt wie oft die technische Restauration vernachlässigt wird...


    Servus
    Markus

  • Ok, dass oft nur auf die Optik geschaut wird stimmt wohl.
    Ich glaube FendtDieselross hat in einem anderen Beitrag schonmal geschrieben, dass er technisch überholt ist. Hoffen wir das Beste.


    Und ja, ich bin Laie, meine erste Lackierung steht erst noch an. Vielleicht verstehe ich es dann.
    Aber geht es euch um den Glanz? Oder wie sieht man den Unterschied?


    Gruß
    Andi

  • Hallo,


    wieder einmal die Lackdiskussion...
    Also ich habe schonmal einen in 2K gehüllt. Wenn auch unfreiwillig.
    Und tot bin ich nicht. Obwohl der Lack schon bald 2 Jahre drauf ist.
    Sieht meiner Meinung nach schon bombig aus, wenn man drauf steht.
    Vielleicht mach ich den nächsten anders, weiß ich noch nicht.


    Alles hat vor und Nachteile, die Diskussion gibt es an anderen Stellen im Forum schon etliche Male. Jeder darf mit seinem Schlepper machen was er will.


    Wie du am besten vorbereitest, egal ob 2K oder KH haben andere hier schon erwähnt. Drecksarbeit, aber da musst du durch. Je penibler du da arbeitest, desto besser ist das Ergebnis zum Schluss. Bei KH muss man vlt nicht ganz so penibel sein wie bei 2K was das Entfetten angeht.

  • Anzeige

  • Hallo Hans,
    Ich würde noch Räder, Achsen, Hebel und vielleicht noch ein paar Kleinteile abbauen. Das mit dem Sandstrahlen ist in der Tat gefährlich. Vor allem in Motor und Getriebe eindringende Sandkörner sind das Problem. Hier bei uns ( Münsterland ) gibt es einen mobilen Strahldienst. Er kommt zu einem und strahlt mit Schlacke. Die Sauerei mit der Schlacke hält sich bei normalen Windverhältnissen sogar in Grenzen ( ca. 3-4 m rund um das Strahlobjekt ). Mutters Wäsche sollte trotzdem von der Leine. Für eine Bearbeitung des Rumpfs nimmt er 3-400 €. Rund um Simmeringe hält er Abstand, da muss dann per Hand nachgearbeitet werden.
    Ich gehe bei meinen Restaurationen anders vor. Einen Bericht zur Restauration meines Eichers findest Du hier im Forum. Ich baue möglichst viel ab um an alle Stellen zu kommen. Dann reinige ich den Traktor mehrmals mit dem Hochdruckreiniger. Vorher pinsele ich ihn mit einem scharfen Entfetter ein. Lose Lackteile und Rost entferne ich mit der Flex mit Drahtbürstenaufsatz. Zuletzt behandle ich den ganzen Rumpf zur Lackiervorbereitung mit Fertan. Schließlich lackiere ich den Rumpf per Hand mit einem guten Pinsel. Ich verwende dafür nur KH Lack. Der ist sehr gut zu verarbeiten und spätere Nachbesserungen fallen kaum auf. Den Lack kaufe ich in Ganacker. Die haben den Lack von dem Hersteller der schön in den 50' er Jähren verwendet wurde. 1a Qualität kann ich nur sagen. Selbst auf nicht ganz so rauen Teilen erhält man mit dem Pinsel ein super Ergebnis. Durch die wesentlich höhere Schichtdicke hast Du jahrelang Ruhe vor Rost. Natürlich grundiere ich den Schlepperrumpf vor dem Endlack mit einer guten rostpassivierenden Grundierung. Blechteile lasse ich vom Lackierer mit KH Lack lackieren.
    Gruß
    Ralf

  • Ein Hallo auch von mir,
    Bau die Kleinteile wie Lüftergehäuse, Lüfterwelle, Pedale am besten ab reinige das Zeug mit dem Dampfstrahler von Dreck-Fettgemisch und entroster/entfärbe die mit der Flexdrahtbürste. Auch den Motorblock kannst du damit maltretieren. Man kommt damit fast überall ran. Welldedichtringe und sonstige Dichtungen solltest du allerdings verschonen. Die Stellen, an die du nicht ran kommst, kannst du ja Sandstrahlen. So ein Gerät kostet nicht die Welt (Behälter mit Schlauch und Pistole 130€) und ein 25 kg Sack Granulat 0-0,8 mm gibts für 10€. Jedoch den Dreck-Fettschmotter bekommst du damit nicht weg. Der Untergrund ist zu weich und das Granulat prallt unverrichteter Dinge ab. Einen Drahtbürstenkopf gibts in jedem Baumarkt für ca 10€. Den einen oder anderen braucht man zwar dafür, ist aber unterm Strich billiger. Abkleben, der zu schonenden Stellen, lohnt sich. Gerade für´s spätere Sandstrahlen. Dann hast du auch kein Problem mit dem Granulat, das da nicht hin soll.
    Ich habe es so gemacht und bin gut damit gefahren und die Sauerei hielt sich auch in Grenzen.
    Im Gegensatz zu den KH-Lack Verfechtern habe ich mit 2K lackiert. Hab sie vom Jehle. Bin prima als "Neulakierer" damit zurecht gekommen. Trocknet recht schnell. Kostet halt etwas mehr. Mal sehen, wie er sich im späteren Betrieb bewährt.

    Gruß Frank


    Mein Eicher ist ein Teil der Familie.


    Eicher ED22 (Bj 1955)

  • Anzeige

  • Danke für eure netten Antworten.


    Der Eicher ist technisch neu gemacht worden.


    Kann ich vielleicht auch ein paar Stellen mit Schleifpapier bearbeiten, wenn ja welche Körnung?


    Ist diese Flexdrahtbürste/Aufsatz nicht zu rauh, sodass ich Wellen/Kratzer in das Eisen bekomme?

  • Mit Schleifpapier könntest Du über die glatten Blechteile gehen, aber die gibst Du ja eh zum Strahler. ;)


    Nein, Du kriegst nicht mehr Dellen oder Kratzer in den Gußblock. Das Zeug ist so rauh und hart, daß es das verträgt.


    Der billige Nadelabklopfer tut es. Und Garantie hast Du auch drauf. Wenn er Schrott ist, zurück damit und den nächsten verschleißen. Bei mir war es ein Westfalia, ungefähr gleicher Preis, den es nach kurzer Zeit zerlegt hatte. Der Ersatz hält aber seitdem. Du brauchst einen ordentlichen Kompressor. Der Nadelentroster braucht viel Luft. Empfehle dazu einen Lackieroverall und eine gute Atemmaske mit Filtern. Schutzbrille sowieso und auch Gehörschutz.


    Mit diesen Drahtbürsten komm ich nicht zurecht. Ich nehm immer die da:
    http://www.werkstatt-produkte.…-mm-f%FCr-winkelschleifer


    Nimm ruhig gleich nen Zehnerpack. Die teuren von Bosch aus dem Werkzeugladen kannste vergessen. Die halten nicht halb so lang wie die. Mußte mal fürs Wochenende Noteinkauf tätigen, war rausgeschmissenes Geld.


    Die flachen Zopfdrahtbürsten kannste auch wenden. Solltest Du auch. Dann beißen sie wieder.


    Gruß
    Michael

    "'And all those exclamation marks, you notice? Five? A sure sign of
    someone who wears his underpants on his head.'"
    (Terry Pratchett in "Maskerade")

  • Anzeige

  • Hallo,


    habe noch eine Frage. Der Eicher sieht jetzt so aus:




    Ich hätte den Eicher jetzt so wie er ist komplett mit einem Fettentferner (Silikonentferner oder Bremsreiniger?) eingesprüht, danach mit dem Hochdruckstrahler heiß abgesprüht.


    Anschließend mit Zopfbürste, Schleifpapier usw. den Lack nur aufgerauht und danach Räder demontiert und zum Lackieren gegeben.


    Ist das so in Ordnung? Kann der Lackierer da überall darüberlackieren (Gebläselüftung, Einspritzpumpe usw.)


    Gruß


    Hans

  • Nein, so wie der aussieht, hast Du Dir nicht viel Mühe gegeben. Jedes Gramm Lack, das Du auf die Kiste haust, ist rausgeworfenes Geld.


    Der Rost muß komplett weg. Den Lack darfst Du auch nur anschleifen. Aber nur auf dem Guss. Auf glatten Flächen muß er komplett runter, wenn er Abplatzer hat.


    Willst Du das ganze Ding so zujauchen? 1a-Kandidat für die Rubrik "Verschandelte Schlepper".


    Gruß
    Michael

    "'And all those exclamation marks, you notice? Five? A sure sign of
    someone who wears his underpants on his head.'"
    (Terry Pratchett in "Maskerade")

  • Bremsenreiniger und Silikonentferner sind entweder was zum Einsprühen und mit einem Lappen wegwischen oder zum direkt rausspülen/abspülen (aus Löchern, Bohrungen). Wenn du da vorne anfängst zu sprühen und hinten fertig bist und den Hochdruckreiniger schnappst, ist vorne schon wieder alles trocken.


    Da brauchst du entweder Kaltreiniger oder einen wasserbasierten Fettlöser (Industriebodenreiniger o.ä.), einwirken lassen und abdampfen. Aber Vorsicht, auch über einem Ölabscheider ist Kaltreiniger verboten, den kann der Ölabscheider nicht "abscheiden"!. Da gabs es schon Rückverfolgungen IM Kanal bis zur verursachenden Werkstatt!


    Und dennoch wirst du damit bei weitem nicht alles abbekommen, siehe die Beispiele in den vielen Restaurierungsberichten.


    Zum Thema Altlack hat Michael schon alles gesagt, aus 10m Entfernung wirds dann schon passen, aber Blechteilen (ich finde auch Gußteilen) mit Lackabplatzern überzuspritzen sieht wirklich nicht sehr gut aus.


    Im Prinzip musst du es wissen und für dich entscheiden.
    Sieht dann so aus wie bei diesem Kupplungshebel (und noch schlimmer):


    Gruß,
    Andi

  • Anzeige

  • Wie meine Vorredner, kann ich auch nur "Handarbeit" empfehlen.
    Ich habe, nach dem der grobe Dreck mit Spachtel und Schraubenzieher entfernt wurde, den verbliebenen mehr oder minder dicken Film mit Diesel oder Waschbenzin und (Zahn-)Bürsten runter geschrubbt.
    Originalzustand:


    Dann die rostigen Stellen mit Zopfbürsten, Schleifpapier (ein Deltaschleifer ist hier ideal) entrostet. Bei Lackabplatzern habe ich an den Stellen großzügig einen Übergang geschliffen, so dass man die harten Kanten nicht mehr fühlt und sieht. Bei einer Felge waren 4 Schichten drauf, entsprechend weitläufig musste ich anschleifen.


    Solche Abplatzer wurden, soweit zugänglich, angeschliffen:





    Dann mit Bremsenreiniger, Aceton (löst aber den vorhandenen Lack leicht), oder Isopropylalkohol (von Apotheke oder Druckerei) mit Lappen entfettet, wobei du, wie schon geschrieben, schnell sein musst und nur sehr kleine Flächen bearbeiten, da sich die Entfetter schnell verflüchtigen.
    Nach dem Entfetten möglichst zügig lackieren, damit sich kein Dreck und Staub mehr absetzt.
    Auf jeden Fall nicht offen transportieren.


    Mir hat eigentlich fast jede Arbeit Spaß gemacht, aber gerade das anschleifen und entfetten hätte ich am liebsten an den Wenigstbietenden vergeben.... :pfeif::mecker:

    Super 1250 VL Special
    S 450
    Achtung Schlütermotor!
    Kinder und Kleinvieh aus dem Ansaugbereich!

  • Naja, zuerst einmal sollte er das Ding zerlegen. Sonst wird das nix. Da ist ja noch alles dran.


    Und das mit dem Guss hab ich auch nur als Mindestanforderung gesagt. Mir genügt das bei weitem nicht, bei meinen Traktoren wurde auch der Guss komplett entlackt. Mit Zopfdrahtbürste und Nadelentroster.


    So wie bei Andy muß das aussehen.


    Das mit dem Entfetten klappt nach dem Lackentfernen eigentlich ganz gut. Es ist ja schon fast alles weg. Großzügig mit Bremsenreiniger einsprühen und mit einem Lappen abreiben hat bei mir bisher immer gereicht. Und Kunstharzlack nimmt einen leichten Fett- oder Ölfilm nicht übel. Silikon schon.


    Gruß
    Michael

    "'And all those exclamation marks, you notice? Five? A sure sign of
    someone who wears his underpants on his head.'"
    (Terry Pratchett in "Maskerade")

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!