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Verbindungen im Kabelbaum von Eicher-Traktoren der Raubtierklasse

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    Liebe TH-Gemeinde,

    ich bereite mich vor, den Kabelbaum meines Mammut ED310 in Angriff zu nehmen. Den möchte ich vorab in "Bauteilen" zusammenstellen (Teil links nach vorne zu Scheinwerfern, Blinker und Starter, Teil rechts nach Vorne zu Öldruck, Lima & Hupe, Teil nach hinten, Teil Armaturen und Blinkstockschalter) und nicht als eine Menge von lange durchgefädelten Einzellitzen. Ich möchte im Anlassfall Motor und Getriebe trennen können ohne dass ich diverse Kabelverbindungen trennen muss.

    Bei meinem EKL15/II habe ich die alten Blockverbinder (Form A) verwendet, da ich unter dem Tank genug Rückwand hatte, um diese Blockverbinder festschrauben zu können.

    Bei den Tanks von Mammut, KöTi & Co sieht das ein wenig anders aus. Da ist das Armaturenbrett vorgesetzt und wenig "Fleisch" unterm Tank selbst.


    Wie sehen da die Verbindungen aus? Geschieht das nur durch das Einschrauben in der Sicherungsdose oder unter Verwendung von zusätzlichen Verbindern? (Bsp. Blockverbinder, Mehrfachsteckgehäuse,...). Wie hat das original ausgesehen? Bei meinem ED310 kann ich nicht nachsehen, da die Elektrik noch weniger als rudimentär vorhanden ist.


    Liebe Grüße,

    Sam

  • Hallo Sam,

    also dass Mammuts Raubtiere sind, das wusste ich bis eben gar nicht ;-)


    Ich habe einen Köti II von Anfang der 1970er Jahre und beschäftige mich auch schon seit längerem damit, ihm Abschnittsweise eine neue Elektrik zu verpassen. Bei ihm sind erfreulich viele Blockverbinder eingesetzt, in erster Linie an den Stellen, wo er auch getrennt würde/wurde, Auf Höhe von Kupplungsglocke/Getriebe, Motorhaube, Achstrichter links und rechts. Egal, obs beim älteren Mammut so war - ich würde das auf jeden Fall so auch machen.


    Was mich zentral abschreckt, ist das Armaturenbrett, denn da drunter geht es zu wie bei Hempels unterm Sofa. An der Sicherung direkt nach dem Zündschloss ist mit "Stromklauern" min. 6-8fach gewerkelt. Diese Steckklemmen-Duplizierer sind aufeinander getürmt und warten nur darauf, irgendwo Massekontakt zu bekommen. Dazwischen dann eine Mischung aus Kontaktspray, Spinnweben, Getreidespelzen und toten Fliegen.


    Ich stelle mir vor, dass man einen Kabelbaum sauber nach Plan und mit viel Zollstock (oder Schneidermaßband der fluchenden Ehefrau?) auf einem großen Tisch anlegen kann/sollte. Das begünstigt den Einsatz von Schrumpfschlauch. Super sauber. Die "Heimwerker" gehen wahrscheinlich am lebenden Objekt lang, zwicken das alte Kabel raus und legen sofort das neue. Ich nehme an, dass dies immer die Version ist, wo man auf Traktortreffen dann 500 lose Kabel frei um den Motor sich schlängeln sieht ...


    Viel Glück und Geduld!

    Johannes

  • Hallo Ihr beiden,


    den Kabelbaum am grünen Tisch zu klöppeln halt ich für keine gute Idee. Aber auch nicht Stück für Stück zu ersetzen. Das Zeug ist so dreckig und siffig, da muss erst alles raus.


    Erst nimmt man sich einen Schaltplan und analysiert diesen nach Verbrauchern, Farben und Durchmessern. Alles rausschreiben, Bestellliste machen.

    Raubtier oder Mammut hab ich nicht, aber Blockverbinder am ED 16/II verwendet für einfaches Trennen.


    Es werden natürlich lauter einzelne Leitungen sein, die man erst durch die ganzen Durchführungen zwischen den Verbrauchern, Schaltern, Sicherungen etc. einzieht. Wenn man alle für einen Strang beisammen hat, wird gebündelt in Schutzschläuche. Dann die Kabelschuhe- und ösen angecrimpt. Beim Oldie natürlich die ohne Plastikkragen und dafür mit Schrumpfschlauch isoliert.


    Wo man es nicht sieht, hab ich auch die "modernen" Flachsteckverbinder verwendet. Es empfiehlt sich eine dauerhafte Beschriftung. Stromdiebe gehen jedoch gar nicht.


    So, erstmal genug geschrieben. Hoffe, es hilft.


    Gruß

    Michael

    "'And all those exclamation marks, you notice? Five? A sure sign of
    someone who wears his underpants on his head.'"
    (Terry Pratchett in "Maskerade")

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  • Hallo Michael,

    das hast das genau richtig geschrieben. So mache ich es eh auch. Und ich habe die Antwort, auf die ich gewartet habe.

    Du verwendest dort, wo man nicht einsieht, die modernen Flachstecker.

    Das werde ich mir jetzt für das Kuddelmuddel hinter dem Armaturenbrett auch überlegen.


    Die Prüffrage dazu...

    Wie hat das original ausgesehen?


    Danke und liebe Grüße,

    Sam

  • Die Verbinder verwende ich, wo man es nicht sieht. Da geht Betriebssicherheit vor.


    Die Flachstecker gab es ja schon "immer", aber halt nicht mit dem Plastikkragen. Die unisolierten Stecker/Ösen in Verbindung mit Schrumpfschlauch verwende ich überall. Kein Plastikkragenkabelschuh am Oldie! Da bin ich strikt.


    Original waren auf jeden Fall die Kabelschuhe mit Stecker dran, so dass ein weiterer Kabelschuh drangesteckt werden kann. Die verwende ich auch, wo es passt (nicht fliegend). Oder mehrere Litzen in einen Kabelschuh gecrimpt. Und es gab diese Keramik-Blockverbinder oder-leisten. Wie Lüsterklemmen. Und viele Schraubklemmen, da passen auch mehrere Litzen rein (bspw. am Zündschloss). Der heutigen Sicherheit wegen aber nicht verzinnt, sondern mit Aderendhülsen verpresst.


    Gruß

    Michael

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    (Terry Pratchett in "Maskerade")

  • Hallo,


    hier meine Variante, einen neuen Kabelbaum zu bauen, wenn man quasi keine Ahnung von Elektrik hat.

    Außer, dass es + und - gibt und der Rahmen Masse ist.


    Vor der Demontage zuerst mal reichlich Bilder von allen Situationen gemacht.

    So sah er mal aus:



    Dann alles ausgebaut und dabei Verbindungen durch nummeriert, von Schaltern mit vielen Steckern Bild ausgedruckt und entsprechend eingetragen.

    Nach entfernen der Schalter und Anzeigen aus dem Armaturenbrett gleich wieder zusammen gesteckt.



    Dann alles ausgebreitet und die einzelnen Farben, Querschnitte und Längen ausgemessen und notiert:


    Das mit den blanken und isolierten Steckern war mir gar nicht bewusst, sonst hätte ich mal drüber nachgedacht.

    Dann alles nachgebaut und so wie es war in Schutzschläuche eingezogen.

    Das ganze Nervensystem auf dem Boden ausgebreitet, Masse-Verbund hergestellt und dann: EINSCHALTEN!!

    (Und dabei an Jürgen von der Lippe denken: Rollt er nach links ist alles in Ordnung,
    rollt er nach rechts ist auch nicht schlimm,
    nur wenn er ganz ruhig liegen bleibt,
    dann ist kein Strom drin,
    dann ist der Wurm drin!) :angel::lol2:




    Hat soweit funktioniert, nur der Blinkerschalter und Brems-/Blinkleuchte hat zunächst etwas Probleme gemacht. Hat wohl nicht mehr exakt geschaltet und nach dem der Hebel abgebrochen ist, funktionierte es dann mit dem Neuen.

    Mobile Anhängerleuchten an die Anhängerdose angeschlossen, um auch diese zu prüfen.


    Und dann alles einbauen:

    Hier hat dann alles gleich funktioniert.


    Beim Öfteren Einschalten der Zündung und Verbraucher sowie beim ersten Start und längerem orgeln war immer ausreichend Masse vorhanden.

    Nachdem ich dann draußen mal den Motor abstellte und wieder anlassen wollte, war alles mausetot.

    Da ich fast alle Teile einzeln lackiert habe und die Batterie auf dem Achsbock sitzt, waren die Schraubverbindungen wohl etwas wenig für die Masseleitung.

    Ein Überbrückungskabel an einen Schraubenkopf am Kupplungsgehäuse geklemmt und er ist gleich angesprungen.

    Habe jetzt ein Kabel vom Minuspol unter die Anlasserschraube gelegt, seitdem keine Probleme mehr, springt immer gleich an.


    Super 1250 VL Special
    S 450
    Achtung Schlütermotor!
    Kinder und Kleinvieh aus dem Ansaugbereich!

    Einmal editiert, zuletzt von schlütersim () aus folgendem Grund: mit der neuen Software aus Versehen abgeschickt...

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  • Wie man unschwer erkennen kann, führt auch die Methode mit dem Kontrollaufbau zum Ziel. Mir wäre es allerdings zu aufwändig.


    Gruß

    Michael

    "'And all those exclamation marks, you notice? Five? A sure sign of
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    (Terry Pratchett in "Maskerade")

  • Für Trennstellen nehme ich gerne AMP Superseal-Stecker. Eine wasserdichte, sichere Lösung für unsichtbare Stellen.

    Die nehme ich auch, z.B an den Kotflügeln und versteckt an der Kupplungsglocke unterm Tank oder innen an der Motorhaube. Somit schonmal ne Erleichterung bei Kupplungs- bzw. Bremsarbeiten in der Zukunft.


    Mfg Tobi

    „Der Bauer träumt – wenn doch oh Herr, mein Fendt ein guter Eicher wär!“

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