Massey Ferguson MF FE 35 Motor Kompression Überholung notwendig?

  • Hallo,

    Ich bin Hannes, neu hier und habe jetzt ausgiebig das Forum durchforstet, aber zu meinem Thema noch nichts gefunden. Vor ungefähr zwei Jahren erfüllte ich mir einen Traum und kaufte einen MF 35 mit Vierzylinder Dieselmotor, laut Papieren erstmalig am 01.07.1959 zugelassen. Er hat die Kennbuchstaben SDM, also Standard Diesel. Wir hatten viele schöne Stunden zusammen, er sprang auch im Winter und nach etwas längerer Standzeit immer super an. Dann passierte es, der Motor lief plötzlich nur noch Vollgas. In der Einspritzpumpe fanden sich kleine Metallstücke, deshalb wurde er in die Werkstatt geschleppt und eine regenerierte Einspritzpumpe inklusive neuer Einspritzdüsen eingebaut. Das dauerte leider sehr lange und als die Reparatur fertig war, sprang er nach einem halben Jahr Standzeit sehr schlecht an. Die Funktion der Einspritzdüsen wurde nochmal geprüft und anschließend die Kompression gemessen. Dabei kam raus: 1. Zylinder 14bar, 2 Zylinder ca. 18bar, 3 Zylinder 16bar, 4 Zylinder ca. 19bar. Die Werkstatt sagt, der Motor muss auf gemacht und überholt werden.

    Jetzt mein Gedanke: Wenn er vorher lief und aus der Werkstatt kommt und nicht mehr läuft, hat das doch meistens was mit dem Werkstattbesuch zu tun.

    Ich würde mich sehr über eure Erfahrungen und euer Wissen dazu freuen. Diese Fragen gehen mir dabei durch den Kopf:

    1. Hat die Werkstatt evtl. etwas verstellt oder vergessen?

    2. Gibt es ein Dekompressionssystem, was beim anlassen für niedrigeren Druck sorgt? - der Druckverlust auf allen Zylindern würde dafür sprechen.

    3. Ist die Messung mit dem Ergebnis ein klares Zeichen, dass eine Regeneration des Motors nötig ist? Falls ja, wie ist der Aufwand und wer macht das?

    Danke schonmal für eure Hilfe und Grüße

    Hannes

  • Servus Hannes,

    ich kann dir leider die genauen Werte nicht sagen, aber die Kompression bei einem überholten Motor wird bei ungefähr 30 bar liegen. Dass ein Diesel mit unter 20 bar Kompression schlecht anspringt ist kein Wunder bei einer Verdichtung von 20:1.

    Es kann sein, dass infolge des Defekts von der ESP die Kolbenringe oder die Ventile Schaden genommen haben. Dadurch ließe sich die sehr schlechte Kompression erklären. Da man aber die Kompression nicht durch gut zureden verbessern kann, bleibt euch wohl keine andere Wahl, als den Motor aufzumachen und nachzuschauen, wo der (die) Fehler liegt.

  • Moin moin

    Es kann sein, dass infolge des Defekts von der ESP die Kolbenringe oder die Ventile Schaden genommen haben. Dadurch ließe sich die sehr schlechte Kompression erklären.

    Das musst du mir noch mal erklären , wie das zusammenhängen soll.

    Bei allem anderen würde ich meinem Vorredner weitestgehend zustimmen. Die Kompressionswerte sind nicht toll, und da der Motor eh nicht zu den Startfreudigsten gehört, kann da ein großer Teil der Ursache liegen. Eine Wiederholung des Tests mit etwas Öl in jedem Zylinder würde das noch etwas eingrenzen.

    Was aber auch eine mögliche Ursache für schwerfälliges Starten ist, ist ein nicht ganz passender Förderbeginn der Einspritzpumpe.

    MfG

    Fabian

  • Vielen Dank für eure Rückmeldungen!

    Wie eine kaputte ESP, den Motor zerstört würde mich auch interessieren. Wie gesagt, vor dem Wechsel sprang er gut an und lief auch gut (ohne das ich hier einen Vergleich hätte).

    Zum Förderbeginn der ESP, kann es sein, dass das beim Aus- und Einbau verstellt wurde, wie lässt sich das rausfinden? Was grenzt der Test mit etwas Öl im Zylinder ein? Der Mechaniker hat auch schon die Vermutung geäußert, dass die Kompression sich natürlich erhöht sobald der Motor läuft und geschmiert ist.

    Danke und Grüße

    Hannes

  • Moin moin,

    das Öl bei der Kompressionsmessung soll kurzzeitig die Kolbenringe etwas besser abdichten. Wenn das deutliche Unterschiede hervorruft, weist das tatsächlich auf verstärkten Verschleiß in dem Bereich hin. Ein anderer Faktor für fehlende Komoression sind nicht dichtende Ventile.

    Wenn denn die Werte wirklich so niedrig sind wie du schreibst, kann ich kaum glauben dass der Motor zuvor problemlos ansprang. Ein bisschen zweifel ich an den Ergebnissen.

    Zum Förderbeginn kannst du in diesem Thema einiges zu deinem Motor passend nachlesen:

    https://441029.forumromanum.com/member/forum/entry_ubb.user_441029.1203001887.1131225881.1131225881.1.foerderbeginn_wie_man_den_ermitteln_kann-deutsche_ferguson_und.html

    Noch zu deinem ersten Beitrag, die Frage mit der Dekompressionsvorrichtung:

    Der Vorgänger -Motor im TE-F besitzt unterm Amaturenbrett rechts einen solchen Hebel. Bei deinem Motor müsste das eigentlich in der Bedienungsanleitung stehen, besitzt du ein Exemplar davon?

    Eine Dekompressionsvorrichtung hebt jedoch Ventile aus, so dass der Druck der Verdichtung nahe null ist. Eine Reduzierung auf deine Werte ist damit bei korrekter Funktion aller Komponenten nicht erklärbar.

    MfG

    Fabian

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