Beiträge von Berndson

    Vielen Dank für eure Rückmeldungen!

    Wie eine kaputte ESP, den Motor zerstört würde mich auch interessieren. Wie gesagt, vor dem Wechsel sprang er gut an und lief auch gut (ohne das ich hier einen Vergleich hätte).

    Zum Förderbeginn der ESP, kann es sein, dass das beim Aus- und Einbau verstellt wurde, wie lässt sich das rausfinden? Was grenzt der Test mit etwas Öl im Zylinder ein? Der Mechaniker hat auch schon die Vermutung geäußert, dass die Kompression sich natürlich erhöht sobald der Motor läuft und geschmiert ist.

    Danke und Grüße

    Hannes

    Hallo,

    Ich bin Hannes, neu hier und habe jetzt ausgiebig das Forum durchforstet, aber zu meinem Thema noch nichts gefunden. Vor ungefähr zwei Jahren erfüllte ich mir einen Traum und kaufte einen MF 35 mit Vierzylinder Dieselmotor, laut Papieren erstmalig am 01.07.1959 zugelassen. Er hat die Kennbuchstaben SDM, also Standard Diesel. Wir hatten viele schöne Stunden zusammen, er sprang auch im Winter und nach etwas längerer Standzeit immer super an. Dann passierte es, der Motor lief plötzlich nur noch Vollgas. In der Einspritzpumpe fanden sich kleine Metallstücke, deshalb wurde er in die Werkstatt geschleppt und eine regenerierte Einspritzpumpe inklusive neuer Einspritzdüsen eingebaut. Das dauerte leider sehr lange und als die Reparatur fertig war, sprang er nach einem halben Jahr Standzeit sehr schlecht an. Die Funktion der Einspritzdüsen wurde nochmal geprüft und anschließend die Kompression gemessen. Dabei kam raus: 1. Zylinder 14bar, 2 Zylinder ca. 18bar, 3 Zylinder 16bar, 4 Zylinder ca. 19bar. Die Werkstatt sagt, der Motor muss auf gemacht und überholt werden.

    Jetzt mein Gedanke: Wenn er vorher lief und aus der Werkstatt kommt und nicht mehr läuft, hat das doch meistens was mit dem Werkstattbesuch zu tun.

    Ich würde mich sehr über eure Erfahrungen und euer Wissen dazu freuen. Diese Fragen gehen mir dabei durch den Kopf:

    1. Hat die Werkstatt evtl. etwas verstellt oder vergessen?

    2. Gibt es ein Dekompressionssystem, was beim anlassen für niedrigeren Druck sorgt? - der Druckverlust auf allen Zylindern würde dafür sprechen.

    3. Ist die Messung mit dem Ergebnis ein klares Zeichen, dass eine Regeneration des Motors nötig ist? Falls ja, wie ist der Aufwand und wer macht das?

    Danke schonmal für eure Hilfe und Grüße

    Hannes

    Hallo Ralf,

    Mein Opa hatte einen K18, den wir immer gemeinsam angeworfen haben. Der steht immer noch da, leider läuft er seit Jahren nicht mehr und die Einspritzpumpe ist abhanden gekommen (falls jemand weiß, wo ich eine her bekomme, ware ich sehr dankbar). Das Anlassen lief normalerweise so ab: Dieselhahn auf, dann musste meistens erstmal die Einspritzpumpe entlüftet werden. Dafür öffneten wir die Schraube oben auf der Einspritzpumpe und drehten die Dieselzufuhr am Einstellrad vorn an der Pumpe abwechselnd in die zwei verschiedenen Stellungen. an diesem Rad wurde der Motor auch abgestellt - muss also eine auf und ein zu Position geben. Wenn keine Luft mehr oben rauskam, wurde die Schraube wieder festgeschraubt. Erst ohne Luft konnte beim Betätigen des Einspritzhebels das typische schnarrende Geräusch erklingen. Dann wurde der Kolben über das Schwungrad langsam gegen den Kompressionswiderstand auf den oberen Totpunkt gestellt und anschließend der Einspritzhebel betätigt, mindestens 20mal, im Winter etwas mehr. Der Deko Schalter unten am Zylinderkopf blieb dabei geschlossen, das Gas auf Standgas. Eine Lunte verwendeten wir meistens nicht. Jetzt kommt der Spaßfaktor: Die Kurbel in beide Hände, tief durchatmen, fester Stand und los gehts - jetzt hast du zwei Umdrehungen Zeit auf genügend Schwung zu kommen um die nächste Kompression zu überwinden - so lief er immer sofort. Wahnsinns Gefühl die Kompression zu besiegen. Du musst dich natürlich auf etwas Rückschlag gefasst machen wenn du nicht drüber kommst, ist aber auszuhalten, nur etwas frustrierend, weil es dann nochmal von vorn losgeht.

    Alternativ haben wir das zu zweit erledigt, einer dreht an, einer zieht den Kompressionsschalter auf Kommando raus - ziehen und eine viertel Umdrehung, dann rastet er wider ein. Ich halte es für fast unmöglich beides gleichzeitig zu machen, weil du dann die Kurbel nur noch mit einer Hand drehst, die dir dann im Zweifel um die Ohren fliegt, deshalb habe ich allein immer die Variante "ich gegen die volle Kompression" gewählt - macht auch mehr Spaß. Kann sein, dass das nicht der Masterweg ist, aber so lief es bei uns.

    Grüße

    Hannes