Bitte um Beratung für 1 Schar Wendepflug

  • Hallo, ich möchte für unseren 20PS Iseki einen 1-Schar Wendepflug kaufen . Unser momentaner Chinakracher kommt mit unserem schweren Lehmboden nicht zurecht. Das Ergebnis sieht fürchterlich aus. Ich habe einen Fella Victor oder einen Rabewerk Goldammer ins Auge gefasst. Wer hat Erfahrungen mit den Pflügen? Welcher Pflug kommt besser mit Lehmboden zurecht? Welcher Pflug ist hochwertiger? Gibt es noch Ersatzteile?. Gibt es noch andere und bessere Pflüge nach denen ich suchen kann? Danke und LG Lars

  • Heutzutage wird möglichst eher gegrubbert statt gepflügt.

    Nur wenn viel Aufwuchs wie gehächselter Gründünger, Mist, Grasnarbe o.ä. extratief untergearbeitet werden soll, ist Pflügen vorzuziehen.

    Grubbern braucht weniger Schlepperleistung ggü. dem Pflügen.

    Soll doch gepflügt werden, sind besonders auf schweren Lehmböden Pflüge mit "Streifenkörper" zu empfehlen, weil die Erde daran weniger gut haften kann.

    Ohne Streifenkörper bei klassischem Pflug, darf der Pflugkörper nicht zu breit sein für die Schlepperleistung.

    Und bei lehmigen Böden ist einfach auch mehr Geduld für ausreichende Bodentrocknung gefragt:

    Ein sandiger 30er Boden konnte nach nassem Winter bei uns schonmal im Februar gepflügt werden. Auf einem 75er Lehmboden war nach demselben nassen Winter Pflügen erst Anfang/Mitte April möglich.


    Also Streifenkörper, oder schmälerer Pflugkörper, oder viel Geduld.

    Gruß,

    Patrick

  • Hallo, ich muss nur einen halben Hektar pflügen, da kommt es auf den Energieverbrauch nicht an. Für das Legen der Kartoffeln muss ich tief gelockert haben, sonst funktioniert die Legemaschine nicht. Das schaffe ich leider nicht mit grubbern und einem 20 PS Iseki. Da ist der Pflug die optimale Maschine LG

  • Hallo,

    ein halber Hektar Kartoffeln ist schon ganz ordentlich, die könnt ihr nicht alleine essen.

    Ich verstehe nicht viel vom pflügen. Weiß aber von alten Landwirten, dass Fella-Pflüge im Westerwald beliebt waren. Wir haben hier auch schwere, tonige Böden.

    Den Fella Victor würde ich nicht als Wendepflug, sondern als Winkeldrehpflug bezeichnen. Vielleicht hilft die richtige Bezeichnung bei der Suche.

    Gruß Reinhard

  • Hallo, ich muss nur einen halben Hektar pflügen, da kommt es auf den Energieverbrauch nicht an. Für das Legen der Kartoffeln muss ich tief gelockert haben, sonst funktioniert die Legemaschine nicht. Das schaffe ich leider nicht mit grubbern und einem 20 PS Iseki. Da ist der Pflug die optimale Maschine LG

    Klar, dass der Verbrauch pro ha nicht entscheidend ist. Gemeint war, dass etwa Pflüge mit Streifenkörper einfach auch weniger Motorleistung bei gleicher Breite wie ein Vollkörper benötigten, weil die Erde an den Streifen weniger haftet.

    Noch eine Möglichkeit wäre, einen Winkeldrehpflug etwa von Siekmann an den Kleintraktor zu adaptieren.

    Was für alte Einachser gedacht war, schaffen 20 Ps Kleinschlepper dann gut.

    Gruß,

    Patrick

    Einmal editiert, zuletzt von Eifelagria (24. August 2025 um 20:24)

  • Ich konnte leider keinen Einscharpflug mit Streifenkörpern finden. Wenn es komplette Pflugkörper mit Streifenblech oder nur die Streifenbleche für die alten Pflüge geben würde ,könnte ich den Pflug selber bauen oder optimieren. LG

  • Moin moin,

    für lehmigen Boden müssen die Streichbleche spiegelblank sein, sonst klebt das immer. Notfalls mit einer Flex+Schruppscheibe nachhelfen.

    Je nach Hersteller ist selbst die Auslieferungslackierung auf den Streichblechen zu viel, dann muss die runter.

    Streifenkörper für einen Einscharpflug für 20PS-Isekis passend sind mir als werksseitige Ausrüstung nicht bekannt. Die Streifenkörper üblicher Hersteller mehrschariger Pflüge sind eher zu groß für das Zugfahrzeug, wodurch eine Umrüstung passender Pflüge auch eher ausfällt. Von der Kompatibilität der Lochbilder usw ganz zu schweigen.

    MfG

    Fabian

  • Aber auch ein gut rostiger Pflugschar ist doch nach ein paar Furchen wieder spiegelblank.

    Das hab ich, der mit sandigen Böden aufgewachsen ist, auch lange Zeit geglaubt .

    Bis ich bei Freunden dann mal lehmigen Boden mit über 80 Bodenpunkten kennen gelernt habe. Wenn der feucht ist wird man beim Gehen größer, da die Schicht unter den Schuhen wächst. Am Hang rutscht man dann unweigerlich aus wie auf Schmierseife. Auf dem Boden ist selbst leichter Flugrost auf den Streichblechen fatal, das baut sich auch bei trockenen Bedingungrn auf bis der gesamte Durchgang bis zum vorherigen Schar zu ist!

    Grad am Wochenende haben wir dort einen alten schweren Achtschar-Beetpflug nach vielen Jahren Stillstand wieder in Betrieb genommen. Die Streichbleche waren nur leicht rostig, da er immer trocken stand, nur Luftfeuchtigkeit abbekommen hat. Funktioniert hats trotzdem nicht vernünftig, auch nach zwei Hektar mit dem Pflug war nach jeder Spur eine Schicht von 30 cm auf jedem Streichblech, zäh wie Pudding und nur mit Spaten und Hammer zu entfernen .

  • GTfan, klingt interessant und scheinbar waren unsere Böden doch im Vergleich nicht so extrem lehmhaltig. Zumindest ein Bischen Sand war mit drin. Bei viel Nässe "wuchs" man beim Laufen, aber blank wurde doch jeder Schar.

    Danke Dir, nach Jahrzehnten doch noch was gelernt.

    Gruß,

    Patrick

  • Meine Äcker haben Böden um die 40 Bodenpunkte, die direkt unter der Pflugsohle rot sind. Damit wurden früher auch Ziegeln gebrannt. Auch die Zentimeter dicken Unterlagen an den Schuhen kenne ich nur zu gut. Drei Tage später ist er dann hart wie Beton, und bei Trockenheit gibt es Risse mit 2-5 cm Breite und locker 50 cm tief.

    Gepflügt wurde hier 60 Jahre lang mit 25 PS und zwei Scharen. Der Flugrost ist nach wenigen Bahnen weg, die Schare spiegelblank. Zuerst mit einem Eberhardt Volldrehpflug, später mit einem Eicher Winkeldrehpflug.

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