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Pflügen mit John Deere Lanz 500

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    So, ich muss mich hier mal als absoluten Pflug-Laien outen.


    Ich habe reichlich Platz (8.600 Quadratmeter) und möchte aus einer Wiese ein kleines Stück Acker machen (bisschen Kartoffel, bisschen Kohl usw.). Da ich auch kein Landwirt bin, fängt es damit schon an. Als erstes pflügen, ist das richtig?


    Wenn das so ist, würde ich mir gerne für meinen 500er einen Pflug zulegen. Habe etwas recherchiert und es gibt den JDL RB500 2-Schar-Wendepflug und die JDL SB100/300/530 2-Schar-Beetpflüge, alle speziell für den 500er.


    Da ich nur einen recht kleinen Acker anlegen möchte (ca. 10 x 20 m), brauche ich aus meiner Sicht nicht unbedingt einen Wendepflug. Könnt ihr das bestätigen? Ich würde die paar Meter rückwärts zurückfahren und dann die nächsten Pfurchen ziehen.


    Gibt es spezielle Dinge, auf die man beim Gebrauchtpflugkauf achten muss? Bei eBay Kleinanzeigen steht gerade ein RB500 drin (Anzeige 1356925800), der mich interessieren würde. Taugt der was?


    Über Tipps würde ich mich sehr freuen.

  • Hallo Micha, es gibt bei jedem Kauf gewisse Dinge zu beachten, auch in dem Fall.

    Wenn Du den Pflug nur brauchst um ein - zwei Reihen Kartoffeln zu setzen wurde ein zweireihiger Reihenbeetpflug vollkommen ausreichen. Mit dem käme Dein JD 500 auch spielend zurecht. Wenn beide der Pflüge passend für Deinen Schlepper sind um so Besser! Damit läst sich auch auf Treffen als zusammengehöriges Gespann immer etwas Eindruck schinden. :)


    Es kommt halt auch auf Deine preisliche Vorstellung an und ist der Pflug in einem halbwegs ordentlichen, funktionsfähigen Zustand. Funktioniert die Wende/ Drehfunktion reibungslos, sind die Anlenkpunkte ausgeschlagen bzw. verbogen. Sind gewisse Dinge wie die üblichen Verschleißteile eines Pflugs, Schaare, Streichbleche und Düngereinleger noch als Ersatzteil erhältlich, im Fall das Du diesen Herrichten willst oder Teile nicht mehr aufzuarbeiten sind.

    Sitzen diese noch fest an den dafür vorgesehenen Verschraubungen und Haltepunkten oder sind diese verbogen, lose, ausgeschlagen oder gar abgerissen usw.:/


    Der Pflug aus der Anzeige (Nr. 1356925800) sieht soweit gut aus und würde zu Deinem JD 500 sehr gut passen. Das größte Problem scheint hier nur der Rost zu sein und ob die Wendefunktion gegeben ist - sieht man ja auf den Bildern nicht.

    Am besten Du schaust Dir das Teil genau an, Zustand, Gesamteindruck und erfragst ob die Möglichkeit der funktionellen Dinge zu Testen besteht, wie z. B. Drehung im angebauten Zustand am Schlepper beim Wendepflug.

    Ist aber eine ganz schöne Strecke von Dir nach Bayern wenn Du Dir den Pflug ansehen willst...:trecker2:


    Mit freundlichen Grüßen

    Wolfgang E.

  • Hi Wolfgang,

    vielen Dank für deine Hilfe. Hab beim Verkäufer schon angefragt, ob er noch dreht/wendet und ob er das bei einem Besuch an seinem Traktor auch zeigen könnte.

    Der Rost schockt mich nicht so sehr. Würde ich eh erstmal auseinander bauen und in der Firme habe ich eine Möglichkeit zum Sandstrahlen.
    Aber mal sehen, der Weg ist soooo weit dorthin 😩😩😩

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  • Moin moin,


    der erste Blick bei alten Pflügen sollten den Verschleißteilen gelten, also dem Schar, der Anlage und dem Streichblech. Wenn die verschlissen sind, wird es oftmals eng mit Ersatzteilen.

    JD hat seinerzeit die Geräte größtenteils bei anderen Firmen zugekauft und unter eigenem Namen vertrieben, viel Bodenbearbeitungstechnik kam von Ventzki. Da dürften dementsprechend die Verschleißteile kompatibel sein - sofern man welche findet.


    Der zweite Blick sollte auf die Schadensfreiheit zielen, bei Pflügen sind dies Schäden wie eine krumme Unterlenkerwelle oder verbogene Grindel.


    Vor dem kompletten Zerlegen sollte der Pflug einmal gezeigt haben, dass er arbeiten kann. Und wenn dann schon die Grundlagen zur Einstellung beherrscht werden bzw. in dem Zuge einmal durchgespielt werden, ist später bei der Montage auch die ordnungsgemäße Grundeinstellung gleich einfacher hinzukriegen. Gerade bei Pflügen kommt es eben auf die Fluchtung mancher Bauteile an, wenn man dafür schon mal ein Grundverständnis entwickelt hat, kann das nur helfen.


    Dass man sich anfangs möglicherweise den Schönheitspreis des gepflügten Ackers mit den Wildschweinen von der Nachbarwiese teilt, ist nicht weiter schlimm, es ist schließlich das Hobby und alles ein Lernprozess.

    Da ich nur einen recht kleinen Acker anlegen möchte (ca. 10 x 20 m), brauche ich aus meiner Sicht nicht unbedingt einen Wendepflug. Könnt ihr das bestätigen? Ich würde die paar Meter rückwärts zurückfahren und dann die nächsten Pfurchen ziehen.

    Einen Wendepflug brauchst du da absolut nicht!

    Wende- bzw. Volldrehpflüge kamen erst im Laufe der Jahre auf, in den 1950er Jahren hat man nahezu ausschließlich mit Beetpflügen gearbeitet. Da hat man bei großen Äckern mehrere Beete (daher der Name...) angelegt, um beim Auf- und Abfahren pflügen zu können. Da gab es dann Spaltfurchen, wenn "auseinander gepflügt" wurde, oder den Zusammenschlag, wenn in der Mitte zusammen gepflügt wurde.

    Bei deinem Einsatz ist der Rückwärtsgang ja eh schneller genutzt als jedes Wendemanöver.


    Du brauchst auch nicht zwingend einen JDL-Pflug. Jeder andere vernünftige Zweischarpflug in der Größe bringt absolut dasselbe Ergebnis. Und steht womöglich auch wesentlich näher an deiner Heimat. Alles von einer Marke zu besitzen war damals schon selten und ist bis heute weitestgehend den Markenfanatikern vorbehalten ;)


    MfG

    Fabian

  • Puh, das mit dem Pflug ist ja richtig kompliziert. Ich lese mich gerade in das Thema ein, aber die Einstellung hört sich für einen Nicht-Landwirt wie mich ziemlich kompliziert an. Und die Auswahl des Pfluges auch. Schaue jetzt nach 2 Schar, Beet oder Wende erstmal egal.

    Aber einzuschätzen, ob einer was taugt, das ist für mich total schwierig.

    Bis jetzt schaue ich danach, dass er vollständig ist und die Pflugscharen nicht total verrostet sind. Alles andere … ???


    Ach ja, ein kleines Probepflügen würde ich mir bei einer Besichtigung auch gerne zeigen lassen, aber dazu ist es noch nicht gekommen.

  • Moin moin,


    nicht rostige Schare und Streichbleche lassen den Boden leichter gleiten, das beeinflusst die nötige Zugkraft und je nach Boden auch das optische Ergebnis. Aber keine Angst, ein Zweischarpflug in passender Größe wird auch mit rostigen Scharen deinen Schlepper nicht überfordern. Je oberflächlicher der Rost, desto schneller schmirgelt der Boden das auch weg.

    Wirklich problematisch wird Rost erst, wenn ein Pflug Jahrzehnte draußen verbracht hat und tiefe Rostnarben oder gar Durchrostungen im Streichblech sind.


    Wichtiger als Rost ist, dass die Anlagen des Pfluges gut sind und die Schare ausreichend Untergriff sowie Seitengriff haben. Komplett verschlissene Schare haben beides oftmals erkennbar überhaupt nicht mehr.


    Hier ist eine schöne Erklärung:

    https://www.oskarsellschopp.de…k/Pfluegen/Anfaenger.html


    MfG

    Fabian

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  • Dieser Eberhardt 2 Schar Pflug (Bär) ist in meiner Nähe. Aber ein Schar ist defekt. Macht diese Beschädigung Probleme, wenn ich einmal im Jahr ein kleines Feld pflüge?



    Der wurde im letzten Sommer noch benutzt. Der Rost sollte daher wohl noch nicht allzu tief sitzen.

  • Noch ne Frage an die Landwirte unter uns:


    Mir wurde heute erklärt, dass ich pflügen plus grubbern plus eggen muss, um aus meiner Wiese einen Acker zu machen und säen oder pflanzen zu können.
    Also brauche ich Pflug plus Grubber plus Egge. Pflug bin ich dabei. Grubber und Egge schaue ich gerade. Dabei fällt mir auf, dass es diese Geräte zum Hinterherziehen gibt, einfach hinter dem Traktor angehängt. Oder auch zum Montieren an die 3 Punkt Heckhydraulik. Sind das alte und moderne Systeme? Ich habe eine Heckhydraulik und stelle mir das viel einfacher vor, da ich somit auch das Arbeitsgerät einfach anheben Und absenken kann.


    Oder denke ich da ganz falsch?

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  • Das ist quatsch. Den Grubber brauchst du nicht.
    Lass das Gepflügte etwas antrocknen und fahre dann mit einer Federzinkenegge (früher auch gerne Kultivator genannt) durch.
    Sowas hier: https://www.ebay-kleinanzeigen…ator-/1393266386-276-7457

    Du musst ja lediglich deinen gepflügten Acker wieder etwas einebnen und ein feines Saatbett erzeugen. Dazu reicht das gut.

    Oder du kaufst einen Grubber und dafür keinen Pflug. Dein Stück Wiese abspritzen (ist auch nicht mehr oder weniger umweltschädlich als pflügen), grubbern, eggen...gleiches Ergebnis.
    Für ein Gemüsebeet ist der Pflug aber die für Laien "einfachere" und "sicherere" Variante was Krankheiten und Unkraut angeht.

    Gezogene Geräte sind von vorgestern. Will seit den Zeiten der Dreipunkthydraulik keiner mehr (mal von ganz modernen gezogenen Geräten mit eigenem Fahrwerk abgesehen).

  • Okay, danke für die Aufklärung.


    Man sagte mir, dass ein Wendepflug besser als ein Beetpflug sei, da ich beim Zurückfahren mit dem Beetpflug den Boden unnötig verdichten würde. Macht das echt etwas aus?

  • Bei deinem Einsatz ist der Rückwärtsgang ja eh schneller genutzt als jedes Wendemanöver.



    MfG

    Fabian

    Wenn Du sowieso auf der Wiese nebenan die paar Meter rückwärts zurück fährst, kannst das außer Acht lassen.

    Es sei denn mal, das Grundstück neben Dir gehört nicht Dir und/oder ist auch ein Acker und keine Wiese.

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  • Platz hätte ich. Würde nach dem Pflügen vorwärts eine Runde drehen und könnte dann wieder vorne einsetzen. Soll ja auch nur ein kleines Stück beackert werden, so ca. 10 x 20 m.

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  • Man sagte mir, dass ein Wendepflug besser als ein Beetpflug sei, da ich beim Zurückfahren mit dem Beetpflug den Boden unnötig verdichten würde. Macht das echt etwas aus?

    Manche Böden sind sehr empfindlich gegenüber Verdichtungen, andere weniger.


    In der Furche selbst zurück fahren macht man eh nur freiwillig, wenn die Platzverhältnisse es überhaupt nicht anders zulassen. Denn die Spur in der Furche ist schmal, da muss man schon etwas gucken und genau fahren, um nicht alles platt zu fahren. Einfacher ist es bei ausreichend Fläche rundherum, entweder daneben zurück zu fahren oder im Vorwärtsgang im Kreis zu fahren.

    Ein Wendepflug bei den geplanten Flächen wäre Unsinn, du müsstest an jedem Ende ein langwieriges Wendemanöver mit dem Schlepper fahren, um wieder in die Furche zu kommen.


    Nach dem Pflügen hast du eine wellige Oberfläche, von jeder Furche eine Welle. Je nach Bodenbeschaffenheit auch unterschiedlich ausgeprägt. Diese müssen für ein glattes Beet eingeebnet werden. Eine Federzinkenegge oder ähnliches reicht für dich vollkommen. Ein einzelnes Eggenfeld einer alten Egge über die Beetfläche ziehen sollten in deinem Fall auch funktionieren.


    MfG

    Fabian

  • Grubber ODER Pflug?

    Der Grubber reißt doch nur, wie eine Egge. Muss nicht erst gepflügt werden?

    Ich hatte bisher gedacht, auf jeden Fall pflügen und danach nochmal mit Grubber bzw. Egge rüber zum „feinkrümeln“.

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  • Ich habe mich nicht verschrieben.


    Grubber ODER Pflug. Aber das muss ja letztlich jeder für sich selber entscheiden.

    Der Pflug dreht halt den Boden - brauchst Du das denn unbedingt?


    Gruß, Jörg.

    Fendt 108SA 1975; Fendt Fix 2 1961; Fendt F20GH 1952; Fahr D90H 1956

  • Hallo Micha,

    ja, das hatte ich ja auch schon geschrieben. Der Grubber reicht zum Umbruch auch, aber du brauchst mehr Arbeitsgänge danach um die an der Oberfläche liegenden Wurzelballen zu zerkleinern und hast danach etwas mehr Unkraut, wenn du nicht vorher alles mit Herbizid abtötest.
    Von daher ist der Pflug mit Sicherheit die einfacherere und schönere Variante für dich. Gehen tut aber alles...

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