Werkstatthandbuch Deutz 812 / 912

  • 2.69 Zahnkranz vom Schwungrad ( KL 400 ) entfernen .

    Im Bild 505 sieht man wie ich auf der leichtesten Schwungmasse aus einem Kramer KL400 ein 2 Arm-Abzieher auf gespannt habe . In der Mitte der Schwungmasse habe ich 3 Flacheisen mit einer Gesamtstärke von 24 mm gelegt . Ist aber eigendlich zu viel , 1 x 10 mm reicht . Hierzu das Bild 505 . Mit einem Gasbrenner und der Spitze 9-14 habe ich den Zahnkranz von oben und der Seite erwärmt . Es sollte die Temperatur des Zahnkranzes nicht über 150° gehen . Man weiß nähmlich nicht wie die Öberfläche des Zahnkranzes vergütet ist oder nicht . Dazu habe ich keine Unterlagen . Ich habe erst den Zahnkranz unter Spannung gesetzt und dann erwärmt . Nun konnte ich den Zahnkranz etwas ziehen . Anschließend habe ich den Abzieher um 90° verdreht und wieder unter Spannung gesetzt und dann wieder erwärmt . Erst habe ich mit dem kurzen 36er Ring-Schlagschlüssel mit der Hand weiter gedreht dann nur noch mit der Hand . Im Bild 506 sieht man das Endergebnis . Im Bild 507 sieht man den Zahnkranz einzeln und im Bild 508 sieht man die Auflagefläche an der Schwungmasse .

    Werkzeuge bei mir : Großen Abzieher , Gas + Azetylen , Spitze 9-14 , Schlagschlüssel

  • 2.70 Zahnkranz wieder Aufsetzen , leider hier ohne Bilder

    Den Zahnkranz kann man im Notfall sogar drehen , wenn man kein Ersatz mehr bekommt . Für diesen Motor ( F3L812D ) ist es nicht schwer Ersatz zu bekommen aber oft muss man die Schwungmasse ( gebraucht ) mit kaufen . Beim F3L812 und S , F3812D und den Standart F3L911/912 ( erste Ausführung ) sind sie gleich . Aber es gibt beim 912 Sonderderformen . Der Innendurchmesser , mit Zollstock gemessen , ist 359 mm . Laut ETL gab es beim F3L912 auch welche mit einem innenmaß von 365 mm . Das ist abhängig von der verbauten Schwungmasse beim F3L912 . Hier also genauer hinschauen . Der Zahnkranz mit 365 mm ist wesentlich günstiger zu bekommen , schon für unter 100 Euro . Der mit 359 mm kostet neu über 700 Euro . Beim 812 und 812S ist dieser Zahnkranz beim 3 und 4 Zylinder gleich .

    Der Zahnkranz wird wie die Auflagefläche an der Schwungmasse vollständig gereinigt . Im vorgeheizten Backofen bei 100-125° ca 15 bis 20 Minuten erwärmen dann mit Hitzefesten Handschuhen auf der Schwungmasse legen und mit einem Hartholz / Aluminiumstück und Hammer / Fäustel auf Position bringen . Das muss sehr schnell gehen , im Idealfall liegt die Schwungmasse vor dem Backofen .

  • Ende der Winterpause .

    2.71 Kupplung überholen / teilweise erneuern . Informationen / Preise Stand 28.02.2026 .

    Vorweg : Wenn die Kupplung schlecht trennt oder schleift trotz richtiger Einstellung , bedeutet das in der Regel sie ist verschlissen / defekt ist . Was nun ? Es gibt verschiedene Möglichkeiten .

    1. Tausch gegen einer neuen oder einer überholten . Wobei beim Tausch erst das Altteil gefordert wird um festzustellen ob dieses noch überholbar ist . 2. Sie zum überholen senden . In diesen Fall wäre die erste Adresse ZF Bielefeld . Habe da gute Erfahrungen gemacht . 3. Selber Teilinstandsetzen wenn die Basis wirklich noch gut ist .

    Es gab beim Deutz D40L ( 40.2 ) und den 4005 eine Doppelkupplung , Type DO 225/225K . Auch gab es eine Variante als Einfachkupplung , diese war selten . Beim 4006 waren die ersten ebenfalls mit der gleichen Doppelkupplung versehen . Später wurde auf der LUK umgestellt und es gab da noch eine unabhängige Doppelkupplung laut meiner ETL . Die DO 225/225K wurde auch im 3006 verbaut und sollen teilweise im D40 verbaut worden sein .

    Der günstigste Anbieter einer neuen Kupplung wäre Delegro.nl . Hier ein Link : https://shop.delegro.nl/Kupplung-Druck…-4279-4280.html . Hier braucht auch kein Altteil zurückgegeben werden , praktisch und einfach . Der Preis mit 1025 Euro + Versand ist in Ordnung . Eine Überholung ist oft gleich Teuer oder Teilweise teurer oder überholte sind auch teurer . Die Mitnehmerscheiben unterscheiden sich . Getriebeseitig ist der Anschluss 32 x 40 mit 10 Zähne und Motorseitig 26 x 32 mit 10 Zänen . Die LUK beim 4006 hat 17 Zäne und ist wesentlich günstiger , passt aber leider nicht . Die neun Federn sind ab Werk mit der Farbe Blau versehen und sollten die Länge von 51 maximal 52 mm haben . Die Federn haben die SDF Nummer 20418501 . Die 3 Federn , auch Schenkelfedern genannt , haben die SDF Nummer 03387659 . Die Druckfedern und Schenkelfedern sind scheinbar nur bei SDF oder einen freundlichen LAMA zu bekommen . Die beiden Mitnehmerscheiben kosten bei Delegro unter 300 Euro + Versand .

    Ich habe mich für der Variante Nummer 3 entschieden , da die Basis im guten Zustand ist . Nicht verzogen oder die Flächen ungleich . Die Hebel sind weder verzogen oder ungleich . Ich habe eine zweite liegen die ich zwecks Prüfung zerlege . Dann wird eine mit neuen Mitnehmerscheiben wieder zusammen gebaut . Ggf muss ich mir noch 2 neue Schenkelfedern kaufen .

    Ebenfalls habe ich mich entschieden die Schwungmasse gleich auf der großen zu tauschen und so die Kupplung mit der Antriebswelle der Zapfwelle zu zentrieren . Als ETL dient mir die vom D40L , da die Bauteile hier einen Namen haben . Z 1136-2 Tafel 1002 . Die ETL vom 4005 und 4006 ( große Rote ) haben leider nur Nummern die Teilweise veraltert sind .

  • 2.72 Kupplung zerlegen , Teil 1 .

    Im Bild 538 sieht man eine Doppelkupplung vom Type DO 225/225K mit intakten Schenkelfedern . Ich habe aber eine zerlegt mit defekten Schenkelfedern . Um die Abschlussplatte wie die im Bild 515 nicht zu beschädigen , habe ich mir ein Werkzeug gebaut . Gut in den Bildern 509 und 510 zu sehen . Die Stahlteile liegen gut auf und sind zusammen geheftet , mehr nicht . Im Bild 511 und 512 sieht man wie ich die Kupplung mit einem Abzieher , 36er Schlagschlüssel und dem Werkzeug zusammenziehe . Nur so weit das man die 9 Haltescheiben wie im Bild 513 zu sehen sind , mit einem kleinen Schraubendreher raus schieben kann . Keine Gewalt anwenden ! Auch darauf achten das man auf der Gegenseite nichts beschädigen kann . Im Original wurde eine Wilbär-Vorrichtung verwendet . Man kann auch auf der Gegenseite ein Stahldeckel machen und alles mit einer Gewindestange zusammen ziehen . Es gibt mehrere Möglichkeiten . Im Bild 518 sieht man eine Haltescheibe . Sie ist eigendlich ein U und wird durch der Vertiefung gehalten . Wenn alle Haltescheiben entfernt sind , löst man die Spannvorrichtung und entfernt sie . Jetzt sieht man die Abschlußplatte wie sie nach oben geht und die 9 Spannbolzen sieht man nicht mehr . Hierzu das Bild 514 . Nachdem man die Abschlussplatte entfernt hat sieht man die die Druckfedern und die dazugehörigen Spannbolzen . Hierzu das Bild 516 .

  • 2.73 Kupplung zerlegen , Teil 2 .

    Im nächsten Schritt werden die Federn entfernt und die Spannbolzen nach unten raus gedrückt . Die Spannbolzen haben auf der einen Seite einen Pilz und auf der anderen Seite eine Nut für die Haltescheiben , siehe die Bilder 519 , 520.1 und 520.2 . Im Bild 521 und 522 sieht man die Reste der Schenkelfedern . Im Bild 517 sieht man Links eine Defekte und Rechts eine neue Schenkelfeder . Nun dreht man die Kupplung um und entfernt die Anpressplatte Motorseitig . Bild 523 und 524 . Man kann ganz gut erkennen das sie gleichmässig ist und keine Schäden aufweißt . In Bild 525 sieht man eine Bohrung , diese gehört zu den 3 Ausrückbolzen . Auch diese Bohrung prüfen ob sie beschädigt / ausgeschlagen ist . Im Bild 526 sieht man wie die Mitnehmerscheibe im Gehäuse auch Grundplatte genannt liegt . Auch sieht man die 3 Ausrückbolzen . Im Bild 527 sieht man nach dem entfernen der Mitnehmerscheibe die Grundplatte und die auf der anderen Seite liegende Mitnehmerscheibe . Wichtig ist das die " Schalen " zueinander bei der Montage zeigen .

  • 2.74 Kupplung zerlegen , Teil 3 .

    Falls die Schenkelfeder nicht zerstört sind , sind diese zu entfernen . Hierzu sind die umgebogenen Enden im Widerlager gerade zu biegen und dann kann man sie entfernen . Im nächsten Schritt werden die 3 Spannbleche entfernt . Hierzu die Bilder 528 , 529 und 530 . In den Spannblechen ist die Einstellschraube für die 3 Hebel . Wenn die Spannbleche entfert sind würde ich die 3 Ausrückbolzen entfernen . Hierzu das Bild 531 . Jetzt kann man die Hebel umlegen und die Anpressplatte Getriebeseitig entfernen . Hierzu das Bild 532 . Gleichzeitig wird die zweite Mitnehmerscheibe entfernt und die Reste der Schenkelfedern entfernt . Die Anpressflächen optisch prüfen und dann die 3 Bohrungen säubern . Hierzu die Bilder 533 bis 538 .

    Man kann das Werkstatthandbuch H 1099-7 zur D-Serie und Serie 05 auch zu Rate ziehen , aber es sind dort wesentlich weniger Bilder vorhanden . Seite 22 bis 27 . Hier wird das Arbeiten mit den Original Werkzeugen gezeigt und das Einstellen an der Schwungmasse .

    Benötigtes Werkzeug bei mir : Mein selbst gebautes Werkzeug , Abzieher , Schraubendreher , Drahtbürste , 13er Ring-Mauelschlüssel , Akubohrmaschine mit kleinen Bohrer .

  • 2.75 Kupplung zerlegen , Teil 4 .

    Im Bild 536 und Bild 539 sieht man eine der 3 Bohrungen . Einmal Außerhalb und einmal Innerhalb der Grundplatte . Über diese Bohrungen werden Flüssigkeiten abgeleitet .

    Im Bild 540 siehet man ein Spannblech , hierbei ist zu sehen das eine Seite schräg ist . Die schräge Seite zeigt immer nach innen . Im Bild 541 sieht man die 3 Ausrückbolzen . Die beiden Enden unterscheiden sich , ein Ende ist gerade und ein Ende ist leicht gerundet . Die gerundete Seite zeigt in eingebauten Zustand zu den Hebel .

    In den Bildern 542 und 543 sieht man die Hebel . Der Hebel wird mit kleinen Nadeln gelagert , daher habe ich die Hebel noch nicht demontiert . Erst muss ich mir ein Werkzeug bauen um beim Zusammenbau die Nadeln wieder in der Richtigen Position zu bringen . Das heißt das ich ein Stück Rundmetall benötige das etwas kleiner im Durchmesser der Achse ist und geringfügig kürzer als die Breite des Hebels ist . Laut ETL sind 19 Nadeln pro Hebel verbaut .

    Im Bild 544 und 545 sieht man die Abschlussplatte und ihre Ausformung . Die Ausformung dient einmal als Führung der Federn und auf der anderen Seite als Mulde für die Haltescheiben . Hier bitte auf Schäden / Risse achten .

    Um Schenkelfedern auszubauen benötigt man folgendes Werkzeug : Austreiber , kleinen Hammer , Wasserpumpenzange und Spitzzange . Das habe ich beim zerlegen der zweiten Kupplung zusätzlich benötigt .

    Achtung ! Im Bild 546 sieht man das ich die Anpressplatten und die Grundplatte mit Körnerpunkt gekennzeichnet . Die Kupplung ist ab Werk vermutlich gewuchtet worden . Es ist immer besser die Originale Position zu verwenden .

    Es gibt auch die Möglichkeit die Mitnehmerscheiben neu zu belegen zu lassen , das ist etwas günstiger . Hierbei werden die neuen Beläge auf der Grundlage verklebt . Auch kann man die Stärke des Belages anpassen . Macht Sinn wenn für das eigene Modell es keine Mitnehmerscheiben mehr gibt . Zum Beispiel bei https://zeitmaschinen-shop.de

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