Restauration Eicher EM 200 b

  • Hallo Christian! bei der besagten Schwenkverschraubung, die bei dir leckt, kommt kein Kupferring drunter, die sind i.d.R metallisch dichtend. Oft werden die aber mit der Zeit undicht, du solltest eine dreiteillige Verschraubung haben, oder?


    Mfg Tobi

    „Der Bauer träumt – wenn doch oh Herr, mein Fendt ein guter Eicher wär!“

  • Moin Tobi,


    das ist wie mit den Anschlüssen oben auf der kleinen alten Eicher-Hydraulikanlage, oder? :wink:
    Da drückts mit der Zeit auch aus allen Ecken...


    Normalerweise ist doch aber in der Leitung keinerlei Bewegung. Ich hatte meinen entsprechenden Hydraulikblock an der Stelle noch nicht auseinander, wie das nun von Innen mit der Schwenkverschraubung dort ausgeführt ist kann ich dementsprechend nicht sagen. Spricht etwas konstruktiv gegen einen dünnen Kupferring?


    mfG
    Fabian

  • Hallo Fabian!


    Ja, so inetwa kann man sich das vorstellen, vielen kennen diese Verschraubungen auch von den SB7 Steuergeräten, z.B der Messerbalkenanschluss. Wenn es eine 3-teillige Verschraubung ist, wird das Winkelstück innen mit einer Art Hohlschraube per Innensechkant eingeschraubt, außen ist dann quasi nur eine Verschlussdeckel drauf.


    Ein dünner Kupfer oder Aluring sollte möglich sein, ich meine ich hab da nach Reparaturen immer welche verbaut. Notfalls halt bisschen zufeilen. Muss meine am Köti auch noch wechseln / abdichten fällt mir gerade ein, hab ich letztens im Hof festgestellt :mrgreen:


    Mfg Tobi

    „Der Bauer träumt – wenn doch oh Herr, mein Fendt ein guter Eicher wär!“

  • Guten Tag,
    um ehrlich zu sein, bin ich bei den drei Beiträgen von Tobi und Fabian gedanklich nicht mitgekommen :lol: Ich war gestern an der Hydraulik dran und kann daher das Ganze nun ein bisschen verstehen. Die Hydraulik hält bei mir den Druck nicht und nach Kontrolle des Ölpeilstabs kam für mich als erste Ursache Ölmangel in Frage. Auf dem Peilstab war kein Öl mehr zu sehen. Nach Ablassen des Restöls (ca. 1 Liter) konnte ich nun endlich ans Schrauben gehen. Wie ich ja erwähnte, suppte die Hydraulik hinten an dem Anschluss zwischen Hydraulikblock und dem Anschluss vom Rohr zur Pumpe. Mir viel des Weiteren auf, dass der Anschluss von dem Rohr direkt an der Pumpe undicht war. Gestern habe ich mich also genau diesen Undichtigkeiten gewidmet.
    Es handelt sich bei den Anschlüssen um Schwenkverschraubungen, richtig.


    Leider habe ich diese nicht abbekommen...und genau jetzt begreife ich den Satz von Tobi erst... :hammer:

    Zitat von Eicher-Diesel-13

    Wenn es eine 3-teillige Verschraubung ist, wird das Winkelstück innen mit einer Art Hohlschraube per Innensechkant eingeschraubt, außen ist dann quasi nur eine Verschlussdeckel drauf.


    Ich Vollprofi :mauer: Ich habe nur besagte Verschlussdeckel abgenommen und die Cu-Ringe getauscht. Wenn ich Glück habe, sind die Winkelstücke noch dicht. Wenn nicht, kann ich das Öl nochmal ablassen, die Verschraubungen lösen, das Rohr entfernen und die Schwenkverschraubungen komplett abnehmen. Dann auch dort die Cu-Ringe einsetzen und den ganzen Spaß wieder zusammenbauen...*seufz*...erst denken, verstehen und dann schrauben, Junge... :) Zumindest könnte ich den Grund dafür gefunden haben, warum es an den Verschlussdeckeln herausgesuppt hat. Die Dichtringe waren wohl minimal beim Aufschrauben verrutscht, sodass sie sich an einer Stelle falsch angepresst haben.

    Das hat dazu geführt, dass der Deckel nicht 100%ig gleichmäßig um den Ring saß. Das Öl brauchte sich nur seinen Weg suchen. Der Ölfilter wurde auch gleich einmal kontrolliert, dieser war aber sauber, sodass er ohne Bedenken wieder eingebaut werden konnte. Neues Öl wurde aufgefüllt und dann konnte getestet werden.
    Dies war zugleich der erste Motorstart nach dem Aus- und Einbau der ESP. Nach Anleitung wurde das System entlüftet, Vorpumpen bis die Ventile hörbar abspritzen, Zündung und starten. Der Motor hat ca. zwei Umdrehungen georgelt (noch ein wenig Luft im System) und sprang dann sofort an. Ich hatte die Sorge, dass Reglergabel und der Regler-"Pin" nicht vernünftig ineinander saßen und der Motor unkontrolliert hochdreht. Mein Kumpel und ich standen also mit 17er-Schlüsseln bewaffnet daneben, um notfalls die Leitung zu den Ventilen lösen zu können. Ist aber alles gut gegangen, Motor läuft wieder :D
    Jetzt konnte die Hydraulik getestet werden. Anheben klappt sauber, der Kolben drückt zügig und gleichmäßig die Hubarme nach oben, Absenken funktioniert auch. ABER: leider hält die Hydraulik den Druck immer noch nicht bei neutraler Steuergerätstellung. Die Pumpe funktioniert soweit, entweder ist das Steuergerät undicht oder der Hubkolben hat Riefen, wodurch der Öldruck entweicht. Ich werde zunächst den wahrscheinlich preiswerteren Lösungsansatz anstreben und das Steuergerät kontrollieren. Werde versuchen, dass Typenschild zu entziffern und gebe das dann hier mal durch. Vielleicht könnt ihr mir bei der Lösung helfen (es ist nicht mehr das originale Steuergerät).


    Ein schönes Restwochenende wünscht mit vielen Grüßen
    Christian

  • Servus Christian!


    Hmmm das Steuergerät ist nicht wirklich die günstigere Lösung, würde an deiner Stelle als erstes die Dichtmanschette des Hubkolbens prüfen, da kommt man mit Geschick recht gut hin, trau mich fast wetten, das die hart und spröde ist. Zudem glaube ich mal das du definitiv keine zwei linken Hände hast, die Aktion mit der Einspritzpumpe hat doch auch ganz gut geklappt mit etwas Beistand.


    Mfg Tobi

    „Der Bauer träumt – wenn doch oh Herr, mein Fendt ein guter Eicher wär!“

  • Hallo nochmal,
    hach ja, was für Erkenntnisse doch innerhalb von fünf Minuten gesammelt werden können...
    So wie es aussieht, wird einmal die komplette Hydraulik runter müssen. Ich war vorhin nochmal am Eicher, einfach nur mal gucken, ob die neuen Cu-Ringe soweit dicht sind. Und dann schraube ich noch aus Neugier den Peilstab am Hydraulikblock raus, gucke...äh...warum ist da so wenig Öl drauf??? Ich habe gestern frisches Öl draufgekippt, wie in der Anleitung angegeben 4,5 Liter. Okay gut, ich habe es nicht ausgemessen, sondern mich am Peilstab orientiert. Es können auch 4,6 oder 4,3 Liter gewesen sein. Aber der Peilstab zeigte die optimale Menge an und der 5-Liter-Kanister war auch fast leer. Und heute: Ölstand so grade über den unteren Peilstrich. Unterm Trecker geguckt ob irgendwo eine Öllache ist...nichts. Dann fiel mir etwas ein, was ich hier mal gelesen hatte...24er-Schlüssel geholt, Getriebeöl-Einfüllschraube gelöst...Kreideprobe gemacht...


    Das ganze Hydrauliköl ist mir fröhlich ins Getriebe geflossen :heulen::o
    Ist das Öl vom Block direkt runter ins Getriebe gelaufen oder kann es sich durch die Pumpe ins Getriebe gedrückt haben?
    Jetzt ist eh nichts mehr mit Schritt-für-Schritt das Problem suchen. Jetzt wird der gesamte Block runter genommen und es wird alles neu abgedichtet, neue Cu-Ringe, neue Papierdichtungen, neue Simmeringe oder Dichtmanschetten. Jetzt bin ich ein für alle Male leid - ganz oder gar nicht!
    Habe eine Ersatzteilliste von Eicher bestellt, dann wird demontiert, geschaut, was neu muss, dann werden die ET bestellt und alles wieder verbaut.


    An Tobi: Ich danke Dir für die aufmunternden Worte. Ich hatte vom Steuergerät als günstigste Lösung gesprochen, weil ich davon ausgegangen war, dass einen riefigen Hubkolben zu hohnen teurer wird, als ein Steuergerät abzudichten. Die Manschette hatte ich gar nicht bedacht. Nun gut, dass ist jetzt eh egal, weil alles gemacht wird. Zwei linke Hände habe ich nicht, denke ich :mrgreen: Die ESP war jetzt nicht allzu kompliziert, mit der Hilfe hier vom Forum und der Reparaturanleitung war das gut machbar. Jetzt wird eben der Schwierigkeitsgrad etwas erhöht :wink: Dafür kann ich dann besonders stolz sein, wenn wieder alles läuft. Und einen guten Kumpel habe ich auch der mithilft. Er schraubt grad selber an einem Fendt und da hilft man sich gegenseitig immer wieder.


    Schönen Abend noch und viele Grüße
    Christian

  • Hallo Christian!


    Kommando zurückrudern. Der bei deinem Schlepper verbaute Kraftheber (Freiganghydraulik) ist unten zum Getriebe hin verschlossen, soll heißen du hast keinerlei Verbindung ins Getriebe. Außer er hätte ein Loch, was aber eher unwahrscheinlich ist, denn dann würde es sofort ins Getriebe laufen. In deinem Falle ist wohl der Wellendichtring der HD-Pumpe durch, soll heißen das Hydrauliköl wird hier ins Getriebe gedrückt. Bevor du also alles zerlegst und dann feststellst, dass es umsonst war, würde ich da mal gucken. Die Saugleitung hattest du ja eh schon weg :mrgreen: .



    Anbei mal das Innenleben deines Krafthebers.
    [Blockierte Grafik: http://www.bilder-upload.eu/upload/b4ea9c-1490633137.jpg]



    Mfg Tobi

    „Der Bauer träumt – wenn doch oh Herr, mein Fendt ein guter Eicher wär!“

  • Guten Abend Tobi,
    puh, noch mal "Glück" gehabt, doch womöglich nicht die ganz große Schrauberei :D Danke für die Information :thumbs: Ja gut, dann werde ich mich die Tage mal der Pumpe widmen. Kannst du denn schon eine grobe Zeit-/Aufwandprognose aufstellen? Will sagen: brauche ich nur die Pumpe abbauen, komme gut an den Simmering ran, alten raus, neuen rein, Pumpe einbauen und happy sein oder muss ich die Pumpe in mehr oder wenige Einzelteile zerlegen? Das vorher das Getriebe-Hydraulik-Öl-Gemisch raus muss ist klar. Macht aber nichts, da ich das Getriebeöl eh wechseln wollte.
    Die Dichtmanschette am Hubkolben dürfte nach der Explosions-Zeichnung einigermaßen zu erreichen sein, das traue ich mir auf jeden Fall zu. Wenn ich eh wieder dran rumschraube, kann ich die auch gleich wechseln. Sind das die beiden Dichtringe 86x2 und 90x2? Der Nutring ist ja sozusagen der "Kolbenring" in der Hydraulik, der ist hoffentlich in Ordnung (oder welches Teil meintest du mit "Dichtungsmanschette"?). Sobald meine ET-Liste da ist, werde ich einen genaueren Blick drauf werfen.
    Ich hoffe, dass der Eicher bis Mitte April wieder einwandfrei rennt, dann sollen die Kartoffeln gelegt werden :mrgreen: Vater liegt mir schon ein wenig in den Ohren :wink:


    Einen schönen Abend noch
    Christian

  • Hi,
    Handelt es sich um eine externe Zahnradpumpe?
    Dann ist normalerweise das Wechseln des Wedis nicht ausreichend. Dieser dichtet nur gegen die "Saugseite ab". Wenn die Pumpe entsprechend Öl über die Druckseite durch die Hochdruckabdichtung und den Wedi drückt, muss die Hochdruckabdichtung auch ersetzt werden.


    Gruß
    Karl

  • Hallo Christian!


    Pos. 18 & 19 sind nur O-Ringe, der eine Dichtet den Deckel zur Büchse (Pos. 17) ab, der andere kommt normal zwischen Büchse und Krafthebergehäuse. Die von mir beschriebene Dichtmanschette ist der Nutring (Pos. 16). Um an den zu gelangen musst du den Deckel (Pos. 3) demontieren, den unteren Pleuelbolzen (Pos. 11) ausbauen und den Kolben samt dem Pleuel nach vorne rausdrücken. Zusammenbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge mit neuen Dichtungen. Beim Nutring genau drauf achten, dass du ihn richtigrum einsetzt, denn sonst war die Arbeit umsonst. Wenn der Kolben ausgebaut ist kannst du auch die Büchse auf Verschleiß prüfen, es dürfen keine Fühlbaren Riefen vorhanden sein (Fingernagelprobe). Die HD-Pumpe hast normal recht fix ausgebaut.


    Hallo Karl!


    Meine Vermutung ist, das nur der Wedi porös ist, denn sonst würde die Pumpe das Öl direkt ins Getriebe Pumpen. Soll heißen der Ölvorrat wäre binnen kurzer Zeit komplett leer. Der Dichtring wäre einfach zu wechseln, wenn die Hochdruckabdichtung fällig wäre, müsste man denke ich eh die Pumpe erneuern, da ich mir nicht sicher bin, ob man für solch alte HD-Pumpen noch Dichtsätze bekommt. Aber danke für den Denkanstoß!


    In diesem Sinne


    Mfg Tobi

    „Der Bauer träumt – wenn doch oh Herr, mein Fendt ein guter Eicher wär!“

  • Guten Abend,
    kleines Update meinerseits:
    die Ersatzteilliste ist nun angekommen, eine sehr gute Grundlage zur Demontage der Hydraulik. Morgen möchte ich gerne die defekten Teile der Hydraulik abbauen und entsprechend neue Ersatzteile bestellen. Nun gibt es ja in der ET-Liste allerlei Bezeichnungen und Teilenummern für die Teile. Daher ist jetzt meine Frage, ob diese Dichtringe, die auf der Abbildung von Tobi mit Maßen eingetragen sind, Norm-Teile sind? Und ob es zu den Teilen allgemeingültige Bezeichnungen gibt? Sodass ich einfach zur LaMaWe gehe und sage: "Guten Tag, diese, dieses, dieses und dieses Teil brauche ich. Habta das da oder müssta bestellen?" Die Gummiringe werden wohl Standard sein, aber ist der Nutring (60x80x10) auch ein Normteil oder muss ich das bei Eicher direkt bestellen? Kennt einer von euch zufällig die Maße des Simmerings, welcher in der Pumpe auf der Saugseite verbaut ist? Hat jemand die Pumpe schon mal abgebaut und davon Bilder, die er (oder sie) mir zur Verfügung stellen könnte? Ich würde gerne morgen demontieren, unter der Woche die Teile besorgen und nächsten Samstag wieder alles zusammenbauen.


    Zu Karls Denkanstoß: Ich kann nicht genau sagen, ob die Saug- oder die Druckseite undicht ist (oder sogar beide???). Der Öltank war zu Anfang normal voll (Eicher laufen lassen zum Test) und nach einem Tag war das Öl am unteren Peilstrich abgesackt. Habe heute nochmal kontrolliert, der Ölstand hat sich seit dem nicht verändert, hatte den Eicher aber auch nicht mehr laufen.


    Heute sind die Unterlenker mit neuen Kugelhaltern zurückgekommen. Sieht sehr gut aus, sehr solide.


    Wird schön gesäubert, grundiert und lackiert. Und nachfolgend ein Bild von den alten Kugelhaltern. Die Kugeln sind schon ein kleeeeiiiines bisschen ausgeschlagen :mrgreen:



    Einen schönen Start ins Wochenende :D
    Christian

  • Hi,
    Die Zahnradpumpen gibt es im Zubehör für ca. 125,-€
    Da kann ich nur empfehlen eine Neue einzubauen, anstatt an der alten lange rum zu schrauben, Geld rein zu stecken, um dann doch festzustellen, dass sie es nicht wirklich mehr macht. Ich tippe auf die Hochdruckabdichtung, und die ist meist hin, wenn die Pumpe mal heiß gelaufen ist, und das ist ansich schon der Tot für diese Pumpen.
    Schon mal den Öldruck gemessen?
    Gruß
    Karl

  • Hallo liebe Traktoristen,
    gestern habe ich wie geplant mit meinem Kumpel die Pumpe und den Hubkolben demontiert. Details folgen gleich. Dabei sind wieder einige interessante Entdeckungen zu Tage gekommen.
    Alles fing damit an, das Öl aus Hydraulik und Getriebe abzulassen. Es muss schon einiges Hydrauliköl ins Getriebe gelaufen sein, ich hatte hinterher fast 30 Liter Öl zusammen :o Das sind zur normalen Menge Getriebeöl bestimmt zwei oder drei Ladungen Hydrauliköl.


    Danach die bekannte Rohrleitung Block-->Pumpe gelöst. Dieses Mal gleich mit Winkelstücken, jetzt wusste ich ja von den innenliegenden Hohlschrauben :wink: Die Kupferringe sehen eigentlich noch gut aus, die kann ich wiederverwenden.


    Rechts im Hintergrund sieht man mein "Spezialwerkzeug" für die Verschlussdeckel und die Hohlschrauben. Eine M10-Schraube und einige gekonterte Muttern passen exakt in das Loch. Ich hab so viele Muttern aufgedreht, da ich bei den Hohlschrauben nicht mehr mit dem 17er Schlüssel drangekommen wäre.
    Nun gut, Leitungen sind ab, auch die von der Pumpe zum Steuergerät. Kommen wir zur Pumpe. Die Vier Schrauben waren schnell gelöst, nur irgendwie wollte sich die Pumpe nicht richtig rausziehen lassen.


    Bevor nun was dran kaputt geht, erstmal den Kolben ausbauen. Hinten den Deckel gelöst und reingeschaut.


    Soweit alles in Ordnung. Dann den vorderen Deckel gelöst...Tobi, du bist ein Hellseher (oder du hast einfach sehr gute Erfahrung) :mrgreen:
    Nachdem auch der vordere Deckel ab war, kam das zum Vorschein


    Mir scheint, dass der Nutring nicht mehr so ganz vernünftig abgedichtet hat :D Dann haben wir den Kolben nach Tobis Beschreibung ausgebaut. Zunächst den Bolzen gelöst und dann den Kolben nach vorne rausgeschoben. Bis wir den Bolzen gelöst hatten, dauerte es über eine Stunde, weil wir an den linken Sprengring nicht vernünftig rankamen. Er saß zu sehr "um die Ecke" als das man ihn vernünftig hätte packen können. Mit Hilfe eines Schraubendrehers und einer Spitzzange konnten wir ihn dann doch noch lösen und den Kolben ausschieben.
    (Mangels Platz für Bilder folgt gleich eine Fortsetzung)

  • So, Kolben ist draußen...


    Und gleich der nächste Rückschlag: der Kolben und Zylinder haben Riefen. Auf der Oberseite viele kleine, kaum spürbare und auf der Unterseite zwei große Reifen, die man sehr deutlich spürt :heulen:




    Ich bitte jetzt mal um eine ernsthafte Einschätzung. Genügt es, einfach den Nutring zu erneuern? Er steht ja minimal über den Rand des Kolbens hinweg und könnte so die Riefen eventuell etwas verschließen. Oder soll ich Zylinder und Kolben komplett erneuern, also bei Eicher neue bestellen? Ich tendiere fast zu letzterem, weil es dann einmal richtig gemacht wird. Mir ist bewusst, dass die Anschaffung nicht ganz billig wird, aber das ist mir insofern egal, weil ich nur einmal richtig Geld in die Hand nehme und dann im Optimalfall 30 Jahre ruhe habe. Das Ganze ist grad eh auseinander gebaut und ich habe keine Lust, bei Pfuscherei (nur Nutring wechseln) in einem halben Jahr wieder ran zu müssen. Zylinder hohnen lassen und Übermaßkolben (ist das überhaupt eine Option???) dauert mir fast zu lange, weil der Eicher bis Mitte, Ende April wieder laufen sollte. Verfügt Eicher überhaupt über diese Teile?
    Ich wollte mir heute die ET-Nummern zu den ganzen Teilen aufschreiben und morgen dort anrufen, nach der Verfügbarkeit fragen und dann direkt bestellen, sodass die Teile im Laufe der Woche ankommen.
    Zurück zur Pumpe. Nach weiterem vorsichtigem Wackeln und Hebeln konnten wir die Pumpe auch abbauen. Ebenso den Flansch zwischen Pumpe und Getriebe.


    (Fortsetzung folgt)

  • Ich spiele fast mit dem Gedanken, auch eine neue Pumpe zu verbauen. Klar möchte ich versuchen, die alte Pumpe zu erhalten, aber wenn ich nach einigen Monaten nochmal ran muss, weil sich die neue oder eine der alten Dichtungen wieder verabschiedet hat. Die Pumpe wurde auch auseinandergenommen, zumindest so, dass die beiden Pump-Zahnräder offen legen. So wie ich erkennen konnte, war der Simmering an der Saugseite wirklich fritte. Jedoch habe ich keine Ahnung, wie ich die Zahnräder lösen bzw. abgezogen bekomme. (Leider habe ich davon keine Bilder, dass heißt, meine folgenden Worte erfordern einige Fantasie :lol: ) Zunächst muss ich irgendwie die Mutter losbekommen, welche auf der Welle mit dem Zahnrad sitzt, welches in den Getriebeflansch sitzt. Dazu muss ich irgendwie die beiden Pump-Zahnräder blockieren, ohne die jedoch zu beschädigen. :headnut: Hat einer von euch eine Idee, wie ich die Mutter gelöst bekomme? Wenn ich die los habe und das große Zahnrad demontiert kriegen würde, käme ich perfekt an den Simmering ran zum tauschen. Oder doch lieber gleich eine neue Pumpe verbauen?


    Wo wir gestern schon einmal dabei waren, alle Öle abzulassen, haben wir auch gleich den Luftfilter gereinigt und neues Öl eingefüllt. Der Ölstand darin war zum einen 1cm unterhalb der Soll-Marke und es war schon ziemlich viel Mompe im Topf drin. War also genau die passende Zeit dafür, wieder eine Kleinigkeit geschafft.


    So, dass wäre es erstmal wieder von mir. ich hoffe, ihr könnt mir ein wenig weiterhelfen, sodass der Eicher bzw. die Hydraulik schnell wieder läuft.
    Ach, da fällt mir noch ein: Thema Getriebeöl. Laut BTA soll dort SAE90 rein, kann ich auch das heutige Standard SAE 80W-90 GL. 4 reinkippen, möglichst ohne, dass es mir die Getriebedichtungen durchhaut? Das wäre praktisch, weil ich das Öl gleich zusammen mit dem Hydrauliköl bei der LaMaWe holen könnte.


    Einen schönen Sonntag noch und viele Grüße
    Christian

  • Hallo Karl,
    danke für den Link, werde ich mir mal gründlich durchlesen.
    Vielleicht schaffe ich es unter der Woche, die Pumpe mal zu bearbeiten. Oder ich muss mich mal an einen Bosch-Dienst wenden, vielleicht können die mir auch ein wenig weiterhelfen. Ich denke, wenn ich das Zahnrad direkt in den Schraubstock spanne, könnte es beschädigt werden, ich kann aber Tücher oder Weichholz-Klötze dazwischen legen, dann könnte es gehen. Probieren geht über Studieren, hoffentlich klappt´s. Werde natürlich hier berichten, egal wie es ausgeht.
    Viele Grüße
    Christian



  • Darum mein vorsichtiger Reparaturversuch (Wedi tauschen). Es gibt Pumpen der neuen Bauform die passen sollen, da müsste man aber evtl. die Saug- und Druckleitung umbauen.


    Beim Einspannen bitte Aluschutzbacken oder Holzstücke verwenden!


    Die Riefen am Kolben würde ich jetzt mal als nebensächlich betrachten, da könnte man mit feinem Schleifpapier viel wieder gerade biegen. Die Büchse mal mit Bremsenreiniger penibel reinigen und gucken wie tief die Riefen sind, wenn der Schlepper nicht wirklich viel beansprucht wird könnte man die Garnitur so noch verwenden.


    Mfg Tobi

    „Der Bauer träumt – wenn doch oh Herr, mein Fendt ein guter Eicher wär!“

  • Hallo,


    wie von von Johannes schon geschrieben, die Riefen sind eher unbedenklich - habe schon zich dieser Hydrauliken Instand gesetzt und laufen alle einwandfrei ... Die Pumpe wirst Du abdichten müssen, eine andere zu finden ist schwierig und teuer - deswegen würd ich das vorher ausprobieren !
    Du könntest allerdings mit einem anderen Hydraulikpumpenantrieb eine "normale" Pumpe umrüsten wenn "nichts" mehr geht.


    Gruß Markus

    Meine Eicher :
    Eicher Tiger 2 EM 235 mit FL (restauriert)
    Königstiger 2 (3015) in Restauration
    Eicher 3072 TURBO im Original Zustand
    Eicher G 400
    Eicher ES 201
    Eicher ES 400
    Eichus Stapler
    Eicher 3251 HS



    Eicher war gut, ist gut ,
    und bleibt weiterhin gut !