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Hilfe, ich hab's wieder getan. Diesmal ein Holder B12C

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    Und wieder ging es weiter! Diesmal waren die Gammelschrauben dran. Mein Cousin schweißte auf die verbliebenen Kopfteile jeweils eine 12er Mutter und dann wurde mit der Ratsche gedreht. Zack waren die Köpfe ab! Immerhin konnte jetzt die Demontage weitergehen und siehe da, nach Abbau des ganzen Gelumpes strahlten mich jeweils ca. 1cm lange Gewinde der besagten Schrauben an. Also gleich mal Rostlöser drauf, etwas einwirken lassen und anschließend eine "Gewindestange" mit Hitze aus der Gasflasche bearbeiten. Um ein möglichst gutes Lösen zu erzielen, erhitzte ich das Gewinde bis zur Rotgluht, dann nochmal mit Rostlöser abgeschreckt und mit der Wasserpumpenzange eingespannt und vorsichtig gedreht. Siehe da, es war kein Problem die Reste zu entfernen. Die andere Seite versuchte ich dann ohne Erhitzen, auch dies hat funktioniert! Wieder ein Problem weniger.

    Hier der Reststummel Die erhitzte Seite :
                    


    Und noch ein Bild des Gehäuses. Hier habe ich die Originalfarbe durch Abkratzen der überpinselten Farbe wieder freigelegt.


    Gruß Andreas

  • So, aus kleinen Problemen werden manchmal auch große! Aber seht selbst:


    Oberer Kolbenring und Steg zum zweiten Kolbenring gebrochen. Der Schaden entstand am Auslass und soll häufiger auftreten. Jedenfalls sind die Bruchstücke wohl nach außen geblasen worden.


    Weiter ging es mit dem weiteren Zerlegen des Motors. Und was da kam, war gar nicht schön:

      

    Die Pleuellager sind Schrott. Und ja richtig, die Kurbelwelle sieht an dieser Stelle nicht besser aus!


    Hier sind deutlich fühlbare Riefen!


    Dann kommt noch das Kolbenbolzenlager, was auch nicht besser aussieht:

    Gar nicht schön, und war auch so nicht geplant!

    Zum Instansetzer habe ich schon Kontakt aufgenommen. Den Zylinder muss ich noch ausmessen, wird bestimmt auch nicht besser!

    Da sieht man mal, was eine mangelhafte Schmierung ausmacht. Da der Ölfilter und die Ölleitung bereits mit schwarzer Pampe zugestezt waren, musste man wohl mit so einem Ergebnis rechnen. Mal sehen was der Instandsetzter draus macht!

    Gruß Andreas

  • Hallo,

    es ist wieder etwas weiter gegangen. Zwischenzeitlich habe ich das Gebtriebe geöffnet. Was erst ganz gut aussah, wurde dann nach Ablassen des Öles nicht mehr so schön. Es befanden sich reichlich Metallsplitter am Boden. Augenscheinlich haben die Zahnräder zwar etwas Verschleiß, aber gerade gestern habe ich mit dem Magneten noch bis zu 4cm lange Teile aus dem Restölsumpf rausgefischt. Keine Ahnung von was die sind. Es wackelt nichts und beim Probefahren hatte es auch keinerlei Geräusche gegeben. Einige Teile sehen aus wie Nadeln aus einem Nadellager. Sieht wohl so aus, dass ich hier zerlegen muss, um Klarheit zu bekommen. Immerhin war im Differentialgehäuse kein ungewünschtes Metall enthalten.

    Heute habe ich dann mal den Zylinder gereinigt, aber seht selbst. Der Haufen davor hing in den Kühlrippen.


    Zylinder, Kurbelwelle und Pleuel werde ich dann zum Instandsetzer schicken. Dann werden wir ja sehen was draus wird!

    Gruß Andreas

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  • Moin, ich habe gestern meine Probefahrt erledigt ;-)


    Der Motor läuft echt gut!!!! Kein Vergleich zu dem alten Sachs/ Holder Motor, wo ich sonst gerade so im ersten Gang hoch bin, konnte ich im zweiten mit Vollgas hoch!!! Der Hatz Motor hat ja noch keine 1000 Stunden runter, war mal ein Antriebsmotor von einer Verladebühne eines Schwertransporters.

    Das mit der Späne im Getriebeöl kenne ich leider auch, aber auch bei mir habe ich nix gemerkt beim Schalten. Im letzten B12 den ich hatte war es noch schlimmer als in diesem hier.

    Auch das Pleuellager sah so was wie bei dir, ich hatte es drin gelassen, und läuft noch Heute damit.


    Schöne Rest Ostern


    Jürgen

  • Es ging immer wieder weiter.

    Während die Motorenteile beim Instandsetzer waren, machte ich weiter nach hinten Richtung Getriebe. Also erstmal den Getriebedeckel entfernen und reingeschaut. Mit Öl sah die ganze Sache noch gut aus, als das Öl abgelassen war, blitzten mich viele, viele Metallsplitter an. Augenscheinlich waren die Zahnräder ok. Klar normaler Verschleiß, aber nicht beängstigend. Schließlich hatte er sich ja auch in allen Gängen ohne Geräusche fahren lassen. Zuerst versuchte ich die Splitter mit dem Magneten zu entfernen, was einigermaßen gelang. Bis zu 4cm lange Teile habe ich geborgen. Ich dachte schon, es wäre mal was reingefallen. Dazu gleich noch mehr!


    Zwischenzeitlich löste ich mein ursprüngliches drittes Problem - ach ja, das war das beschädigte Gewinde der Achse des rechten Achstrichters mit dem der Felgenteller am Traktor gehalten wird. Ich konnte hier bei der Kleinanzeigen Bucht ein Schneideisen aus ostdeutscher Produktion ergattern, welches mir prima half das Gewinde zu sanieren. Dazu bestellte ich mir noch eine M30 x 1,5 Mutter in Normalmaß (original ist die Mutter 15mm stark, bei der DIN-Norm sind es 24mm), damit etwas mehr "Fleisch" für den Kontakt zur Verfügung steht.


    Weiter ging es wieder am Getriebe. Der Wellentunnelkanal vom Motor zum Getriebe wurde abgeschraubt und da kam mir dann auch schon der Getriebeschaden entgegen:

     


    Nicht nur, dass das Lagergehäuse gerissen ist, auch das 6305 Kugellager hatte Kugelverlust. Die Eingangswelle hing nur noch an dem Nadellager im Lagergehäuse. Und hier hatten sich die zwei verbleibenden Schrauben schon ordnetlich vom Getriebegehäuse gelöst, so dass das ganze ca. 5mm vor stand.

    Es half alles Nichts, das Getriebe musste auseinander, da man die Eingangswelle nur nach innen abbauen kann. Da das Differential nur raus geht, wenn die Zapfwelle hinten demontiert ist, fing ich hier an:

       


    Mit einem Lagerabzieher und entsprechenden Metallteilen konnte ich die Zapfwelle samt Lager abziehen. Anschließend konnte das Differential entfernt werden und die Antriebswelle dann ausgeschlagen werden. So hing die Eingangswelle nur noch so "rum". Vorne war noch die Kupplung für die lange Welle zur Kupllung zu entfernen:

    Mit 12er Muttern stütze ich den Bolzen des Abzieher direkt auf die Welle ab und mit kräftigen Schlägen auf den Bolzen des Abzieher löste sich die Konusverbindung. Nun konnte die Welle rausgezogen werden.

    Normalerweise sollte die Eingangswelle mit zwei Nadelkränzen in der oberen Getriebewelle gelagert sein. Leider war von beiden Nadelkränzen nichts mehr an dieser Stelle zu finden. Lediglich hatte ich vorher schon einige Nadeln mit dem Magneten aus dem Getriebe gefischt. Glück im Unglück, dass es nicht zu schwereren Schäden gekommen war:

    Blick auf die Vorgelegewelle und die "hängende" Eingangswelle. Der Rest ist ziemlich raus.


    Das ist jetzt noch alles was vom B12 übrig ist!


    Zum Glück sind alle Lager Normteile, so dass die Bestellung kein Problem darstellte. Natürlich kommen auch die Dichtungen (Wedis, O-Ringe der Schaltstangen und Zapfwellenhebel) neu. Mein Cousin (mal wieder, der Arme tut mir echt schon richtig leid) dreht mir ein neues Lagergehäuse für die Eingangswelle aus Vollmaterial. Zwischenzeitlich wird noch das Gehäuse gereinigt und neue Papierdichtungen für den Wellentunnel, Zapfwellen und Achstrichter geschnitten!

    da die Lagerstellen der Nadelkränze nur geringfügig beschädigt sind, werde ich nur neue Lager einbauen. Für das bisschen Spazierenfahren wird es schon gehen.


    Mittlerweile sind die Motorenteile wieder alle da. Es wird also nicht langweilig.

    So nebenbei habe ich dann auch noch das Lenkgetriebe neu abgedichtet.


    Gruß Andreas

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  • Schon ging es weiter,

    Hier ein paar Bilder der Dichtungsanfertigung für die Achstrichter:

    Zuerst entfernte ich alle Stehbolzen aus dem Getriebegehäuse, legte das Dichtungspapier (grob rechteckig vorgeschnitten) darauf und schlug dann die Stehbolzen an den Löchern durch das Papier. Nach Entfernen des ausgeschlagenen Papiers drehte ich zur Sicherung die Achsbolzen wieder rein:



    Danach habe ich vorsichtig mit einem Rundhammer den inneren Dichtungsrand an der Kante abgeschlagen und dann den äußeren:

      


    Im oberen Teil innen war die Dichtung breiter als das Gehäuse, daher habe ich hier mit der alten Dichtung als Vorlage angezeichnet und dann ausgeschnitten:

    Hier das Endresultat.


    Schließlich habe ich gestern noch das neue Lagergehäuse bekommen. Hier zum Vergleich:


       


    Am Getriebegeäuse ist es etwas stärker geworden, nun sollte ein Auseinanderbrechen nicht mehr möglich sein, zumal es auch kein Guß ist!

    Weil alles so schön passte, habe ich gleich mit dem Zusammenbau angefangen. Es fehlt nun nur noch das Differential und die hintere Zapfwelle, sonst ist alles wieder an Ort und Stelle!

    Gruß Andreas

  • Und wieder ging es weiter,

    Nach dem erfolgreichen Zusammenbau der Schaltung, wollte ich natürlich direkt mit dem Endantrieb weitermachen. Mehr durch Zufall stellte ich den linken Achstrichter schräg mit dem getriebeseitigem Stirnrad nach oben. Gleich stellte sich ein kapitaler Ölfleck unter dem Achstrichter ein. So ein Mist. Die Achse ist wirklich nicht schön zu zerlegen und ich wollte das eigentlich verhindern. Aber so ist das halt mit dem alten Gerammel.

    Nachdem ich mich schlau gemacht hatte, stand fest: Zuerst muss der außenliegende Seegerring auf der Getriebeseite entfernt werden um dann die Achse in Richtung Getriebe auszuschlagen. Blöd nur, dass hier das Stirnrad vor dem Sicherrungsring sitzt und auch nicht mit einem Abzieher zu entfernen geht. Hierzu ist eine Presse nötig, geht aber nur, wenn die Achse draußen ist. Damit erschließen sich auch die drei Löcher im Stirnrad, welche die Demontage des Sicherrungsringes ermöglichen sollen.

    Nach vielem Kräfte raubenden und erfolglosen Ausbauversuchen habe ich mir eine "Demontagehilfe" in Form eines 0,8mm starkem Blechstreifens angefertigt. Damit hat der Ausbau dann alleine gut funktioniert:

    hier der Blechstreifen in der Endversion


    So muss er unter den Ring


    und so auf den Achstrichter gelegt werden. Das Stirnrad geht noch drüber hinweg


    Ich hebelte also mit der Seegerringzange eine Seite des Ringes aus und arretierte zum Rand mit einem Schraubenzieher, so dass er nicht mehr zurück in die Nut konnte. Nun hebelte ich mit dem Schraubenzieher so weit den Ring aus, dass meine Aubauhilfe drunter passte. Jetzt schob ich das Blech weiter unter den Ring und setzte den Schraubenzieher am "demontierten" Ende an, hebelte den Ring weiter aus, so dass ich das Blech immer weiter schieben konnte. Zwischenzeitlich kam noch ein weiterer Blechstreifen mit "doppletem Boden" hinter dem Schraubenzieher zum Einsatz, damit sich der Ring quasi von alleine nach oben raus schob. Damit war der Seegerring nach zehn Minuten ausgebaut!

    Nun war der Ausbau der Achse schnell erledigt: Durch Stoßen auf einen Hartholzbalken trieb ich die Achse aus.

    Entgegen der Zeichnungen in der ETL war meine Achse bereits anders aufgbebaut, der Wechsel kam nach Schleppernummer 22400:

    Der Wedi sitzt nun auf der Getriebeseite auf der geschliffenen Erhöhung, davor sitzt das Rillenkugellager


    Auf der Bremsenseite sitzt nun nur noch ein zweifach geschlossenes Lager.


    Die Achstrichter sind somit ölfrei. Nachdem das Strinrad mit über 20t Druck und Hitze abgepresst worden ist, konnte es wieder an den Zusammenbau gehen.

    Hierbei habe ich zuerst das geschlossene Lager auf der Bremsenseite eingebaut, welches nach außen auch durch einen Sicherungsring gehalten wird. Dann habe ich die Achse durch den Achstrichter in das Lager bis zum Anschlag eingetrieben. Anschließend folgte dann die Montage des metallummantelten Wedis, ist hier unbedingt nötig, da der Wedi mit der "offenen" Seite zum Schlagwerkzeug eingeschlagen werden muss. Dann noch das Lager und den Sicherrungsring. Schließlich das Stirnrad nach Erhitzen wieder drauf! Fertig und hoffentlich dicht!

    Hier noch einige Bilder

    Gereinigter Achstrichter


    Montierte Getriebeeingangswelle


    Gereinigter Wellentunnel


    Schließlich ist mit noch ein Sachs Stamo 9 von ca. 1939:

      

    Noch alles dran, aber doch recht mysteriös. Hier der Bing-Vergaser. Der Gaszugversteller ist beim Abbauen gleich zweimal gebrochen!


    Gruß Andreas

  • Als nächstes habe ich die Achstrichter und damit auch das Differential und die hintere Zapfwelle montiert.

    Hier die Zapfwelle mit neuem Wedi:


    Die selbst geschnittenen Dichtungen der Achstrichter und des Wellendichtringhalters haben gut gepasst, nun muss es nur noch dicht sein.

    Bevor ich mich weiter nach vorne arbeiten konnte, kamen die neuen Bremsbeläge. Somit habe ich die Alten erst einmal mit dem Stemmeisen entfernt, die Bremsbacken gereinigt und gleich wieder mit den neuen Belägen beaufschlagt und montiert. Das Nieten hat gut geklappt, die neuen Beläge sind gut zu verabeiten. Sie haben alle Schläge überschstanden!:

      


    Ich hatte auch überlegt Bremsband als Meterware zu verwenden und dann zu kleben. Aber erstens habe ich das noch nie gemacht und dann hatte ich noch Zweifel, was eine eventuelle Demontage bei Undichtigkeit der Achstrichter angeht. Nieten sind halt einfacher zu entfernen und wenn man vorsichtig ist, macht das Nieten sogar Spaß!


    So sieht es aktuell aus:


    Gruß Andreas

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