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Güldner G40s Einstell-Öffnungsdruck Einspritzdüse 3L79

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    Hallo Miteinander,

    habe für meinen Güldner G40s neue Einspritzdüsen beschafft. Bräuchte zum Einstellen aber noch den Öffnungsdruck für den 3L79-Motor. Kann mir jemand weiterhelfen?

    Vorab schon vielen Dank.

    :)

  • Justfendt

    Hat das Thema freigeschaltet
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  • Hallo, 150bar ist richtig. Ich habe sie bei den l79 Motoren immer etwas runter gesetzt auf 125 bar. Verschafft dem Motor einen etwas sanftere Lauf und schont bei Verteilerpumpe die Pumpe.

    Gruß

    Meine Schlepper

    Güldner A20 Baujahr 1940

    Güldner AFN Baujahr 1953

    Güldner ADN Baujahr 1959

    Güldner G45AS Baujahr 1968


    :trecker6:

  • Hallo, 150bar ist richtig. Ich habe sie bei den l79 Motoren immer etwas runter gesetzt auf 125 bar. Verschafft dem Motor einen etwas sanftere Lauf und schont bei Verteilerpumpe die Pumpe.

    Und was hat das für Auswirkungen auf die Verbrennung? Meinst du etwa die Motorenentwickler, allesamt Ingenieure mit viel Erfahrung, haben das nicht haarfein berechnet? Hier können 25 Bar verdammt viel ausmachen. Zudem ist es aus technischer Sicht ebenfalls Blödsinn: Wir reden vom Düsenöffnungsdruck. Der tatsächliche Einspritzdruck steigt während des Einspritzens zunächst stark an. Du schonst also mit zu niedrig eingestellten Düsen keine Einspritzpumpe.


    Bei allen Motor-Einstellwerten und -Daten sollte man grundsätzlich die Vorgaben der Hersteller beachten.

    Viele Grüße


    Eicher EKL15/II
    Eicher 3085 mit FH Synchron
    Eicher 3???


    Machen wir uns nichts vor: Saugmotoren haben leider keine Turbolader...

  • Zitat

    Der tatsächliche Einspritzdruck steigt während des Einspritzens zunächst stark an. Du schonst also mit zu niedrig eingestellten Düsen keine Einspritzpumpe.

    Erklär das mal bitte, wie Du das meinst.

    Wie soll der Einspritzdruck denn beim Einspritzen stark ansteigen? Maßgebend ist der Öffnungsdruck der Düse.

    Und ein herabgesetzter Öffnungsdruck an der Düse schont auch die Pumpenbauteile, wenn auch nur marginal.

    Es muss doch von der Pumpe weniger Arbeit aufgewendet werden, um die Düsennadel zu heben - die Frage ist nur,

    in welcher Größenordung das bei der Lebensdauer der Pumpenbauteile überhaupt eine Rolle spielt!


    Dennoch hast Du natürlich recht mit Deiner Aussage, dass die Einstellwerte des Herstellers einzuhalten sind, ich würde

    darin auch keine übermäßige Belastung der Bauteile sehen, das ist alles mit ausreichend Reserven berechnet worden!


    Es wäre halt interessant zu wissen, um wie viel sich die Lebensdauer der Pumpe erhöhen würde, wenn der Druck um den

    Wert "X" reduziert wird.

    Da das aber keiner weiß, ist das alles Spekulation.



    Gruß, Jörg.

    Fendt 108SA 1975; Fendt Fix 2 1961; Fendt F20GH 1952; Fahr D90H 1956

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  • Das ist ganz einfach zu erklären: Die Pumpe fördert in sehr kurzer Zeit mehr Diesel als durch die Düse durchpasst. Daher steigt der Druck im System schlagartig an. Es dürfte denke ich logisch sein, dass wir hier über ein Phänomen reden, welches entsprechende Einspritzmengen benötigt. Im Standgas ist es zu vernachlässigen, aber unter Volllast sieht die Welt anders aus.


    Bei Güldner habe ich keine Zahlen, jedoch von Eicher EDL-Turbo-Motoren mit Bosch Reiheneinspritzpumpe: Düsenöffnungsdruck 240 bar, maximaler Einspritzdruck unter Volllast bis zu 800 bar. Die wird der kleine Güldner aber sicher nicht erreichen.

    Viele Grüße


    Eicher EKL15/II
    Eicher 3085 mit FH Synchron
    Eicher 3???


    Machen wir uns nichts vor: Saugmotoren haben leider keine Turbolader...

  • Flüssigkeiten kann man aber nicht verdichten.

    Es kann nicht mehr gefördert werden, als mit dem Kolbenhub der ESP auch durch die Düse gedrückt wird.

    Oder anders gesagt, wird "mehr" gefördert, geht diese Mehrmenge auch durch die Düse.

    Genau das passiert ja auch, wenn man die Pumpe "aufdreht" um mehr Leistung und eine dunklere Abgasfarbe zu bekommen.


    Wie soll der Druck aber jetzt auf 800 bar steigen, wenn die Düse bei 240 bar öffnet?


    Gruß, Jörg.

    Fendt 108SA 1975; Fendt Fix 2 1961; Fendt F20GH 1952; Fahr D90H 1956

  • Moin Jörg,


    Flüssigkeiten lassen sich nicht wirklich verdichten, das stimmt. Sehr wohl lässt sich aber der Druck erhöhen. Und die Strömungsgeschwindigkeit lässt du bei deinem Widerspruch komplett außer Acht.


    Einer der Wege, die die Fördermenge nimmt, ist die elastische Volumenveränderung der Einspritzleitung. Die Druckspitzen sorgen dort für ein deutliches Pulsen, daher sollten die Einspritzleitungen eines Motors auch immer gleich lang sein.


    Einfachstes Beispiel:

    Ein Gartenschlauch. Tritt man auf ihn drauf, kommt schlagartig auch ein höherer Druck aus der Öffnung, als es ohne den Tritt passieren würde. Man erhöht kurzzeitig die Fördermenge, die gedrosselte Öffnung kann diese Menge nicht ohne eine Druckerhöhung heraus lassen, infolge des höheren Druckes erhöht sich die Strömungsgeschwindigkeit und die komplette Flüssigkeit strömt in hohem Bogen heraus.


    Genauso läuft es bei der Einspritzung, das ist hinlänglich auf Prüfständen erforscht, bewiesen und dokumentiert worden. Die Einspritzdüse öffnet sich nach Förderbeginn, wenn nämlich der Öffnungsdruck ansteht. Danach steigt der Druck in der Leitung noch weiter und die Strömungsgeschwindigkeit am Düsenaustritt erhöht sich, da in kurzer Zeit wesentlich mehr Flüssigkeit gefördert wird, als bei gleichem Druck und gleicher Strömungsgeschwindigkeit aus der Düse austreten könnte.

    Die Bernoulli-Druckgleichung hilft da womöglich beim Verständnis ;)


    MfG

    Fabian

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  • Hallo Fabian,


    danke für das schöne Beispiel mit dem Gartenschlauch, denn wenn man da drauf tritt, erhöht man eben NICHT kurzzeitig die Fördermenge, sondern man erhöht durch die Volumenverkleinerung den Druck!

    Durch Querschnittsveränderung erhöhen sich Druck und Fließgeschwindigkeit, aber NICHT die Fördermenge!

    Bernoulli-Druckgleichung sagt mir etwas, wenngleich ich die nicht auswendig kenne.

    Aber dafür gibt es ja Google.

    Die Bernoulli-Druckgleichung besagt folgendes:

    "Aus der Druckgleichung ist beispielsweise ersichtlich, dass in einer Rohrleitung eine Geschwindigkeitserhöhung durch Einengung des Querschnittes aufgrund des konstanten Massenflusses im Strömungsverlauf zu einer Verminderung des Druckes führen muss" (Quellenangabe: Wikipedia)

    Und wie steht das jetzt im Zusammenhang mit dem, was Du beschreibst?


    Gruß, Jörg.

    Fendt 108SA 1975; Fendt Fix 2 1961; Fendt F20GH 1952; Fahr D90H 1956

  • denn wenn man da drauf tritt, erhöht man eben NICHT kurzzeitig die Fördermenge, sondern man erhöht durch die Volumenverkleinerung den Druck!

    Durch Querschnittsveränderung erhöhen sich Druck und Fließgeschwindigkeit, aber NICHT die Fördermenge!

    Wenn du die Systemgrenzen deiner Betrachtung richtig setzt, sorgt die Volumenverkleinerung mitten im Schlauch für einen kurzzeitigen Anstieg der Fördermenge am Ende des Schlauches. In diesem Fall kommt das durch die erwähnte Volumenverkleinerung mitten im Schlauch, im anderen Fall durch eine Volumenverkleinerung im Pumpenkörper.

    Wenn du drauf trittst, muss das verdrängte Volumen in kurzer Zeit woanders hin, zusätzlich zu dem ansonsten auch beförderten Volumen. Da der Schlauch idealerweise nur einen Ausgang hat, muss das verdrängte Volumen dort hindurch.


    Die Bernoulli-Druckgleichung besagt folgendes:

    "Aus der Druckgleichung ist beispielsweise ersichtlich, dass in einer Rohrleitung eine Geschwindigkeitserhöhung durch Einengung des Querschnittes aufgrund des konstanten Massenflusses im Strömungsverlauf zu einer Verminderung des Druckes führen muss" (Quellenangabe: Wikipedia)

    Und wie steht das jetzt im Zusammenhang mit dem, was Du beschreibst?

    Ich hab mir wohl gedacht, dass du darüber stolperst :D

    Der Satz gilt wörtlich genommen nur für das Verhalten in einer geschlossenen Leitung, lässt sich aber auch auf die Situation in einer Düse anwenden:


    Wir sprachen vom Ausströmverhalten in der Düse. In der Einengung des Querschnittes der Düse erhöht sich die Strömungsgeschwindigkeit, gleichzeitig ist es ein Ausströmen. Im Falle eines Ausströmens verringert sich der Druck schlagartig, alle Energie geht auf die Geschwindigkeit des Tropfens über. Zuvor, wenn die Flüssigkeit noch vor der Drossel ist, kann sich sehr wohl der Druck erhöhen - bei dann niedrigerer Strömungsgeschwindigkeit an dieser Stelle.


    Die Formel sollte dir zeigen, wie Druck und Strömungsgeschwindigkeit zusammen hängen.

    Dadurch, dass die Ausströmgeschwindigkeit (bei Umgebungsdruck oder auch Verdichtungsdruck, Unterschied kann bei diesem Beispiel erstmal vernachlässigt werden) im Verlauf eines Einspritzvorganges steigen kann, kann auch der Druck in der Leitung vor der Düse steigen.


    Vielleicht hätte ich dich lieber auf die Bernoulli-Energiegleichung hinweisen sollen und damit argumentieren sollen.

    Und, was in jeder Thermodynamik- und Strömungsmechanik-Vorlesung gepredigt wird: Auf die Systemgrenzen achten, nicht wahllos setzen, sonst gibts sinnfreie Ergebnisse.


    MfG

    Fabian

  • Servus,


    eigentlich wollte der TE nur wissen, auf welchen Druck er seine Einspritzdüsen einstellen soll. Das wurde mit dem ersten Beitrag beantwortet.


    Gruß, der Bulldogfahrer


    [Hier werden keine Vergleiche zwischen verschiedenen Usern mehr gezogen, ein für alle Mal! Den Satz hab ich gelöscht und möchte ihn nicht wieder sehen.

    Fabian (Moderator)]

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