Eicher ED 22 Ölleck zwischen Kipphebelgehäuse und Zylinderkopf

  • Hallo zusammen,
    ich habe ein kleines Problem mit einer Ölundichtigkeit zwischen Kipphebelgehäuse und dem Zylinderkopf des Auslassventils von meinem ED 1d Motor.
    Er war bis jetzt trocken. Nun wird er inkontinent und die Bühe saut die Kühlrippen ein. In der Eratzteilliste konnte ich nicht wirklich etwas von einer Dichtung bei der Ventildurchführung erkennen.
    Bevor ich das Kipphebelgehäuse abbauen muss, wollte ich fragen, ob jemand das Problem kennt und in den Griff bekommen hat.
    Wenn ich die Zylinderkopfschrauben lösen muss, müsste ich das Anzugsmoment und evtl die Reihenfolge für den Wiedereinbau halt wissen. Ich habe was von 127 Nm gelesen, simmt das?
    Auch das Ventilspiel kenne ich leider nicht. Könntet Ihr mir da bei der Ventieleinstellung einen Rat geben?
    Ich habe halt bis jetzt mehr an meinem Getriebe Hurth G76 erneuert, als am Motor. Der war bis jetzt noch gut, auch was die Verdichtung angeht.


    Vielen Dank schon mal

    Gruß Frank


    Mein Eicher ist ein Teil der Familie.


    Eicher ED22 (Bj 1955)

  • Hallo Frank!


    Der Zylinderkopf wird mit 130 Nm angezogen (leicht geöltes Gewinde), das Ventilspiel beträgt normal 0,08, wird aber meist mit 0,1 eingestellt, passt normal auch so. Habe das Problem mit den O-Ringen selbst schon desöfteren gehabt, durch wärme und alter werden die einfach porös und eben undicht. Der Zylinderkopf wird komplett zerlegt, soll heißen auch die Ventile müssen raus. Evtl kannst du den Kopf dann auch mal in gute Hände geben, um eben den Ventilüberstand, die Ventilführungen und die Ventilsitzringe prüfen zu lassen. Das du in der ET-Liste die O-Ringe nicht findest ist kein Wunder, da ist nur der Kopf komplett abgebildet. Du musst unter 3a gucken.
    Mfg Tobi


    PS: Wenn der Kopf schon ab ist, kannst du die Einspritzdüse auch gleich mal abdrücken lassen, würde sich anbieten, wenn du eh schon am zerlegen bist. Kontrollier bitte auch due Zuganker auf festen Sitz, die sind im Motorgehäuse mit Muttern gekontert und lösen sich ab und an gerne mal.


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    Pos. 7 ist der besagte Dichtring.

    „Der Bauer träumt – wenn doch oh Herr, mein Fendt ein guter Eicher wär!“

  • Das ist ja super. Vielen Dank. Das hilft mir echt weiter.
    Den Dichtring habe ich jetzt auch gefunden. Meine Liste sieht etwas unübersichtlich aus. Da konnte ich das Teil nicht zuordnen. Hat auch die gleiche Nummer. Kann ich die Dinger in Ganacker bestellen oder wo hast du die Dichtringe gekauft?

    Gruß Frank


    Mein Eicher ist ein Teil der Familie.


    Eicher ED22 (Bj 1955)

  • Habe heute in Ganacker per Email angefragt. Bin auf die Antwort gespannt.
    Wenn ich die Teile habe, werde ich dann weiter berichten, auch über den Wechsel der Dichtungen.

    Gruß Frank


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    Eicher ED22 (Bj 1955)

  • Hilfe, bin ich ein Depp.
    Ich hatt mir vor längerer Zeit einen Dichtungssatz für meinen ED 22 gekauft.
    Darin waren auch die 2 O-Ringe ED 1.20535 enthalten. Bin durch Zufall wieder auf die Tüte gestoßen.
    Werde dann mal mit Ausbau des Zylinderkopfes beginnen.
    Hier noch ein Bild von den 2 guten Stücken. Aus Ganacker hab ich bis jetzt noch nichts gehört.


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    Gruß Frank


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    Eicher ED22 (Bj 1955)

  • Mich würde mal interessieren wo genau die zwei O-Ringe sitzen . Habe bei meinem Eicher das selbe Problem mit einer leichten Undichtigkeit . Die Ringe habe ich schon zu hause , nur leider weiss ich nicht genau wie ich dabei vorgehen soll . Bilder wären sehr hilfreich und interessant . Wünsche gutes Gelingen deiner Reparatur .


    Gruß Wastl

  • Hallo Wastl,
    die Dichtringe kommen zwischen Zylinderkopf und Kipphebelgehäuse. Auf die Ventildurchführung, die aus dem Zylinderkopf oben herausschauhen. Eicher Ganacker bietet auf der Homepage eine Reparaturanleitung an, kann aber nur die Bedien- und Wartungsanleitung liefern.
    Wollte auch gerne anhand der Motornummer mehr über die Herkunft meines ED 22 aus Ganacker erfahren. Leider keine Reaktion auf meine Anfrage.
    Ich werde über meine Rep. berichten und auch Fotos einstellen.

    Gruß Frank


    Mein Eicher ist ein Teil der Familie.


    Eicher ED22 (Bj 1955)

  • Hallo liebe Schraubergemeinde,


    hier erst mal ein Bild von der undichten Stelle zw. Kipphebelgehäuse und Zylinderkopf. Sieht nicht mehr so schlimm aus, da ich die schon mal gereinigt hatte.


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    Ich habe heute die Rep. begonnen und bin schon auf mein erstes Problem gestoßen.
    Ich habe die ganzen Anbauteile vom Zylinderkopf entfernt und schon mal die Schrauben am Kipphebelgehäuse gelöst.
    Jetzt will ich die Muttern von den Stehbolzen lösen. Aber bein einer ist mir der Hebel zum offen halten der Ventile im Weg. Ich bekomme da keine Nuss drauf, um die zu lösen. Das abkriegen wäre ja noch mit nem Maulschlüssel möglich, jedoch beim Anziehen bekomme ich mit dem Drehmomentenschlüssel ein Problem. Daher meine Frage, wie ie bekomme ich den Hebel aus dem Gehäuse, oder gibt es noch eine andere Lösung?
    Innen ist er nicht verschraubt, kann zumindest nichts erkennen.
    Schon mal danke.


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    Gruß Frank


    Mein Eicher ist ein Teil der Familie.


    Eicher ED22 (Bj 1955)

  • Servus Fabian . Die Explosionszeichnung habe ich schon gesehen . Genauso die Reihenfolge der einzelnen Bauteile . Mir ist nur nicht klar gewesen wo die Ringe genau sitzen . Im Kipphebelgehäuse oder zwischen Kipphebelgehäuse und Kopf . So wie ich das richtig verstanden habe muß das Gehäuse vom Kopf abgenommen werden um an die Ringe zu kommen . Können die Ventile im Kopf verbleiben , da ich diesen nicht unbedingt nicht unbedingt vom Zylinder abnehmen will ?


    Mfg Wastl

  • Hallo Frank!


    Du musst die Kipphebelwelle ausbauen, danach die Kipphebel selber auch. Den Anschlag der Kipphebel bitte auch, miss dir aber den Abstand der unteren Muttern ab, die sind für die Dekoeinrichtung sehr wichtig. Wenn du alles ausgebaut hast, kannst du den Hebel normal seitlich einfach herausziehen, beim zusammenbau die O-Ringe auch gleich mit erneuern. Vorsicht mit der Feder und dem "Stift" unter der Platte!


    Ich seh schon, ich werd mein Vorhaben, nämlich das Anfertigen eines bebilderten WHB`s für die ED1 Motoren doch nochmal in Angriff nehmen müssen....


    Mfg Tobi

    „Der Bauer träumt – wenn doch oh Herr, mein Fendt ein guter Eicher wär!“

  • Danke für den Tip, Tobi.
    So ein Werkstatthandbuch mit Bildern würde mit Sicherheit vielen Leuten helfen und ne Menge Abnehmer finden. Ich wäre schon mal einer. Ich hatte früher zwar an Dieselloks geschraubt, das Prinzip ist gleich, jedoch jeder Motor anders. Und wie gesagt, ist das schon ne Weile her.
    Ich hab mir das Ganze noch einmal mit den neuen Erkenntissen angeschaut. Ich kann nicht erkenn, wie der Hebel im Gehäuse festgehelten wird. Die federbelastete Platte unterhalb des Dekohebels liegt ja nur von unten an. Es ist kein Stift oder dergleichen zum Festhalten des Hebels zu erkennen.
    Die Kipphebel werde ich eh ausbauen müssen, damit ich die Ventilfedern herausnehmen kann. Die obere Kipphebelbegrenzung hatte ich schon abgebaut. Glücklicher Weise verstellen sich die unteren Muttern nicht und der Abstand bleibt.
    Vielleicht werde ich mir auch einen Hahnenfuss-Schlüssel für die Ratsche bestellen.
    Das sollte auch funktionieren. Mal schauen. Aber der Wechsel des O-Ringes ist auch nicht verkehrt.
    Den einen oder anderen Rat werde ich bestimmt noch brauchen.


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    Gruß Frank


    Mein Eicher ist ein Teil der Familie.


    Eicher ED22 (Bj 1955)

  • Hallo Frank!


    Vereinfacht gesagt, dück die Platte unter dem Hebel mit nem Hammerstiel ganz nach unten, darunter sitzt ne Feder, welche die Platte Richtung Hebel drückt. Halte die Platte gedrückt und dreh den Hebel einwenig, so solltest du ihn jetzt rausziehen können. Zerlegen musst du danach aber so oder so noch, da du ja auch die Ventile ausbauen musst. Die Platte hällt den Deko-Hebel quasi durch den Federdruck in Position.


    Das mit dem WHB war mal so ein Einfall meinerseits, das Problem wird nur der rießige Zeitaufwand sein, der damit verbunden ist. Denn Zeit hab ich nicht wirklich viel, leider :bauer:


    Mfg Tobi

    „Der Bauer träumt – wenn doch oh Herr, mein Fendt ein guter Eicher wär!“

  • Ja, manchmal denkt man einfach zu kompliziert. Ich bin dir echt dankbar dafür. Einfach mit dem Hammerstiel auf die Platte, gegen die Feder, gedrückt und ich konnte die Welle herausziehen. Jetzt wird gleich der O-Ring gewechselt.
    Wie man auf dem Bild sehen kann, ist die Welle in der Mitte im Durchmesser kleiner. In diese Vertiefung wird die Platte, von unten Federbelastet, an die Welle gedrückt. Durch den größeren Querschnitt rechts und links kann die Welle nicht nach außen. Einfach und genial.


    <[Blockierte Grafik: http://fs5.directupload.net/images/170924/m6q9utno.jpg]>

    Gruß Frank


    Mein Eicher ist ein Teil der Familie.


    Eicher ED22 (Bj 1955)

  • So, endlich kam ich dann an die Muttern der Stehbolzen dran und konnte den Zylinderkopf entfernen. Die Kipphebel habe ich auch ausgebaut, ohne Probleme.


    <[Blockierte Grafik: http://fs5.directupload.net/images/170926/t3vldrcm.jpg]>


    Dann hat mich interessiert, ob die Ventile dicht sind. Hab einfach etwas Benzin in die Einlass- und Auslasskanäle gegeben. Somit kann man erkennen, ob die Ventilsitze dicht sind. Das Auslassventil hat ein wenig gesuppt. Das werde ich wohl einschleifen müssen.


    <[Blockierte Grafik: http://fs5.directupload.net/images/170926/jxccc7xm.jpg]<


    Ausgebaut werden müssen die eh, da ich auch die Bauteile reinigen will und das Kipphebelgehäuse vom Zylinderkopf trennen muss.
    Also hab ich mir eine Hilfe gebaut, um die Klemmkegel der Ventile heraus zu bekommen. Einfach eine alte Nuss aufgeflext. Nun konnte ich die Federn mit ner Schraubzwinge und meinem Werkzeug nach unten drücken und die Klemmkegel herauspulen.


    <[Blockierte Grafik: http://fs5.directupload.net/images/170926/mdj6fapr.jpg]>
    <[Blockierte Grafik: http://fs5.directupload.net/images/170926/dx6pdik9.jpg]>


    Jetzt die Federn raus und Gehäuse und Kopf trennen. Dann heißt es erst mal sauber machen und auf die Ventilschleifpaste warten. Ich hoffe die Bilder sind für Wastl hilfreich.


    <[Blockierte Grafik: http://fs5.directupload.net/images/170926/ynotegdo.jpg]>

    Gruß Frank


    Mein Eicher ist ein Teil der Familie.


    Eicher ED22 (Bj 1955)

  • Servus Frank . Danke für die ausführliche Bebilderung , jetzt kann ich mir schon besser vorstellen wie es zu bewältigen ist . Nur eine Frage lässt du den Kopf und den Zylinder einschleifen ? mach doch bitte mal ein Foto vom Motor ohne Kopf . Vielen Dank .


    Gruss Wastl

  • Das Foto mach ich morgen. Was das Abdichten angeht, weiß ich, dass der ED 1 Motor keine Zylinderkopfdichtung hat. Beim Luft gekühlten Deutz ist z.B. ein Kupferring in einer Nut drin, der beim Anziehen zusammen gepresst wird und damit abdichtet. Ich werden mich Wohl bei meinem Motor überraschen lassen, was die Dichtheit Zylinder / Zylinderkopf angeht.
    Kannst ja auch mal unter
    http://www.traktorhof.com/foru…linderkopfdichtung#p24558
    reinschauen. Mehr hab ich auch nicht darüber gefunden.
    Vielleicht kann mir Tobi oder jemand anderes, mit Erfahrung des Zusammenbaus vom ED 1 Motor, einen Rat geben. Auch was das Anziehen der Muttern auf dem Stehbolzen angeht. Das Anzugsmoment hat Tobi mit 130 Nm schon gesagt. Aber gibt es eine Reihenfolge (ich nehme mal an über Kreuz) und muss nach dem Warm werden noch einmal mit einem anderen Drehmoment nachgezogen werden?
    Wäre dankbar dafür. Aber immer eins nach dem anderen.

    Gruß Frank


    Mein Eicher ist ein Teil der Familie.


    Eicher ED22 (Bj 1955)

  • Vielen Dank . Da bin ich mal gespannt . Das der ED 1 keinen kupferdichtring im Kopf hat hab ich schon gewusst . Blasen tut er bei mir nicht am Zylinderkopf , da ist alles bestens . Lediglich die O-Ringe lassen Öl durch und das Gebläse verteilt dann die Suppe . Ist an meinem noch relativ wenig muss aber gemacht werden . Habe mir heute in der Arbeit auch schnell ein Werkzeug gebaut um die Ventilfedern drücken zu können .


    Gruß Wastl