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Probleme beim Hanomag R324s

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    Hallo zusammen,


    ich bin neu hier und versuche aktuell unseren alten Schlepper wieder zum Laufen zu bekommen und hoffe auf eure Hilfe.

    Hier mal ein paar Eckdaten:

    Es handelt sich um einen Hanomag R324s, Motor D21 mit 3 Zylindern, BJ 1962, BS 3720. Dieser stand seit ca. 15 Jahren bei uns unbenutzt umher und nun habe ich mich dran gemacht

    ihn zu restaurieren. Ich habe alle wesentlichen Teile (von denen ich Ahnung habe) zerlegt, gereinigt/gesandstrahlt und neu lackiert. Dann habe ich alle Flüssigkeiten erneuert.

    An die Elektrik wollte ich mich erst ranmachen, wenn er wieder läuft. Und da fängt der Ärger auch schon an.

    Durch das Säubern habe ich wohl die Zahnräder verstellt, da ich die Aufnahme der Pumpe draußen hatte. Durch eine selbst gemachte Markierung wusste ich aber so ca. die Einbaulage.

    Dann habe ich ihn wieder komplettiert und versucht ihn zu starten und er wollte natürlich nicht. Also Pumpe raus und ein paar Zähne in die eine und ein paar in die andere Richtung, jeweils immer probiert zu starten. Kein Erfolg. Dann dachte ich, ok, alles von vorne:

    Ich habe den Stirnraddeckel abgebaut, alle Markierungen richtig eingestellt und die Pumpe wieder eingebaut. Ich habe dann noch was von Tropfprobe und so gelesen, aber ich bin der Meinung,

    dass ich diese bei dem Schlepper nicht machen kann, da die Pumpe unten eine Arretierung hat und man sie durch die Aufnahmescheibe nur in einer Position einbauen kann, verbessert mich, wenn ich da falsch liege. Ok, es sind zwei Positionen, aber bei der anderen ist der Förderbeginn von Zyl 1 nicht eingestellt. Also muss nur diese eine Position gehen.

    Gut, nun wieder gestartet und er lief nach ein paar Versuchen. Allerdings kam schwarzer Rauch aus dem Auspuff und aus dem Öleinfülldeckel hat er auch geraucht. Dann habe ich ihn sofort abgestellt. Nun springt er nicht mehr an, sondern qualmt sehr stark (schwarz). Habe gelesen, dass es die Kolbenringe sein können, gehen die von alleine kaputt? Ich meine er hat ja noch nicht viele Betriebsstunden. Oder macht eine lange Standzeit sie kaputt? Nun möchte ich ihn aus Angst nicht mehr starten. Kennt ihr so ein Problem? Sollte ich mir die Kolbenringe mal anschauen?

    Ich muss dazu sagen, ich bin zwar gelernter KFZ Mechaniker, aber in Sachen Schlepper bin ich Laie. Möchte auch nichts zerstören.

    Könnt ihr mir da weiter helfen? Oder hat jemand einen Reparaturleitfaden zum Ausbau der Kolbenringe? Oder kann man ihn bedenkenlos nochmal starten?


    Das wären meine nächsten Schritte:

    -evtl. Ventile prüfen und schleifen

    -Einspritzdüsen ausbauen und reinigen

    -Wenn nötig Kolbenringe erneuern

    -Wenn nötig die Pumpe nachsehen, oder prüfen lassen


    Ich hoffe ich habe hier keinen Roman geschrieben, aber nun komme ich ohne Hilfe nicht weiter.


    Vielen Dank schon mal



    Gruß Nils

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Nils,


    am Motor warst du aber nicht mit dem Sandstrahlgerät, oder?


    Den Förderbeginn des ersten Zylinders hast du aber auch richtig im Arbeitstakt des Kolbens liegen, und nicht im Gaswechseltakt? Dann spritzt er nämlich kurz nach Schließen des Auslassventils ein und kann eigentlich überhaupt nicht laufen. Das würde passieren, wenn du die Pumpe nämlich in der falschen Position auf der Hardyscheibe montierst hast.

    Hier wird das Einstellen des Förderbeginns bei dem Motor gut gezeigt:

    Einstellung Förderbeginn Hanomag D21


    Die Arbeiten bzw. die Fehlersuche solltest du nach Aufwand und Kosten priorisieren, nicht dass am Ende ein kleiner, leicht zu behebender Fehler schon die Ursache war.


    Bevor zu den Zylinderkopf abbaust und am Motor größere Operationen vornimmst, solltest du daher mal die Ventile einstellen. In der Folge die Kompression messen, wenn die schlecht ist, gibt es recht sicher größere Baustellen. Da ließe sich dann über einen recht einfachen Druckverlusttest herausfinden, wo die Kompression verloren geht, ob die Kolbenringe wirklich die Ursache sind.

    Die Einspritzdüsen ausbauen und überholen (lassen) ist sicher auch sehr weit oben auf der Prioritätenliste, nur reinigen hilft in den seltensten Fällen, die Düseneinsätze sollten von fachkundiger Hand gewechselt werden.


    Wenn der Motor nicht festgerostet war, können die Kolbenringe nicht allein durch die Standzeit Schaden nehmen.


    MfG

    Fabian

  • Hallo Fabian,


    vielen Dank für deine Antwort. Nein, am Motor habe ich nichts gestrahlt :). Das Video habe ich auch gesehen und wie gesagt die Pumpe kann nur in zwei verschiedenen Richtungen verbaut werden. Und da er ja kurz lief und nur weil ich ihn wegen dem Qualm aus dem Öleinfüllstutzen ausgemacht habe, ist er ja wieder aus gewesen. Nur leider wollte er dann nicht mehr anspringen. Ich habe den Motor vor dem allerersten Start auch per Hand gedreht, um zu sehen, ob er irgendwo klemmt oder sowas. Den seitlichen Deckel der Pumpe habe ich abgeschraubt und kann sehen, wann der Kolben für Zylinder 1 nach oben geht, daher vermute ich eine richtige Einstellung der Pumpe. Wenn ich die Tage mal wieder Zeit habe, kann ich mal ein paar Videos machen und hier einstellen. Bzw. muss ich erstmal schauen wie das hier geht.

    Ich bin schonmal froh, dass die Kolbenringe durch eine lange Standzeit nicht von alleine kaputt gehen, danke auf jeden Fall für diesen Hinweis. So kann ich ja weiter probieren und mache nix kaputt.

    Aber muss ich die Ventile einstellen, die haben sich doch in 15 Jahren bestimmt auch nicht von alleine verstellt?

    Ich kann mir höchsten Rost oder so an offenen Ventilen vorstellen...

    Ich werde mir erstmal ein Kompressionsmessgerät zulegen, gibt es da Vorschläge für ein gutes Gerät?

    Ansonsten kann man sich nicht einfach neue Düseneinsätze kaufen und einbauen? Die kosten pro Stück 29,90. Oder muss man die einstellen etc.?

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  • Hallo Nils,


    du solltest das Ventilspiel überprüfen ggf. Nachstellen, wer weiß ob das vor 15 Jahren gepasst hat... Ist ja keine große Sache.


    Kompressionsmessgeräte bekommst du bei Amazon aus Fernost für 35,- bis 50,- Euro. Ob die was taugen, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich habe mir vor ein paar Jahren ein gebrauchtes von Motometer gekauft, hiermit bin ich sehr zufrieden.


    Wenn man entsprechend sorgfältig arbeitet, kann man die Einsätze selbst wechseln. Problem ist aber, dass du ohne Einspritzdüsen-Prüfgerät zum einen das Sprühbild nicht kontrollieren kannst und zum anderen den Öffnungsdruck nicht einstellen kannst. Bring die Einspritzdüsen zum Boschdienst oder in eine andere Fachwerkstatt.



    Gruß Tobias

    • Offizieller Beitrag

    Ich bin schonmal froh, dass die Kolbenringe durch eine lange Standzeit nicht von alleine kaputt gehen, danke auf jeden Fall für diesen Hinweis. So kann ich ja weiter probieren und mache nix kaputt.

    Maximal können die Kolbenringe in ihren Nuten festkleben, wenn dort entsprechender Dreck vorhanden ist. Dann haben sie auch nicht mehr die volle Spannung und sind undicht. Ob die Kolbenringe überhaupt Schuld sind, lässt sich mit einem Druckverlusttest herausfinden, der lässt sich im Zweifel auch für jeden Zylinder einzeln durchführen, so dass man dann die (subjektiven) Ergebnisse vergleichen kann.

    Aber muss ich die Ventile einstellen, die haben sich doch in 15 Jahren bestimmt auch nicht von alleine verstellt?

    Während der Standzeit verstellen die sich bestimmt nicht, aber kennst du den Zustand in dem er abgestellt wurde?


    Ansonsten kann man sich nicht einfach neue Düseneinsätze kaufen und einbauen? Die kosten pro Stück 29,90. Oder muss man die einstellen etc.?

    Das Öffnen der Düsenstöcke sollte nicht im Schraubstock geschehen, und der Öffnungsdruck muss auch eingestellt werden. Ein bisschen Ausrüstung gehört also schon dazu.


    MfG

    Fabian

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  • Hallo zusammen,

    vielen Dank für die tollen Hinweise, das hätte ich alleine nie gewusst.

    Ich hatte doch noch etwas Zeit zum Schrauben. Folgende Werte habe ich bei den Ventilen ermittelt:

    Zyl. 1: AV 0,35 EV 0,28

    Zyl. 2: AV 0,35 EV 0,30

    Zyl. 3: AV 0,30 EV 0,25

    Ich kenne die Sollwerte nicht, aber da alle beisammen liegen würde ich auf i.O. tippen.

    Habe auch gleich den Ventildeckel gereinigt, da war, ich tippe auf altes Öl, wie ein Film drauf, der schon abgeblättert ist (wohl beim letzten Start).

    Also alles schön gereinigt und mit einem öligen Lappen wieder eingerieben, damit nix rostet.

    Die Kolbenringe stelle ich nun mal auf Prio 2, da ich mir nun die Pumpe und die Düsen vornehme, oder alles

    in eine Werkstatt bringe. Ich werde am Wochenende mal einen weiteren Start probieren. Gestern ist mir aufgefallen, dass

    der Hebel für die Laststange oder Gasstange oder wie das auch heißt an der Pumpe irgendwie falsch rum funktioniert.

    Also glaube ich, denn wenn ich Gas gebe bewegt sich die Reglerstange nicht und wenn ich die Stange nach hinten ziehe, also

    wenn man das Gaspedal zurück ziehen würde, dann bewegt sich die Reglerstange nach vorne. Welche Position Volllast ist werde ich mal am

    Wochenende prüfen, falls er läuft. Zur Not mache ich mal ein Video. Also es geht langsam weiter :)


    Gruß Nils

  • Ok, das weicht etwas ab. Obwohl ich keinen warmen Motor habe...

    Wo kann ich mir so ein Werkstatthandbuch kaufen?

    Mein nächster Angriffspunkt sind die Pumpe und die Düsen, da werde ich mal bei einer Werkstatt anrufen und fragen

    wie teuer das wird und wie ich das da hinbringen soll. Denn ich habe festgestellt, dass die Pumpe keinen Kraftstoff in den Filter pumpt :rolleyes:

    Oje, noch viel zu tun...

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  • Hallo,


    da kannst du mal bei Ebay oder Amazon schauen, wenn du nach Hanomag Instandsetzungsanleitung D21 suchst, findest du es. Das Werkstatthandbuch ist für den 2-,3- und 4-Zylindermotor (D14, D21 & D28).


    Das Problem hatte ich bei meinem R324 zu Beginn, als der Schlepper zu mir kam. Das Fahrzeug stand beim Vorbesitzer einige Jahre, dadurch setzten sich die Bio-Anteile im Kraftstoff ab. Somit war der Kolben der Vorförderpumpe nicht mehr gängig und der Motor bekam nicht genug Sprit.


    Ich habe die Vorförderpumpe komplett zerlegt, die Teile für ein paar Tage in Benzin eingelegt, anschließend defekte Teile ausgetauscht und dann wieder zusammengebaut.


    Schau auch mal nach dem kleinen Filter, welcher in der Hohlschraube am Eingang der Vorförderpumpe sitzt, sowie nach den Leitungen, ob diese freien Durchgang haben.



    Gruß Tobias

  • Hallo Tobias,


    vielen Dank ich werde da mal schauen. Es gibt übrigens gute Nachrichten, ich habe nochmal alle Düsen, Leitungen und die Pumpe gereinigt und siehe da, er springt an und läuft perfekt. Ich hoffe das bleibt auch erstmal so. Festgestellt habe ich aber folgendes:

    Nach einiger Zeit kommt etwas Dampf/Qualm aus dem Öleinfüllstutzen, liegt es daran das er warm wird und gibt sich das dann? ...habe ihn dann aus Angst wieder abgestellt...

    Dann ist mir noch aufgefallen, dass die Öldruckanzeige bis auf max geht, das sind bei mir 3kg pro cm³ oder sowas. Ich habe gedacht es wäre Luft in der Leitung bis zur Anzeige und habe mal etwas entlüftet, aber die Anzeige geht immer noch bis auf max. Ist das normal? Ich meine Druck zu haben ist ja besser als gar kein Druck.

    Da habe ich noch eine Frage, kann ich den Ventildeckel beim Start auch mal ablassen, um zu sehen ob da Öl oben ankommt, oder spritzt dann alles durch die Gegend?

    Fragen über Fragen, aber ich bin erstmal sehr froh, dass er noch lebt :)


    Gruß Nils

  • Hallo Nils,


    bei dem Qualm aus dem Öleinfüllstutzen kann es sich um Verbrennungsgase handeln. Ich gehe davon aus, dass die Kolbenringe entsprechend verschlissen sind, somit können Verbrennungsgase ins Kurbelgehäuse gelangen. Diese strömen dann an der Kurbelgehäuseentlüftung aus bzw. ins Freie. Die Entlüftung ist beim Hanomag D21-Dreizylinder im Deckel des Öleinfüllstutzens integriert. Ein Weg bzw. Lösungsansatz, um dies zu überprüfen, ist das Messen des Kompressionsdrucks.


    Der Öldruck ist im kalten Zustand des Motors höher und kann schon mal bei 5 - 6 bar liegen. Wird der Motor warm, ändert sich auch die Viskosität des Öls und der Öldruck wird geringer. Welches Öl hast du denn eingefüllt?

    Ein zu hoher Öldruck kann auf die Dauer auch schädlich für den Motor sein, da die Gefahr besteht, dass die Lagerschalen ausgewaschen werden.


    Zum Überprüfen der Schmierung des Ventiltriebs im Zylinderkopf kannst du den Ventildeckel demontieren.



    Gruß Tobias

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  • Hallo Tobias,


    vielen Dank, ich werde den Deckel mal ablassen und schauen. Ein Kompressionsdruckmessgerät habe ich bestellt und werde dann auch nochmal messen.

    Ich habe 15W40 genommen. Den Motor werde ich die Tage mal richtig warm laufen lassen, aber erst muss ich den Kühlerreiniger entfernen und alles richtig ausspülen und neu befüllen. Dann werde ich sehen, was der Öldruck macht. Mal sehen wann ich das so schaffe. Ich halte euch auf dem Laufenden.


    Gruß Nils

  • So, da das Messgerät noch nicht da ist, habe ich wie oben geschrieben den Öldruck geprüft, passt jetzt :)

    Zudem ist der Kühlkreislauf nun auch sauber und hat neue Dichtungen bekommen. Passt auch.

    Ich habe mich nun an die Elektrik gemacht und bin da auf ein kleines Problem gestoßen, vielleicht habt ihr da eine Idee. Ich habe die alten E-Bauteile ausgebaut und durch neue ersetzt. Sprich neues Relais, neuer Lichtschalter, neuer Blinkerschalter und neuer Warnblinklichtschalter. Den Rest kann ich noch verwenden.

    Nun zum Problem, wenn ich die Blinker ohne den Warnblinklichtschalter anschließe funktioniert alles, nur wenn ich den WBLS dazwischen schalte, brummt das Relais. Was ich noch von früher kenne, gab es immer die Klemmen 54 und 54f am WBLS. Diese gibt es nun nicht mehr, wie muss das nun angeschlossen werden?

    Ich glaube er hat: 30, 31, 15, 49, 49a, L, R. Müsste nochmal schauen. Echt kurios, ich habe die Pins auch schon hin und her getauscht.

  • Da hast du wohl einen Einkreiswarnblinkschalter erwischt, wenn du hinten Zweikammerleuchten mit Bremslicht auf dem Blinker hast, funktioniert dieser WBS nicht! Für eine Einkreisblinkanlage gibt es überall Schaltpläne im Netz! Zu beachten ist noch die Sofitte, neue Blinkrelais wollen 21Watt Birnen. Da sollte auch der WBS mitspielen!

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    • Offizieller Beitrag

    Für eine Einkreisblinkanlage gibt es überall Schaltpläne im Netz!

    Die bleiben auch bitte im Netz. Wir haben es schon oft erwähnt, Bilder aus dem Internet zu kopieren und an anderer Stelle hochzuladen verstößt gegen das EU weit gültige Urheberrecht!


    Ein einfacher Link hingegen ist unkritisch. Ich bitte darum zukünftig darauf zu achten.


    Danke und Gruß

  • Ok, wir werden zukünftig auf eine Verlinkung achten. Ich habe mir nun mal Sofitten in 21 Watt bestellt, berichte dann nächste Woche...

    Ich suche einen Wischermotor, kann mir einer sagen, ob da 85° oder 105° verbaut sind?

    Mehr ist das bestimmt nicht, dann wischt er ja aufm Dach :)

    UND: Ganz wichtig, was für eine Frontscheibendichtung könnte ich nehmen, gibt es da Erfahrungen?


    Vergessen, habt ihr auch Vorschläge für Frontscheinwerfer? Da gibt es auch etliche im Netz, keine Ahnung was da gut ist. Bzw. welche Maße man braucht.

    Einmal editiert, zuletzt von Nils K. () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Nils K. mit diesem Beitrag zusammengefügt.

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