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Beiträge von Hinnerk

    Hallo Johnannes,


    Danke für deinen Beitrag. Es freut mich, wenn dir meine Berichte gefallen. Der Neuaufbau des Farmalls zieht sich jetzt schon so lange hin, das hätte ich nie gedacht. Aber es ist halt Hobbykram... und wenn ich mal keine Lust auf Farmallschrauben habe, bleibt es halt mal für ein paar Wochen (oder Monate) liegen.


    Wenn's denn tatsächlich soweit ist, dass ich ihn zum ersten Mal anlasse, wird die Kamera mitlaufen. Versprochen.


    Gruß, Hendrik

    Moin,


    nun wollen wir uns mit dem Kühler beschäftigen. Als der Farmall zu mir kam, war ich vom guten Zustand des Kühlers angetan. Leider waren die Befestigungsschrauben bzw. Stehbolzen, mit denen der Kühler auf dem Vorderachsträger verschraubt ist, allesamt total festgerostet. Trotz wochenlangem einweichen mit Rostlöser etc. war ein zerstörungsfreies Lösen nicht möglich.

    Nach der Demontage des alten Kühlers konnte ich also sagen: "Operation gelungen, Patient tot.".


    Glücklicherweise gibt es für die Farmall H und M neue Kühler zu kaufen. Also nochmal die Zähne zusammengebissen und tief ins Portemonnaie gegriffen.


    Hier sitzt der neue Kühler bereits an seinem Platz. Durch die Vorderachskonstruktion ist für die Montage verdammt wenig Platz vorhanden, sodass ich zuvor den Vorderachsträger mit dem Hoftrac anheben und ihn einige Zentimeter (Entschuldigung: Inches!) aus dem Halbrahmen ziehen musste. Dadurch klappte es.


    Ebenfalls hinter sich hatte es Kühlerablaufrohr, welches löchrig wie ein Schweizer Käse war. Ab in die Tonne damit. Ein neues ist problemlos und günstig erhältlich. Offenbar gibt es eine entsprechende Nachfrage...


    Neben dem Kühlerdeckel war die Verschluss-Flügelmutter auf dem Ablassröhrchen das einzige, was ich vom alten Kühler retten konnte. Allerdings waren die beiden Flügel abgebrochen. Ich feilte mir neue zurecht und schweisste sie an.


    Und jetzt, nachdem der Kühler montiert war, juckte es in den Fingern:

    Yes, a Farmall again, finally!

    ...nur mal eben provisorisch den Kühlergrll draufgesteckt, um die Passungen zum neuen Kühler zu kontrollieren. Hier werde ich noch das eine oder andere Loch bzw. Gewinde nacharbeiten müssen, aber grundsätzlich sieht's schon mal toll aus.

    Als nächstes geht's an den Tank, der sich oben schon ins Bild geschlichen hat.


    Gruß, Hendrik

    Moin,


    in kleinen Schritten geht's weiter. Es folgten nun die vorderen Radnaben mit ihren Lagern.


    Eine der beiden Radnaben war leider nicht mehr so ganz fit:


    Drei mal gebrochen, zwei mal wurde geschweisst. Nun, Billy Bob war hier relativ schmerzbefreit, irgendwie hat's ja auch einige Jahre gehalten.

    Da ich mit dem Farmall zukünftig gern mit gutem Gewissen und dem Segen des Tüffs auf öffentlichen Straßen unterwegs sein möchte, musste hier gehandelt werden.


    Eine Reparatur kam für mich an dieser Stelle nicht in Frage, es musste ein unversehrtes Originalteil her. Das war überhaupt kein Problem, denn in den USA liegen hunderttausende von diesen Radnaben bei Teilehändlern und Schrottplätzen herum. das Bild oben zeigt meine Ersatz-Radnabe aus den USA... 10$, als Beipack zu meiner letzten Großbestellung inkl. Radgewichten kamen nichtmal Versandkosten hinzu.

    Die Radnabe ist in vollkommen unversehrtem Zustand, ein kompletter Satz neuer Radlager ist hier aber obligatorisch.

    Filz- und Simmerring sind Bestandteile des Lagersets, massig Fett gab's von mir dazu.



    Endgültige Montage des vorderen Radsatzes:

    Dieser Anblick motiviert ungemein...


    Und hier haben wir sie wieder: die Silhouette, die das weltweit bekannte IH-Zeichen prägte.


    Gruß, Hendrik

    Moin,

    deine Lima sieht aus, als wäre sie nicht mehr die erste. In diesem Fall kann es sein, dass die Ersatz-Lima beerits für Minus = Masse ausgelegt ist. Schau sie dir mal genau an, diese Information ist manchmal ins schwarze Gehäuse eingeschlagen.

    Neue Lichtmaschinen, auch für Dexta und Co., sind immer Minus = Masse ("negative ground").


    Gruß, Hendrik

    Moin Andreas,


    grundsätzlich ist es richtig, dass der Plus-Pol der Batterie an Masse geht. Das ist bzw. war üblich bei so ziemlich allen britischen und US-amerikanischen Schleppern. Die Polarität ist für das Anschließen von Lichtmaschine und Regler wichtig, nicht jedoch für den Anlasser. Der Anlasser wird immer richtig herum drehen, egal wie die Batterie angeschlossen ist.

    Die Frage ist jetzt, welche Lichtmaschine und welcher Regler verbaut ist. Fotos wären hier enorm hilfreich.


    Gruß, Hendrik

    Moin,


    die beiden Befestigungsschrauben bzw. Muttern sollten recht einfach erreichbar sein:


    Bei deinem B sollte es genauso aussehen. An beide Schrauben bzw. Muttern kommst du mit einem Ringschlüssel oder einem Ratschenschlüssel ran, ohne andere Teile demontieren zu müssen.


    Die Kurbelwelle soll ein axiales Spiel von 0,13 bis 0,25 mm haben. Dieses wird links an der Kurbelwelle gemessen, wo auch das Schwungrad sitzt. Es wird durch verschieben des Schwungrades auf der Kurbelwelle eingestellt.

    Lass' dich nicht durch die axiale Veschiebung der Riemenscheibe beim Aus- und Einkuppeln verunsichern. Konstruktionsbedingt bewegt sich die Riemenscheibe beim Kuppeln stets etwas rein und raus, was man leicht fälschlicherweise als enorm hohes axiales Spiel der Kurbelwelle interpretieren kann.

    Gruß, Hendrik

    Moin,


    ich glaube nicht. Mach' dein Schlepperchen gründlich sauber und lass' es trocknen. Ggfs. mit Druckluft nachhelfen. Mach' da keine allzu große Wissenschaft draus. Einfach machen! Der Schlepper soll ja schließlich seine Patina erhalten... also seine gebrauchte Optik.


    Gruß, Hendrik

    Auf Oberflächen trage ich es sparsam mit 'nem Lappen auf, gründlich einreiben und dann nachwischen. Unter den Kotflügeln nehme ich eine Ölsprühpistole und 6 bis 8 bar... und dann "gib ihm!", bis es unten wieder raustropft.


    Der wesentliche Bestandteil von Owatrol ist übrigens Leinöl.

    Da ich weder Karosseriebauer, Lackierer noch Chemiker bin, kann ich dir die Frage nach dem Korrosionsschutz nicht 100%ig beantworten. meinen Hanomag R22 habe ich nun vor mehr als zehn Jahren mit Leinöl behandelt. ich wage zu behapten, dass er seit dem nicht rostiger geworden ist.

    Natürlich kommt es auf den Einzelfall an. Steht der Schlepper trocken? wird er häufig im Regen gefahren? Oder gar mit einem Hochdruckreiniger gewaschen? etc. pp.


    Der Unterschied zwischen leinöl und Leinölfirnis ist ein Zusatz im Leinölfirnis, der es schneller trockenen lässt. Leinöl gibt's im Tiernahrungsgeschäft, Leinölfirnis im Baumarkt.


    Gruß, Hendrik

    Moin Frank,


    mein B lief, als ich ihn vor einigen Jahren bekam, wie in Sack Nüsse. Er sprang zwar an, knallte dabei aber und lief anschließend unrund,

    Den Vergaser habe ich die USA zum überholen geschickt:

    Robert's Carburetor Repair

    Das sind Profis. Ich habe die Investition nicht bereut und werde den Vergaser meines Model D, wenn er denn endlich mal drankommt, sofort dort hin schicken.

    Mein Magneto war ebenfalls jenseits von gut und böse. Da habe ich mir einfach einen neuen bei Steiner gekauft. Ein Paar neue Zündkerzen und Zündkabel samt Stecker... fertig. Er läuft seit dem absolut traumhaft und springt gut an.


    Du brauchst bei deinem Popper nicht anfangen, hier bei John Deere-Händlern oder einem Boschdienst irgendwelche Teile zu kaufen. Das kannst du getrost vergessen.

    Entweder direkt in den Staaten oder z.B. hier: Histoparts


    Gruß, Hendrik

    Moin,


    wenn du hier in mein Album oder auf meine HP schaust, siehst du Schlepper, die sich Originalzustand mit Patina befinden. Alle habe ich mit Leinölfirnis konserviert.

    Wenn du unbedingt Rost entfernen möchtest, mach' es mit Drahtbürste oder Schmirgelpapier. Bei meinen Schleppern habe ich keinen Rost entfernt. Leinölfirnis dringt in die Rostporen ein und härtet aus. Ich konnte bei meinen Schleppern bisher nicht feststellen, dass es unter der Leinölschicht weiterrostet.


    Das Leinöl ist in den ersten Tagen und Wochen glänzend, stumpft dann aber von selbst ab und hinterlässt eine kräftig-dunkle Oberfläche.



    Hier siehst du meinen Fordson, frisch mit Leinölfirnis behandelt. Sieht hier, weil frisch, noch ein wenig speckig aus... mittlerweile schon längst matt, wie es sein soll.

    Das Zeug ist nicht teuer... probier's einfach mal aus!


    Thema blanke Schrauben: nimm einfach verzinkte Schrauben und besorge dir Brünierungsmittel, mit dem du vor oder nach der Montage die Köpfe und Muttern behandelst. Klappt super!


    Gruß, Hendrik

    Hallo Jonny,


    auch von mir willkommen hier. Und es freut mich, einen weiteren Freund amerikanischen Alteisens gefunden zu haben.

    Wenn du aber in diesem Forum möchtest, dass man dir hilft und mit dir kommuniziert, dann solltest du vielleicht auch etwas mehr als nur ein Smiley schreiben. Du weisst schon, vollständige Sätze und so weiter.


    Gruß, Hendrik (der regelmäßig teile in den USA bestellt)

    Moin,


    wie zuvor angekündigt, sollte es als nächstes an die "Vorderachse" des Farmalls gehen. In dieser Ausführung mit den charakteristischen eng zusammenstehenden Vorderrädern gibt's nur wenige Verschleißstellen, da Schubstangen, Kugelköpfe und Gelenkbolzen fehlen.


    Trotzdem, auseinander damit:


    Im wesentlichen besteht die Vorderachskonstruktion aus drei massiven Teilen: Lagerbock mit Gehäuse für das Lenkgetriebe, Lenksäule, Vorderachse. Die beiden letztgenannten sind hier noch verschraubt.
    Wie man schön sehen kann, muss aufgrund der senkrechten Lenkwelle die kleine Welle zum Andrehen per Handkurbel umgelenkt werden. Deswegen steht der kleine Aufnahmezapfen schräg aus dem Lagerbock heraus. Die Andrehvorrichtung war leider wegen langjähriger Nichtbenutzung festgerostet.
    Nun musste alles erstmal gründlich gereinigt werden, bevor es mit der näheren Begutachtung weitergehen konnte.



    Hier die Lenksäule und der Vorderachsbock nach der Reinigung. Den Andrehmechanismus konnte ich mit viel Rostlöser und unzähligen Hammerschlägen wieder gangbar bekommen. Die Lenksäule hat in seiner Führung im Lagerbock kein merkliches Spiel. Hier gab es also keinen Handlungsbedarf.



    Das Schleppergewicht lagert auf einem einzelnen Axiallager. Da ich ja sowieso alles auseinander hatte, entschied ich mich, nach 75 Jahren hier ein neues Axiallager einzubauen. Leider fand ich keines mit exakt gleichen Abmessungen wie das Original. Ich nahm also eines, welches vom Außendurchmesser weitgehend passte. Die zu geringe Höhe glich ich durch Beilagscheiben aus. Den zu großen Innendurchmesser reduzierte ich durch eine Buchse, welche auch die Zentrierung der Beilagscheiben übernimmt. Links im Bild das alte Drucklager, rechts meine Eigenkreation.



    Probemontage. Alles passte wunderbar auf Anhieb. Kein merkliches Spiel, leicht und geräuschlos drehbar... saugend und schmatzend. Konnte so bleiben.


    Gruß, Hendrik