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Seltsame Klopfgeräusche MAN 2K2 (Motor 8515 M 172)

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    Der Motor macht bei Betriebstemperatur und meist hoher Drehzahl laute Klopfgeräusche, deren Herkunft ich nicht finde. Klingt zumindest mechanisch. Es sind vom Boschdienst neue Einspritzdüsen eingebaut und auf 175 bar eingestellt worden, als Öl wird ein Einbereichsöl SAE 30 verwendet, beides brachte keine Abhilfe. Die Öldruckkontrolleuchte geht sehr schnell aus und leuchtet beim Abstellen sehr spät auf, so daß ich von gutem Öldruck ausgehe.
    Der vorher eingebaute Motor hatte einen Blockriß und wurde ausgetauscht, machte aber die gleichen Geräusche. Manchmal schon kurz nach dem Start, manchmal fährt man auch 5 oder 10 km, ohne etwas zu hören. Auch kann man den Motor oft selbst im Leerlauf bis Höchstdrehzahl hochjagen, ohne daß das Geräusch entsteht.


    Kennt jemand das Problem und was kann es sein? Scheint mir ein spezielles Problem bei diesem Motor zu sein.

  • Das Problem kenn ich!! Schau mal nach ob folgende Teile enorm viel Spiel haben...


    -Kurbelwellenlager
    -Pleuellager
    -Pleuelaugenbuchse
    -Kolbenbolzen im Kolben


    Bei mir hat der auch nur bei höheren Drehzahlen geschlagen!!!

    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten !!!
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    Mein(e) Trecker:
    Fendt Dieselross F24 LA Bj. 1954

  • Hab ich natürlich schon geschaut, wo es mir möglich war: Motorseitenplatte abgebaut zwecks Ölschlammreinigung und dabei Kurbelwelle und Pleuel ausgiebig in verschiedenen Stellungen versucht zu bewegen, dabei immer die Finger der anderen Hand zwischen Bauteil und ein anderes Bauteil gehalten, um auch kleines Spiel gleich zu spüren. Nichts. Kann also nur noch oben an den Kolbenbolzenlagern sein oder aber es reicht schon ein sehr kleines Spiel, das man ohne Meßuhr nicht erkennt (glaube ich aber kaum). Erstaunlich ist nur, daß das Klopfgeräusch nicht immer da ist, auch wenn Öltemperatur und Drehzahl hoch sind. Ich befürchte das Schlimmste... wenns oben am Kolbenbolzen ist, wirds sicher ein Riesenproblem mit der Reparatur.

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  • Die Kolbenbolzenbuchsen waren bei mir ausgeschlagen. Habe mir darum neue aus Rotguss (Lagerbronze) gedreht und die Buchsen nachher in das Pleuelauge eingeschrumpft. Jetzt ist das Spiel optimal und sollte keine Probleme darstellen.

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    Mein(e) Trecker:
    Fendt Dieselross F24 LA Bj. 1954

  • Wie hast Du den Ausbau bewerkstelligt? Seitlich durch eine Montageöffnung im Motorblock? Hast Du die alten unteren Pleuellager wiederverwendet? Drehen müßte ich mir sowas lassen, ich habe keinerlei entsprechende Ausstattung. Rotguß hatten wir früher in der Firma, heute leider nicht mehr. Da müßte ich sehen, wo ich sowas herbekomme, viel brauchts ja nicht zu sein. Ein kleines Stück Rundmaterial reicht.
    Wie bist Du dem Spiel auf die Spur gekommen?

  • Pleuelstange von der Kurbelwelle demontieren und Zylinderkopf abschrauben. Dann kannste du den oder die Kolben nach oben weg rausziehen (beim Wassergekühlten vorher kühlwasser ablassen). Dann die Sprengringe aus den Kolbenbolzenloch entnehmen und den Bolzen rausschlagen. Nun kann man die Pleuelstange aus den Kolben ziehen.
    Um die Buchsen entnehmen zu können (sind bei mir eingeschrumpft) habe ich die Pleuelstange am Kopf mit einem Bunsenbrenner erwärmt und die Buchse mit Eisspray abgekühlt. Dann kannste ganz einfach mit dem Rohr oder was auf die Buchse draufpasst die einfach rausschlagen. Die Montage erfolgt dann andersrum wobei man darauf achten musst das man die Buchse beim einpressen nicht verkantet (hab die Buchse mit ner Kurbelpresse eingepresst / Pressdruck ca. 8 Tonnen). Aber mit etwas geschickt kriegt man das auch so hin.


    P.S. Die Pleuellager muss ich mir woll neu kaufen. Wollt die eigentlich ausgiessen und dann ausdrehen aber das is auch nicht das ware.

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  • Danke, so genau hätte ich es eigentlich gar nicht gebraucht. Wollte nur wissen, ob Du ohne komplette Motordemontage (wie eben von Dir beschrieben) klargekommen bist oder nicht. Damit könnte ich die Arbeit vermutlich zu Hause ausführen. Nur muß ich nun erstmal wissen, ob tatsächlich das Kolbenbolzenlager hin ist. Wie finde ich das heraus? Einfach mal so den Kopf abbauen um dann festzustellen, daß nichts ist ist (oder auch einfach nichts merken) wegen der nötigen Dichtungen kostspielig.

  • 2K2


    Du kannst mal versuchen die Pleul von der Kurbelwelle zu lösen und dann zu bewegen dann merkst du wieviel Spiel das Pleul am Kolbenzapfen hat.


    Seitlich sollte es etwas spiel haben - ganz wenig - nach oben u. unten natürlich nicht.


    Alexander


    Pleullager selber machen ?! Würde ich nur abraten.
    Pleullagerschalen bestehen aus verschiedenen Schichten Metall.


    Unter der Laufschicht befindet sich eine Schicht Graphit.


    Sollte der Motor einmal ohne Öl laufen nützt sich die Laufschicht mangels
    Schmierung ab und die Kurbelwelle läuft auf der Graphitschicht weiter.


    Zudem sind neue Pleullager nicht teuer - ich glaub fürn Eicher habe ich um die 20 Euro gezahlt pro Zylinder.

  • Ne du bei mir is nur der Grundkörper aus Metall der Rest ist aufgegossener Rotguss. Ich hatte zuerst vor wieder Material draufzugiessen aber das ist mir zuviel aufwand. Das Einzige was ich mir gedreht hab waren die Kolbenbolzenbüchsen weil die einfach herzustellen sind und es günstiger kommt die selber zu machen wenn man die nötigen Mittel dazu hat.

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  • @ fendtman: Kann ich alte Lagerschalen denn wiederverwenden, wenn sie mal ausgebaut waren? Die sind doch in ihrer Originalstellung eingelaufen, ob das so gut ist? Neue wird für den MAN evtl. nicht mehr ohne weiteres geben.

  • Du kannst die Lagerschalen oder weitere Probleme weiterverwenden, außer natürlich die Lager sind außgeschlagen und die Kurbelwelle weisst deutlich Schleifriefen auf (Fingernagelprobe). Einfach mal wenn du kannst die Lager mit nem digitalen Messschieber außmessen um das Lagerspiel feststellen zu können. Dann biste auf der sicheren Seite.
    Neue Lagerschalen wirste mit sicherheit noch bekommen. Einfach mal beim Landmaschinenhändler nachfragen. Dann musste natürlich das Maß der Kurbelzapfen kennen damit der Händler die passende Reparaturstufe bestellen kann!

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  • Man kann solche Sachen auch wunderbar über Motorinstandsetzer beziehen. Die wissen meist nach dem 3. Satz was genau man von ihnen will.

    Viele Grüße


    Eicher EKL15/II
    Eicher 3085 mit FH Synchron
    Eicher 3???


    Machen wir uns nichts vor: Saugmotoren haben leider keine Turbolader...

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  • Ich habe letztens mit einem Bekannten über das Problem gesprochen. Zu einer Lösung sind wir nicht gekommen, aber zu einer treffenden Beschreibung des Klopfgeräusches: Der Motor klingt dann, als würde man ihn mit viel Startpilot anlassen, also wie extrem klopfende Verbrennung.

  • An den Förderbeginn dachte ich zuerst, aber mir ist nicht plausibel, wie der plötzlich auf "früh" gekommen sein könnte. Bei der MAN-Konstruktion kann man den Förderbeginn nicht wirklich verstellen, sondern muß mit Beilagen arbeiten. Drum kommt mir die Sache eigentlich eher unwahrscheinlich vor. Müßte der Motor dann nicht immer klopfen, nicht nur wenn er eine bestimmte Temperatur erreicht hat?
    Eine Möglichkeit den FB zu überprüfen habe ich leider derzeit nicht, dazu bräuchte ich unter anderem (neben schönem Wetter, ich arbeite im Freien) ein eigens ´zur Überprüfung angefertigtes Röhrchen.

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  • Hallo 2K2,


    leider fällt mir dazu auch nicht viel ein, der 8515M172 hat ja keinen Spritzversteller und der FB bei den PFR2-Flanschpumpen wird ja - wie du schon gesagt hast - durch Ausgleichscheiben eingestellt.
    Bei richtiger Voreinstellung verändert sich der FB dann nur, wenn der Rollenstössel Verschleiss hätte, aber das wäre dann eigentlich nicht temperaturabhängig.
    Hast du die Flanschpumpe schonmal ausgebaut und nachgesehen, ob die beiden Stössel noch sauber laufen ?


    Ggf. kannst du ja dein Problem mal im MAN-Forum posten, evtl. findet sich da einer der das Problem kennt.


    Gruss


    Olli

  • Außer den Rüttelversuchen zur Feststellung von übermäßigem Spiel (siehe mein Beitrag weiter vorn im Thread) habe ich bisher nichts unternommen. Ich möchte nach Möglichkeit erstmal soviel Informationen wie möglich sammeln, um dann ggf. gezielt vorgehen zu können. Ist ja eh nicht so einfach, für den Traktor noch Dichtungen und Ersatzteile zu bekommen.
    Dank für den Link zum MAN-Forum, muß dort bei Gelegenheit mal nachfragen (bin gerade dabei, den PC neu aufzubauen mit neuem Betriebssystem und etlichen Softwareinstallationen).

  • Salve.
    Hab mal nachgeschaut was bei meinem so alles klopfen kann:
    1. Düsennadel des Einspritzventils undicht.
    2. Einspritzdruck falsch
    3. Zündzeitpunkt falsch
    4. Motor zu kalt
    5. Pleuelstange hat zuviel Spiel
    6. Schwungrad lose
    7. Heisslaufen eines Kolbens, wenn klopfen bei jeder Umdrehung 2mal auftritt. Dieses erfolgt,wenn Motor bzw. der Betreffende Zylinder überhitzt und somit überlastet wird. Auch bei Ölmangel läuft der Kolben heiss und verursacht dann Kolbenfresser. :(
    Das alles sollte ja soweit bekannt sein.
    Schmutzteile in der Pumpe oder der Düse können sowas auch verursachen. Dann stimmt ja der Förderbeginn nicht mehr. Wenns nicht direkt rausgespült wird ist's mal da und mal nicht.
    Da Christoph

    Das Leben ist ein Scheißspiel..... Aber die Grafik is geil!

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  • Hab diese Woche mal nachgefragt direkt bei ner Fendtvertretung (Landmaschinen Schröder; wers kennt!?). Die Lager gibts es in der Größe die ich brauche nicht mehr zu kaufen. Deshalb habe ich mir die Lager jetzt bei uns inner Firma auf der CNC-Drehbank anfertigen lassen und in der Mitte drahterodieren lassen damit ich zwei halbschalen habe. Geh dann am kommenden Wochende dabei und bau den Motor wieder zusammen.


    Gruß Alex

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