Eicher EM 200/ Montage ZF A208

  • Hallo zusammen,


    habe eine Frage um Getriebe ZF A-208, verbaut in einem Eicher EM 200.


    Das Getriebe wurde zerlegt und ein Schnellgang eingebaut (28km/h). Lieferant ist eine Fa. Nahe Bodensee. Da haben wir schonmal baugleiche Räder bestellt und hatten keine Probleme. Seitdem ist das Getriebe sehr laut. Daß ein schneller gemachtes Getriebe lauter ist, ist soweit klar. Aber es ist halt richtig laut. Wir haben dann den Hydraulikblock und den Getriebedeckel demontiert, um evtl. erkennen zu können, wo das Geräusch herkommt. Dazu wurde der Schlepper hinten aufgebockt.


    1) linkes Hinterrad nach vorne, rechtes Hinterrad gleich schnell nach hinten gedreht. Dann bewegen sich nur die Teile in den Achstrichtern und das Ausgleichsgetriebe. Es traten keine Geräusche auf.

    2) rechtes Hinterrad nach vorne, linkes Hinterrad gleich schnell nach hinten gedreht. Auch keine Geräusche

    3) ein Hinterrad festgehalten, das andere Hinterrad nach vorne gedreht. Jetzt dreht sich auch die Kegelradwelle. Es waren deutliche Geräusche vernehmbar.

    4) beide Hinterräder nach vorne gedreht. Ebenfalls deutliches Geräusch vernehmbar.


    Das Geräusch läßt sich etwa so beschreiben: Wenn man einen Schraubendrehergriff auf leicht auf ein Zahnrad drückt und dieses dreht, dann wird der Griff von den darunter laufenden Zähnen angehoben, wenn der Zahn vorbei ist, schnalzt der Griff wieder runter auf den nächsten Zahn. Das führt zu einem Geräusch, daß sich anhört wie ein "RRRRRRRRRRRRRRRR"


    Bei Fahrten mit dem Eicher war es eher ein heulendes Geräusch , aber schon ziemlich laut und zwar sowohl im Schubbetrieb (also bergab), wie auch im Zugbetrieb (also bergauf).


    Die Stellung des Vorgeleges oder ein eingelegter Rückwärtsgang hatte eher keinen Einfluß auf das Geräusch


    Die Lokalisierung des Geräusches (nur durch Hören mit dem Ohr) würden wir nicht auf das Differentialgetriebe deuten, sondern eher auf den Getrieberaum, in dem die Kegelradwelle läuft.


    Nun habe ich 2 Fragen:

    1) Hat irgendjemand eine Idee, was das sein könnte?

    2) Auf der Kegelradwelle ist eine Nutmutter. In dem ganzen axialen Aufbau ist auch ein Tellerfederpaket (2 einzelne Tellerfedern), das wohl verhindern soll, daß die Kegelrollenlager axiales bzw. radiales Spiel im Betrieb bekommen. Hier ist die Frage, wie stark die Nutmutter angezogen werden sollte. In der Betriebsanleitung steht, daß das Anzugsmoment so groß sein soll, daß durch die Vorspannung eine leichte Bremswirkung entsteht (was ist leicht???) Ein ehemaliger Landmaschinenmechaniker (Eicher Vertretung), zieht die Mutter so fest an, wie es geht. Im Internet habe ich in einem anderen Forum etwas von 1,5 Nm gelesen. Was ist denn jetzt richtig und was bewirkt es, wenn die Mutter zu fest angezogen ist?



    Gruß


    Rosi

  • Moin,


    schwierig aus der Ferne. Mir würden folgende Punkte einfallen:


    1. Was wurde denn als Schnellgangzahnräder ausgetauscht?

    2. Das Geräusch, dass Du beschrieben hast könnte auf einen zu geringen Abstand der Zahnräder hindeuten. Wäre es im Vorgelege, kannst Du nichts einstellen. Das würde aber heißen, dass die Zahnräder von der Firma eventuell nicht passen. Abstand geprüft? Zahnflankenspiel identisch zu den Originalen Zahnrädern?


    2. Wäre es das Antriebskegelrad, muss das Zahnflankenspiel eingestellt werden. Das "Jault" sehr stark schon bei geringen Abweichungen.


    Vorspannnung: Wenn Du die Welle mit der Hand drehst, sollte sie einen leichten Widerstand haben. Das ist in der Anleitung etwas unglücklich beschrieben.




    Grüße aus dem Eichernorden

    Uwe

  • Hallo,


    erstmal danke für die Antwort.


    zu 1) ausgetauschte Zahnräder sind im Gruppengetriebe. Alt war 19/28. Neu ist 25/26.


    zu 2) bei den getauschten Zahnrädern haben wir nichts weiter untersucht. Es ist ein namhafter Händler, Bekannte haben dort auch schon bestellt und nichts Negatives berichtet.


    zu 3) beim Kegelradgetriebe haben wir das Einbaumaß gemessen, so gut es geht. Soll ist 121,4. Gemessenes Istmaß 121,2 als Summe aus 4 Einzelmaßen. Die Abweichung von 0,2 führen wir auf unseren Meßfehler zurück. Wir haben auch dünn Tuschierfarbe auf das Ritzel aufgetragen und dann durchgedreht. Die Farbe hat sich ziemlich mittig auf die Zähne des Tellerrades übertragen. Zahnflankenspiel mit der Fühlerlehre gemessen, paßt auch (Soll 0,15...0,25)



    Gruß


    Rosi

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