Vorstellung - welcher Traktor? - Hanomag? 2 Takter?

  • Hallo liebe Traktorfreunde


    Ich habe mich neu im Forum angemeldet und möchte mich kurz vorstellen.


    Mein Name ist Josef, ich wohne im Oberallgäu – in der südlichsten Ecke Deutschlands, mitten in den Bergen.


    Von Beruf bin ich Maschinenbau Ingenieur, Schrauben und Basteln macht mir Spass, und auch vor Elektrik habe ich keine Angst.
    Hobbymässig beschäftige ich mich schon lange mit alten Zweirädern und Rollern - und manchmal repariere ich die Mopeds der Jungs aus der Nachbarschaft, wenn sie kein Geld für eine Werkstatt haben.


    Nun steht ein ziemlich runder Geburtstag vor der Tür, und als Geschenk soll es einen Oldtimer-Traktor geben.


    Mein Anforderungsprofil:
    Der Traktor soll nur zum Spazierenfahren dienen oder zur Fahrt auf den Wertstoffhof.
    Wir haben hier ziemlich viele Berge – ebene Strassen gibt es nur wenige -=> ausreichende Leistung – und Bremsen!
    Guten Platz für Beifahrer (Ehefrau und Enkel)
    Gute Ersatzeilversorgung.
    Sehr gerne mit Luftkühlung da gibt es wohl weniger was kaputt gehen kann.


    Meine Favoritenliste:


    Hanomag (Ein R19 war der erste Traktor auf dem Bauernhof auf dem ich aufgewachsen bin)
    Fendt Dieselross oder Fix / Farmer 1 (die Form hat mir schon als Junge toll gefallen) – und schliesslcih stammen die Fendt ja aus unserer Gegend
    HELA – die Form und Farben gefallen mir super – aber wie ist da die Ersatzteilversorgung?
    Ein kleiner Eicher – wegen dem Super Design
    eventuell auch ein Güldner


    Wie Ihr seht muss ich mich da schon noch eine Weile damit beschäftigen um genauer festzulegen was ich will– und sehen was in den nächsten Monaten auf den Markt kommt.


    Ich hätte da ein paar Fragen - vielleicht kann mir jemand ein paar Tips geben


    Hanomag 2 Takter – wie ist denn da die Haltbarkeit/Zuverlässigkeit? - sind die 2 Takt Motörchen robust genug? Haben die genug Kraft um den Berg hoch zu fahren? - der Greif gefällt mir optisch toll!


    Hanomag – Viertakter (z.B. R 16/ R19) – wie ist die Erstzteillage? - Der R 19 den wir als Kind hatten sprang immer extrem schlecht an – Ist das Hanomag-typisch – oder hatten wir nur ein einen Problemfall?


    HELA - wie ist da die Ersatzteil-Versorgung?


    Über Tips und Hinweise würde ich mich sehr freuen.


    Herzliche Grüße aus dem Allgäu


    Josef

  • Moin Josef,


    ein gutes Anliegen und ich denke, wir werden dich hier bestimmt umfassend "beraten" können. Warum in Gänsefüßchen? Da hier oftmals- eben normal in fachspezifischen Foren- gerne die persönlichen Vorlieben der Berater Einzug halten. Das ist nicht böse gemeint, nur eben bei einem solch emotional gesteuerten Hobby sehr menschlich. Darum hoffe ich, es bleibt bei den Ideengebung immer im Einklang mit deiner Intention und wird am Ende nicht beim langen Vorkriegseiler mit Kutschenverdeck und jede Menge Blingbling landen :wink:


    Eine Frage sollte sich aber vorher schon geklärt haben: Auch wenn Hobbies naturgemäß Geld kosten, was ist dein veranschlagtes Budget?


    Denn solltest du auch tiefer in die Tasche greifen können, gibt es ganz tolle "Pärchenschlepper" auf dem Markt.


    Zu den von dir bereits ins Rennen gebrachten Maschinen kann ich aus persönlicher Erfahrung wenig sagen, da ich hier nicht so bewandert bin.


    Generell finde ich auch sehr beifahrerfreundlich, auch wenn man es erst so gar nicht vermutet, den F1L ohne Hydraulik. Ein sehr schlichter und ehrlicher Schlepper mit einem super Sound...darüber hinaus sehr einfach aufgebaut, sehr gute Teileversorgung und günstig im Platzverbrauch und Unterhalt.


    Einfach zwei dieser Soziussitze verbauen, ein schönes Kissen von Lothar Kühnemuth nebst Rohrpolsterung, dann kann das losgehen.
    [Blockierte Grafik: http://up.picr.de/31304874cy.jpg]


    Vglb 15er Eichers sind hier ähnlich gut veranlagt. Wichtig sind eben breite Koter, vllt. sogar gleich die abgeflachten und mit der Sitzmulde gepressten Bleche wie beim Hela D15.
    Die beiden Schlepper sind vergleichbar problemlos im Unterhalt, als der o.g. Deutz.


    Da es allerdings bei dir sehr bergig ist, würde ich tendenziell zu Zwei- oder Dreizylindermaschinen tendieren, welche auch mal souverän den Berg hinaufmarschieren.

    Gruß, Falko
    JD X165 (2012) - JD 5055e (2011) - JD 212 (1979) - JD 110 (1966) - Energic 511 (1956) - MH Pony (1952) - JD B (1938) - JD E (1931) - JD GP (1928)
    Es gilt das © für meine Bilder!
    John Deere Freunde Deutschland.

  • Hallo Falko


    Danke für die interessante Antwort


    Deutz wäre natürlich auch eine Option - der zweite (und letzte) Traktor meiner Eltern war ein 25er Deutz aus den sechziger Jahren.


    Mein Budget liegt bis etwa 7000 Euro.


    Ich freue mich auf weitere Tips


    uns Frohe Weihnachten an alle Forumsmitglieder


    Josef

  • Hallo Josef,
    da du planst, im Bergland zu fahren, würde ich den Zweitaktmotor schon mal streichen. :!:
    1. Krach (wurden früher als Ackermoped oder Düsenjäger bezeichnet)
    2.Bremswirkung (Viertaktmotor mit 3 oder 4-Zylindern bremst den Traktor bergab ohne Betriebsbremse durch gasweg-
    wegnahme)
    3.Luftkühlung ( wegen dem fehlenden Wassermantel lauter, als mit Wasserkühlung, braucht bei Belastung mehr
    Drehzahl, damit genug Kühlluft zur Verfügung steht)


    Interessant ist vielleicht auch, welche Firma in deiner Nähe ist, wegen der Ersatzteilversorgung.
    Mit dem Budget sollte schon einiges machbar sein.


    Gruß,
    Thomas

  • Hallo,


    Immer wieder schwierig hier einen Rat zu geben. Jeder hat seine Vorlieben und rät natürlich zu diesen.


    Von R12 oder auch C115 Greif würde ich abraten, der hat effektiv sehr wenig Leistung und auch keinen schönen Motorlauf.


    R19 ist wirklich ein toller Traktor. Bin selber davon begeistert, da mein Kumpel einen hat.
    Für einen 2Zylinder relativ spritzig und hat den besten Klang, macht richtig Spaß.
    Werde ich mir auch noch zulegen.
    Von einem auffällig schlechten Startverhalten ist mir nichts bekannt. Die ich kenne starten gut. Alles abhängig vom Zustand des Motors.
    Nur eben die Frage wie schnell du am Berg vorankommen möchtest. Solch ein 2Zylinder hat natürlich seine Grenzen.


    Im Internet Zeitalter hat der Standort der Teilehändler nicht mehr wirklich Bedeutung. Bekommt man alles innerhalb ner Woche per Post (bei 3 Restaurationen ohne Probleme geklappt), entscheidend ist nur die Ersatzteillage.


    7000 ist aber ein sehr gutes Budget für ein solches Fahrzeug, vorallem wenn du noch etwas daran machen möchtest.

  • Für 7tsd sollte sich doch ein schöner Eicher Königstiger (EM 300)finden lassen, vllt. sogar mit dem schnellen Getriebe. Robuste Dreizylinder mit einem ordentlichen Hubraum, knapp unter oder genau 40 PS (wg Steuern/Versicherung nicht unerheblich), klassische Fichtel u. Sachs-Kupplung, ZF-Getriebe mit DIN-Teilen, gute ET-Versorgung insgesamt, noch das alte Design der Haube.

    Gruß, Falko
    JD X165 (2012) - JD 5055e (2011) - JD 212 (1979) - JD 110 (1966) - Energic 511 (1956) - MH Pony (1952) - JD B (1938) - JD E (1931) - JD GP (1928)
    Es gilt das © für meine Bilder!
    John Deere Freunde Deutschland.

  • Für sogar etwas weniger Kohle gibt's tip-top restaurierte Fordson Dexta (Dreizylinder), Major ( Vierzylinder). Oder MF35/135 bzw. MF 65/165.
    Power satt, häufig mit Doppelkupplung. Ersatzteilversorgung in allen Fällen traumhaft. Niedriges Preisniveau, da häufig angeboten.
    Top Preis/Leistungsverältnis!


    Gruß, Hendrik

  • Zitat von Shockwave

    Für 7tsd sollte sich doch ein schöner Eicher Königstiger (EM 300)finden lassen, vllt. sogar mit dem schnellen Getriebe. Robuste Dreizylinder mit einem ordentlichen Hubraum, knapp unter oder genau 40 PS (wg Steuern/Versicherung nicht unerheblich), klassische Fichtel u. Sachs-Kupplung, ZF-Getriebe mit DIN-Teilen, gute ET-Versorgung insgesamt, noch das alte Design der Haube.


    Hoffentlich habe ich das mit dem Zitieren richtig gemacht.


    Gelten diese Vorteile (natürlich mit Ausnahme der Leistung/Zylinderzahl) auch für die kleineren Brüder der Raubtierserie (Tiger, Panther)?


    Danke

  • Der Tiger ist technisch sehr ähnlich, also kann man die Vorteile übertragen. Er hat nur merklich weniger Leistung und das merkt man bergauf. Der Panther ist vom Aufbau komplett anders, da andere Art von Getriebe. Da ist der Tiger definitiv interessanter. Gibts auch ab und zu als schnelle Version. Es gibt auch noch den Tiger2 EM235. Der hat auch 3Zylinder wie der Königstiger nur mit weniger Hubraum und kleinerem Getriebe u.a.

  • Hallo Freunde


    Danke für die vielen sachlichen Tips und Hinweise


    Ich habe am Wochenende zugeschlagen und mir einen sehr schön restaurierten Königstiger EM300 gekauft. Der KöTi wurde nicht nur fachgerecht lackiert sondern auch sehr viel technisch gemacht: Auch die Laufbuchsen und Kolben sind neu, neue Reifen, und v.a. sind Kurbelwelle und Getriebeeingang neu abgedichtet.
    Er läuft und schnurrt völlig gleichmässig, das Getriebe macht keinerlei Geräusche.


    Kaltstartverhalten sehr gut


    Am Wochenende wird er abgeholt - dann gibts auch Bilder


    Bis dahin, nochmals vielen Dank


    Josef

  • Das klingt doch sehr positiv, da hast dir aber was größeres als erwartet gegönnt. Ein EM300 ist ein toller Traktor mit sehr schön laufendem Motor und gut Drehmoment untenrum. Wäre auch noch an nem 3Zylinder Eicher interessiert (EM300 oder ED310/500), mal sehen, vielleicht irgendwann...


    Bin gespannt auf die Bilder!

  • Letztes Wochenende habe ich meinen Koeti abgeholt - mit einem gemieteten Planen-Anhänger. Fahrstrecke einfach 300 km - alles hat toll geklappt - trotz Wochenend-Stau auf der Autobahn Richtung Süden. Aber mein Audi hatte doch ganz schön zu ziehen!


    Jetzt muss ich mich nur noch um Versicherung kümmern, ihn anmelden - und hoffen dass der Schnee (und das Salz) von den Straßen verschwinden.


    Hier die ersten Bilder


    Ich hoffe, ich habe das richtig gemacht.


    Herzliche Grüsse aus dem Allgäu


    Josef


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