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Kompression Fendt GT 231, MWM D-308

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    Zuerst mal ein Hallo von einem Neuling an alle Forumsmitglieder.
    Kurz zu meinem "Schützling" - ein Fendt GTs 231 Bj.74. 8000St.
    Habe den GT mittlerweile auf sehr guten Zustand gebracht. Aktuell bin ich beim Motor/Einspritzung gelandet. Meine Frage: Trotz guter Leistung, perfektem Startverhalten, normalem Abgasverhalten und leichtem Abdampfen habe ich ein metallisches Kopfen bei Teillast im Zug (nicht im Schub). Kompression bei Anlasserdrehzahl (ca. 300 Umdr.) kalt ist bei 23, 22 und 17 Bar. Ventile sind auf 0,2 Ein- und Auslass eingestellt. Einspritzdüsen mache ich gerade neu. Sollte ich den Motor weiter zerlegen? :hmm: Danke schon jetzt für Euere Meinungen!

  • ein metallisches klopfen hatte ich auch bei meinem GT220. Bei mir kams aber von hinten, die Kette von der Frontzapfwelle war nicht wirklich gut gespannt. :-)


    Bei meinem GT waren die Zylinderköpfe voll mit Ölkohle. Nach Demontage der Köpfe, Reinigung und Ventile neu einschleifen mit Vor- und Nachschleifpaste hatte ich dann auf beiden Zylindern gleiche Kompressionswerte so um die 22 bar. Mein GT war aber auch als Melkschlepper eingesetzt und hatte sehr viele Leerlaufstunden wo erfahrungsgemäss die Ölkohle nicht verbrennt, weil einfach die nötige Temperatur dazu fehlt. Er hatte auch nur 2400 Stunden.


    Du kannst feststellen ob der Kompressionsverlust "von unten" oder "von oben" kommt, wenn du nach der ersten Messung einfach mal etwas Motorenöl auf die Kolben spritzt. Hast du dann erheblich mehr Kompression als vorher geht die Kompression über die Kolbenringe verloren. Das eingespritzte Öl sorgt da nämlich kurzzeitig für eine Feinabdichtung. Sind Ablagerungen auf den Ventilen die Ursache wird nur eine leichte Erhöhung des Kompressionswertes abzulesen sein.


    Ansonsten sehe ich den Verschleiß als normal an, bei 8000 Betriebsstunden.


    Das metallische Geräusch gilt es in erster Linie mal im Auge zu behalten. Teillastbereich ist auch ein Bereich von Lastwechseln. Diverse Getriebegeräusche die sich übertragen...........


    Vielleicht kannst du das Geräusch genauer identifizieren wenn du die Drehzahl einstellst in dem das Geräusch am deutlichsten zu hören ist. Nimmst dir einen Schraubendreher, hälst den Griff direkt ans Ohr und stellst die Spitze an die vermeintliche "Geräuschquelle". Dann gehst du mit "kritischem" Ohr mal komplett um den Motor und Getriebe rum. Es ist sehr schwierig ein zweites Geräusch zu lokalisieren. Aber ich denke mal, da hilft nur ausprobieren oder zerlegen.


    Du könntest auch mal den Öldruck messen. Wenn das Geräusch von einem defekten Kurbelwellen oder Pleuellager kommt verschwindet da auch Öldruck. Aber das ist sicherlich erst bei weiterem Verschleiß festzustellen.


    Ich hoffe dir damit ein wenig geholfen zu haben.


    Gruß Uli

    Alte Traktorfahrerweisheit: Nicht die Länge machts, hin und her gibt Kilometer. Ist natürlich auf dem Acker gemeint.

  • Hallo Uli,


    danke für die Antwort. Nach weiteren Demontagen bin ich schlauer. Der Motor ist mit seinen 8000 Stunden schlicht an der Verschleißgrenze angekommen. Beim 308ter ist unter 20 Bar nichts mehr zu holen. 2 Kolben haben ein Spaltmaß zur Zyl. Lauffläche von 0,4mm. De facto ist nur noch ein Zylinder in Ordnung. Zusätzlich sind 2 Auslassventile verschlissen (stehen zu tief im Kopf). Da hilft nur noch eine richtige Überholung incl. Pleuellagerschalen. Jetzt kann ich nur noch hoffen, dass die aktuell verbauten Pleuellagerschalen so gut aussehen, dass der Rückschluss auf die Hauptlager der Kurbelwelle positiv ausfällt. Beim 308ter sollte dies aber möglich sein. Nur dann ist dieser Motor mit einem Teileaufwand von ca. 1000 Euro für die nächsten ca. 5000 Stunden fit. Trotzdem ist der Aufwand (neue Buchsen, Kolben, Pleuellagerschalen, Köpfe abdrücken, Ventile checken und gegebenenfalls wechseln, Kopf planen) schon recht enorm. Es kommt noch die Überholung der ESP durch den Bosch-Spezi hinzu und last not least neue Einspritzdüsen. Dann sollte der MWM wieder einigermaßen laufen.

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous ()

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  • Zitat

    Dann sollte der MWM wieder einigermaßen laufen.


    Wenn du das alles machst was du geschrieben hast wird er nicht einigermaßen laufen, dann hast du einen neuwertigen Motor.


    Gruß Uli

    Alte Traktorfahrerweisheit: Nicht die Länge machts, hin und her gibt Kilometer. Ist natürlich auf dem Acker gemeint.

  • Ja neuwertig , aber niemals für wenig Geld ! Und schon garnicht für 1ooo-1500 euro bei MWM :lol2:


    gruß matze

    Mein Schlepper Fendt Dieselross FW237 Bj .1959 mit Über 10.000Betriebsstunden ;-)

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  • Servus Matze,
    hier die ca. Kosten für den D308: KS Zylinderbuchsen mit Kolben (alles Fa. Michaelis Straubing - nicht weit von mir, Angebot auch in Ebay) 710 Euro, Dichtsatz ca. 100, Peuellager, ca. 100, ESP überholen (da darf das Teil aber nicht Schrott sein) ca. 400 (macht ein Bosch-Dienst mit "ESP-Rentner" - Bosch-Dienst Wimmer in Passau), Kleinteile wie Ölwannendichtung, das eine oder andere Ventil ca. 100 Euro. Jetzt kommt die spannende Frage was Mann/Frau selber machen kann. Die Mechanikerstunde kostet bei uns ca. 60Euro incl.- mit einem Profi von der Baywa und Schraubergarantie.
    Sollten die Köpfe total verschlissen sein kannst nochmals mit ca. 220Euro pro Kopf bei Michaelis rechnen - das ist aber hier nicht der Fall.
    Gruß Erich

  • ich denke du sollstest schon mit 1500 rechnen , laut deiner auflistung kommst auf ca 1250 euro .


    Aber einspritzpumpe für 400 is echt billig , ich hab fast 600 bezahlt .


    gruß matze

    Mein Schlepper Fendt Dieselross FW237 Bj .1959 mit Über 10.000Betriebsstunden ;-)