Hallo Lars,
als Besitzer eines grauen TE-F (Diesel) und eines FE35 (Vierzylinder-Benziner) kann ich dir auch noch ein paar Dinge mit auf den Weg geben.
Achte auf Spiel in den Streben der Vorderachse, die jene in Richtung der Pedale abstützen. Beim Lenken sollte der Mittelachsträger nicht zu sehr "mitlenken", das würfe auf kräftigen Verschleiß an mehreren Stellen hinweisen. Gerade der Mittelachsbolzen ist beim grauen Ferguson eine gewisse Schwachstelle, schließlich lässt er sich nicht abschmieren. Zwischen diesem Mittelachsbolzen und der Achsschwinge sollte daher nicht übermäßig viel Spiel sein. Bei gekippter Motorhaube lässt sich da einigermaßen hin blicken und fühlen. Mit einem Wagenheber unterm Vorderachsträger lässt sich das nochmals besser beurteilen.
Die Kotflügel sind gern in den unteren Bereichen durchgerostet, dort wo die Verstärkungsbleche sitzen. Kein echtes Hindernis für jemanden mit Schweißgerät, auch neue Ersatzteile sind halbwegs erschwinglich.
Am Heckkraftheber sollten die Bolzen und Buchsen nicht allzu sehr ausgeschlagen sein. Insbesondere der lange Bolzen, der am Hinterachsgehäuse durch vier Führungen geführt wird, verdient genauere Blicke. Den Bolzen selbst gibt es neu zu kaufen, aber bei unsachgemäßer Nutzung oder übermäßigem Verschleiß ist gerne mal eines der Augen am Hinterachsgehäuse ausgebrochen, dann müsste dieses komplett gewechselt werden.
Der vom Verkäufer erwähnte Zugkraftverstärker wird vermutlich die sogenannte Hitch sein:
Dazu braucht man dann einen passenden Anhänger, sonst ist die nutzlos:
Ein solcher Anhänger steht auf dem einen Bild deines ersten Artikels im Hintergrund.
Ansonsten sind die Ferguson dankbare Fahrzeuge mit Fahrspaß, günstigen Preisen in Anschaffung und vor allem Ersatzteilen, extrem guter Ersatzteilversorgung (etwas verkompliziert durch den Brexit...).
Wie möchtest du dein Boot denn ziehen? Genauer gesagt, mit was für einer Zugöse ist das denn ausgestattet? Die "normalen" Zugmäuler wie sie ansonsten jeder Traktor und LKW besitzt sind bei den Ferguson aufgrund der Eigenheiten des Ferguson-Systems eher selten anzutreffen. Eine Kugelkopfkupplung sollte an den Schrauben unterhalb des Hinterachsgehäuses befestigt werden. Ein Kugelkopf an der Ackerschiene ist nur auf den ersten Blick eine gute Idee, eigentlich aber technisch ohne gewisse Vorkehrungen halsbrecherisch und nicht ohne Grund in Deutschland nicht erlaubt.
Viele Grüße,
Fabian