Hallo Josef,
damit kann ich deine Aussage gut nachvollziehen, danke für die Erklärung. Allerdings stellt sich mir die Frage wie der von dir beschriebene Fehler unter Last für 5 Volt an Klemme 30 des Anlassers verantwortlich sein soll. Faktisch müsste dies ja bedeuten, dass der Innenwiderstand des Starters kleiner ist als der Widerstand einer intakten Leitung. Wenn man deine Angaben mit den Daten des hier verbauten Starters sowie den am Anlasser 5 Volt anliegenden Messwert des TE durchrechnet kann man diese Möglichkeit sicher ausschließen.
Es bleibt also dabei, dass der Fragende hier ausschließlich mit Spannungsverlustmessungen weiterkommt, zumal der Übergangswiderstand von 0,3 Ohm hier massive Auswirkungen zeigen würde - Voraussetzung ist selbstverständlich dass die genannten Werte auch korrekt sind.
Zwischen Batterie - und Anlasser Klemme 30 stehen unter Last nun mal 4-5V an, also ist ein Spannungsabfall von 12V-4V= 8V da!
Herzlichen Glückwunsch, die Leitung ist im Eimer. Fehler gefunden.
Einmal schriebst du Wiederstände wirken sich aus und dann Wiederstände beweisen nichts???
Ich bin nun mal kein Elektriker sondern Mechaniker, daher hab ich auch nur Elektrogrundkenntnisse und die hören bei Wiederständen auf, aber mir wurde beigebracht ein hoher Wiederstand verhindert Stromfluss. Also umso geringer der Widerstand umso besser.
Widerstände wirken sich nur bei Stromfluss aus -> Grundlagen Elektrotechnik. Mit deinem Messgerät schickst du nun winzig kleine Ströme durch die Starterleitung, das Multimeter errechnet den Widerstand. So weit, so einfach. Oben schreibst du, dass 0,3 Ohm auf der Starterleitung gemessen wurden. Damit wäre die Starterleitung nach den Grundsätzen (Leitungswiderstand 1 Ohm zul.) als in Ordnung zu bewerten. Sie ist aber defekt!
Rechnerischer Beweis:
Wir basteln uns eine Ersatzschaltung, sprich Widerstand Anlasser und Widerstand der Leitung:
3,1kW entsprechen 3100 Watt.
P=U*i => P/U=i => 3100W / 12V = 258,33 Ampere
Innenwiderstand Starter:
U=R*i => R=U/i => R=12/258A => R= 0,04645 Ohm
Jetzt addieren wir deine 0,3 Ohm Leitungswiderstand hinzu, dieser hemmt den Stromfluss neben dem Innenwiderstand des Starters zusätzlich:
Rges=RStarter+RÜbergangswiderstand => Rges=0,04645 Ohm + 0,3 Ohm => Rges=0,34645 Ohm
Damit haben wir nun den Gesamtwiderstand deines Systems, wir können den nun fließenden Strom errechnen welcher wesentlich geringer ist:
U=R*i => i=U/R => i=12V / 0,34645 Ohm => i=34,63 Ampere
Nun berechnen wir den Spannungsabfall an deinem Übergangswiderstand:
UVerlust=i*R => UVerlust=34,63 Ampere *0,3 Ohm => UVerlust=10,39 Volt
Hättest du jetzt als erste (nachdem man festgestellt hat dass hier nur ca. 4 Volt anliegen, aber 12 auf die Reise gehen) Messung mit den Multimeter bei betätigtem Anlasser von deiner Batterie-Plusklemme zu Klemme 30 am Anlasser gemessen, wärst du sofort über die 8 Volt gestolpert und wir könnten uns die Überlegung zur Auswirkung deiner 0,3 Ohm schenken. Übrigens: Die Differenz von meinen errechneten 10,39V zu deinen gemessenen 8 Volt wird sich in den nicht angegebenen Kommastellen von 0,3 Ohm bewegen.
An der Stelle muss doch jedem klar sein, dass mit der Widerstandsmessung nur zu beweisen ist, dass es nachts dunkel ist. Zu Diagnosezwecken ist sie weitestgehend ungeeignet, deswegen verwendet man wo möglich Spannungsabfall-Messungen.
Daher bin ich davon ausgegangen wenn ich einen Wiederstand von 140 Ohm bei geschlossenen Stromkreis zwischen Batterieklemme und Anlasserklemme 30 messe, der zu hoch ist und irgendwo ein Fehler da ist.
Richtig, der Fehler ist bei dir: Widerstände werden nicht unter Last gemessen sondern bei allpoliger Trennung der Bauteile/Leitungen.