D-Check Mammut ED310f

  • Liebe Traktorhof-Gemeinde,
    nachdem ich die Geschichte, wie ich meinem ED310f gefunden und heimgebracht habe, in der Rubrik "Scheunenfunde und anderer Edelschrott" schon erzählt habe, möchte ich hier den Restaurierungsbericht starten.


    Bis kommendes Frühjahr möchte ich Phase 1 bearbeiten - Feststellen, was alles zu tun ist und ob fehlende/defekte Teile mit vernünftigem Aufwand (das alleine ist schon so eine Sache, wenn man vom Schrauberfieber gepackt wird) beschafft werden können.
    Dabei werde ich wohl schon ein bisserl entrosten und entlacken dürfen (kann ja nicht schaden :lol: ).


    In Phase 2 (Entscheidung zur Restaurierung ist gefallen - sagt mir mein Bauchgefühl eh nicht schon die längste Zeit, dass es dazu kommen wird? :o ) möchte ich von Vorne beginnend das Rüsseltier wieder aufbauen. Im Frühjahr 2022 sollte der Mammut wieder in aller Frische auf die Straße gelassen werden können.


    Da das aus meiner Sicht wirklich eine Großbaustelle ist, werde ich mich hierbei nicht hetzen, sondern schön ruhig ein Teil nach dem Anderen aufbereiten. Und zwischendurch wird mein kleines Arbeitstier (Puma ES201) voraussichtlich auch noch herzurichten sein. Aber da lasse ich Tobi ein bisserl Vorsprung mit seinem Restaurationsbericht, damit ich seinen Spuren folgen kann. :P

  • An Anfang stand er einsam vor dem Garten mit einem Platten...
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    und konnte nicht bewegt werden.


    Damit war gleich die erste Aktion

    • aufbocken


    • Vorderrad runternehmen - die Schrauben haben sich gewehrt


    • nächsten Morgen zum Reifenschuster


    • am Abend Montage des Vorderrades und...


    • Reinschieben in die Scheune mittels Abschleppstange - ich hatte kein Vertrauen in die Bremsen - zu meiner Scheune geht es leicht hangabwärts


    Da steht er also in der Scheune...
    [Blockierte Grafik: https://picload.org/image/dcaaiari/stand2.jpg]
    Motorhaube ab und einmal durchsehen, was denn da so alles (nicht) da ist..


    ...bald geht's weiter...


    Liebe Grüße,
    Sam

  • Hallo Leute,
    meine Entdeckungstour ist weiter gegangen.
    Wie schon erwähnt will ich hier systematisch von vorne nach hinten gehen. Daher bestand die erste Aufgabe darin, den Traktor mit Holzblöcken aufzubocken, damit die Vorderachse und Vorderschüssel demontiert werden kann.


    Nach dem Entlasten der Vorderräder konnte ich das Spiel in der Radnabe und in der Lenkbüchse auf beiden Seiten durch Rütteln überprüfen. Da war viel Bewegung drinnen! Also hurtig die Vorderräder abgeschraubt, die Lenkschubstangen gelöst und die Achsstummel aus den Lenkbüchsen rausgleiten lassen. Dem war links nicht so!


    Der Vorbesitzer muss im Vorderbereich im letzten Jahr einen Unfall gehabt haben, da etliche Reparaturen daruf hinweisen (Fotos aus dem Jahr 2016 weisen diese Schäden nicht auf). Da wäre einmal die Tatsache, das der linke Achsstummel oben mit dem linken Spurstangenhebel zusammengeschweißt wurde.
    [Blockierte Grafik: https://picload.org/image/dcaaiarw/va1.jpg]


    Um das Spiel in der lilnken Lenkbuchse korrigieren zu können, müssen die beiden Teile auf jeden Fall getrennt werden. Daher raus mit der kleinen Flex und vorsichtig von oben Material abgenommen, bis der Achsstummel mit einem Fäustel nach unten ausgetrieben werden konnte.
    [Blockierte Grafik: https://picload.org/image/dcaaiadr/va2.jpg]
    Auf dem Foto sieht man auch, dass der Spurstangenhebel in unästhetischer Art (nach Bruch?) geschweißt wurde. :cry:
    Ich denke, dass wird ein Fall für meinen Schiegervater (geprüfter Schweißer). So mag ich das auf keinen Fall lassen.
    Außer jemand aus der Eicher-Gemeinde kann einen Spurstangenhebel entbehren ( :?: passen da die von den EM300B auch??).


    Der Achsstummel selbst gewinnt auch keinen Schönheitspreis mehr. Da muss die Passfeder samt Nut schwer beleidigt worden sein, denn das wurde kurzerhand alles zugeschweißt, eine Stahrohrhülse aufgeschoben, das alles in den Spurstangenhebel reingeschoben und gesamtheitlich von oben verschweißt. Nach Abziehen dieser Stahlrohrhülse sah der Achsstummel so aus...
    [Blockierte Grafik: https://picload.org/image/dcaldapr/va8.jpg]
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    Das obere Teil ist eindeutig im Untermaß. Da muss Material aufgetragen und zusätzlich die Nut für eine neue Paßfeder gefräst werden. Sollte ich keinen Ersatz-Achsstummel erhalten, wäre das Option B (falls möglich).


    Die Abmessungen im Bereich der Buchsen sehen so aus:
    obere Lagerfläche - Durchmesser 43,4mm bis 43,5mm
    untere Lagerfläche - Durchmesser 43,7mm bis 43,8mm


    Unter der Annahme, dass es hier wie bei meinem EKL15 zwei Untermaß-Stufen gibt, würde ich meinen, dass die obere Lagerfläche auf 43,0mm und die untere auf 43,5mm abgedreht werden muss. Meine Annahme muss ich aber noch bei Ganacker verifizieren.
    [Blockierte Grafik: https://picload.org/image/dcaaiada/va3.jpg]


    Der rechte Achsstummel kam leicht heraus (da nicht verschweißt). Die Abmessungen im Bereich der Buchsen sind denen des linken Achsstummels sehr ähnlich. Damit dasselbe Vorgehen bei derselben Annahme.
    [Blockierte Grafik: https://picload.org/image/dcaaiadl/va4.jpg]


    Als nächstes habe ich die beiden Radkappen geöffnet, um die Vorderachsschenkel in deren Einzelteile zerlegen zu können. Zu meiner Überraschung verhielt es sich mit den inneren Qualitäten zwischen links und rechts hier genau umgekehrt. Links war die Kronenmutter und die Flächen für die Lageraufnahmen intakt. Rechts war eine viel zu große Kronenmutter drauf, die nur durch einen durchgesteckten Nagel als Sicherung (und nicht durch die Gewindefläche) die Lager an Ort und Stelle hielt. Zudem sieht es so aus, als ob der Achsstummel hier unten einmal geschweißt wurde :o .
    Das finde ich nicht so cool (hat jemand zwei Ersatzachsstummel für mich? :cry: )


    Die Bestandsaufnahme ging mit dem Ausbau der Vorderachse weiter.
    Dazu löste ich die Schrauben der Verbindung zwischen Vorderschüssel und Motorblock, damit ich in weiterer Folge die Vorderachse aus der Vorderschüssel lösen kann. Ich rückte den gesamten Vorderteil vom Motorblock ab und unterstützte ihn mit Holzblöcken.


    Nun konnte ich die Sicherungsschraube des Vorderachsbolzens in der Vorderschüssel leicht lösen und denselben mit einer dünnen Eisenstange nach vorne austreiben. Das ging solange gut, bis die Vorderkante des Vorderachsbolzens an der Zugmaulunterkante anstand.
    Wie bitte ist das möglich?????


    Ganz einfach.
    Bei besagtem vermutetem Unfall wurde das untere vordere Zugmauleisen nach unten verbogen und ragt somit in die Auszugbahn des Vorderachsbolzens rein. :evil:
    Was soll ich sagen?...
    Bunzenbrenner, Fäustel und Zeit und der Weg wurde für den Vorderachsbolzen freigemacht. Davon gibt es leider keine Bilder, da ich durch das Fett am Bolzen schwarz wie die Nacht war und so kein Handy angreifen konnte.


    Nach dem Rausnehmen des Vorderachsbolzens war es einfach, die Vorderachse nach unten rausfallen zu lassen.
    [Blockierte Grafik: https://picload.org/image/dcaldgpl/va5.jpg]
    Das war dann auch der Moment, wo mir klar wurde, dass das vor mir keine ED310er, sondern eine ED500er-Achse ist. Was soll's? Solange das reinpasst, werde ich keine 310er-Achse suchen!


    Die Vorderschüssel legte ich mir ebenso zur Seite und unterzog sie einer genaueren Betrachtung.
    [Blockierte Grafik: https://picload.org/image/dcaldgpi/vs1.jpg]
    Na, was sagt Ihr dazu?


    Die Theorie eines kapitalen Unfalls nimmt hier immer mehr Realität an.
    Die hintere Anbauebene zum Motorblock ist regelrecht abgeknickt und der Riß großflächig verschweißt. Die drei Ebenen der Vorderschüssel sind nicht zueinander parallel. Überall wurde mit massivem Schweißeinsatz nachgearbeitet.
    [Blockierte Grafik: https://picload.org/image/dcaldgpa/vs2.jpg]


    Das wird ein Heidenspaß, das alles aufzuschneiden, auszurichten und maßhaltig korrekt zusammen zu schweißen.
    Oder jemand kennt jemanden, der eine ED310-Vorderschüssel nicht mehr benötigt. Bin für jede Aufmunterung dankbar. :oops:


    Eine positive Sache habe ich auch zu melden.
    Die Fahrgestellnummer auf der Vorderachse passt mit dem Typenschild an der Motohaube zusammen. :)
    [Blockierte Grafik: https://picload.org/image/dcaldaiw/va7.jpg]
    Damit lasse ich einmal die vordere Partie meinem Mammut in Ruhe.


    Liebe Grüße,
    Sam

  • Hallo Leute,
    meine Bestandsaufnahme ist beim Motor weiter gegangen.


    Der ED3 ist schwer verölt. Da muß ich mir was überlegen, wie bzw. wo ich den reinige. In meiner Scheune kann ich das so nicht tun.
    [Blockierte Grafik: https://picload.org/image/dcaldila/mot1.jpg]


    Gleich vorne ist mir aufgefallen, dass die Keilriemenscheibe eine Ecke ausgebrochen hat (ca. auf 10h auf dem Bild zu sehen). Tauschen oder aufschweissen und nacharbeiten? Des weiteren fehlt der Keilriemenschutz links. Hat wer so ein Teil?


    Dass der Auspuff nicht original ist brauche ich, glaube ich, nicht zu erwähnen.


    Die Kontrolle der Motornummer ist positiv ausgegangen. Sowohl am Typenschild, als auch am Motorplättchen als auch am Motorgehäuse ist dieselbe Nummer vorzufinden.
    [Blockierte Grafik: https://picload.org/image/dcaldilr/mot4.jpg]


    Bei den Zylinderköpfen ist mir aufgefallen, dass die Dekompressionshebel unterschiedlich zu sehen sind. Also alle drei Deckel runtergenommen und reingesehen.
    Das Ergebnis:
    einmal korrekt..
    [Blockierte Grafik: https://picload.org/image/dcaldill/mot2.jpg]


    einmal fast korrekt.
    [Blockierte Grafik: https://picload.org/image/dcaldili/mot3.jpg]
    Da ist der Hebel gebrochen und nur von aussen in die Führung eingeschoben


    und einmal daneben. Da ist ebenfalls der Hebel abgebrochen, nur ist da nur der innere Teil vorhanden. Der äußere Hebel fehlt.
    Da habe ich meine Fühler bereits ausgestreckt und einen Hebel eines ED2-Motors erstanden. Sobald er da ist, weiß ich, ob ich die gebrochenen Hebel eines ED3-Motors durch solche eines ED2-Motors ersetzen kann (hoffentlich!).


    Damit fehlen mir auf jeden Fall die zwei Klemmstücke, mit denen die zwei abgebrochenen Hebel auf der Verbindungsstange befestigt werden.
    [Blockierte Grafik: https://picload.org/image/dcaldpwr/mot5.jpg]


    ..das reicht einmal für's Erste...


    Liebe Grüße,
    Sam

  • Hi, Achsschenkel könnte ich Evt. Noch gute gebrauchte liegen haben.


    Gruß

    Meine Eicher :
    Eicher Tiger 2 EM 235 mit FL (restauriert)
    Königstiger 2 (3015) in Restauration
    Eicher 3072 TURBO im Original Zustand
    Eicher G 400
    Eicher ES 201
    Eicher ES 400
    Eichus Stapler
    Eicher 3251 HS



    Eicher war gut, ist gut ,
    und bleibt weiterhin gut !

  • Liebe Traktorhof-Gemeinde,

    in den Stehzeiten zu meinem EKL15 hatte ich gottseidank eine andere Beschäftigung. Ich konnte meinen Mammut zart entblättern und um etliche Kilos erleichtern.


    Da das großteils im Jänner und Feber stattfand, es in der Scheune für mein Handy (=Fotoapparat) akkutechnisch immer wieder eng wurde und ich sowieso bis zu den Ellbogen voller Schmiere war, habe ich aus der Zeit nicht so viele Bilder. Beginnen kann ich mit den ersten Grundierungsergebnissen der Vorderachsblattfedern.

    Die Arbeit dazu war keine Rocket Science. Da ging es nur um Rost "fressen".

    Die Federbolzen konnte ich bis auf eine mit einem Fäustel austrieben. Der letzte Federbolzen kapitulierte bei der Hydraulikpresse.


    Als nächstes kamen die Radnaben und Lenkbüchsen dran. Auch hier als Einstand eine riesige Pantscherei in altem Lagerfett, bis man die Innenteile sauber hatte. Das Interessante hierbei für mich war die Erkenntnis, dass in meinem ED310 scheinbar zwei unterschiedliche Typen von Achsstummel drinnen waren. Erkennbar an den unterschiedlichen Kronenmuttern zur Sicherung. Einmal eine M24, einmal eine M22. Die M22 sah mir nicht nachgeschnitten aus.

    Nach Behandlung mit CSD-Scheiben und Topfbürste sahen die Teile schon ansprechender aus.


    Nach Entfetten gab es gleich eine Grundierung mit Filler drauf, damit der Rost keine Chance mehr hat.


    In den nächsten Tagen hatte ich Lackausbesserungen bei meinem EKL15 zu tun, da blieb mir doch glatt Farbe übrig. Die wurde gleich gewinnbringend eingesetzt.


    In den Tagen bekam ich auch Post von Eicher-Driver. Drinnen waren drei wunderschöne alte Achsstummel, die ich sogleich aufbereiten konnte.

    Fleisch zur Überarbeitung ist noch genug drauf (ist alles vermessen:)).


    Dass mein ED310 zuviel Luft in den Lenkbüchsen hatte, kann dem Zustand der innen eingepressten Buchsen entnommen werden.


    Natürlich habe ich mit auch der Mitte des Mammut angenommen und Tank, Cockpit und Lenkgetriebe ausgebaut. Der Tank wurde grundiert und basisgespachtelt (noch lange nicht fertig). Das Cockpit wurde in die Einzelteile zerlegt, entlackt/entrostet, ausgerichtet und grundiert. Das Cockpit profitierte ebenfalls vom Farbüberschuss.

    Auf dem Foto ist bereits die Armaturenbrettbeleuchtung MIT vorhandenem Ein-/Ausschalthebel zu sehen. Darüber freue ich mich speziell :lol:

    Das Zündschloss und der Sicherungskasten sind original. Nach einer ordentlichen Säuberung präsentieren sich beide Teile wie neu.

    Die drei Instrumente sind auch noch alle vorhanden. Da bin ich mir nur noch nicht sicher, ob sie auch funktionieren. Kommt Zeit, kommt Gewissheit.

    Die geprägte Aluplatte habe ich mit farblosem Lack behandelt.


    Aus der Mitte kamen auch alle Teile des Sitzgestells und der Schaltkilisse. Das wurde ebenso mit CSD-Scheibe und Topfbürste liebevoll gestreichelt. Dadurch zeigte sich das Metall in seiner schönsten Form.


    Die Stellen, die ich nicht erreichen konnte, werden diese Woche ganz zart mit Sandstrahlung vom Rost befreit.


    An dieser Stelle eine Frage an die Eicher-Spezialisten.

    Ist dieser Sitz der Originalsitz für einen ED310?

    Der kommt mir so Schlüterhaft vor. :/

    ...und bevor ich die Sanierung der Sitzfläche angehe, würde ich gerne wissen, ob sich das lohnt.


    Auch das Lenkrad habe ich abgezogen und rosttechnisch befreit.

    Dieses möchte ich wie erst vor kurzem hier im TH beschrieben so sanieren, dass es wieder nutzbar ist. Aus meiner Modellbauzeit habe ich noch genügend Putty übrig, um alle Risse zu verkitten und auszuschleifen. Auf das Endergebnis freue ich mich schon.

    Wichtig! Auch im Inneren des Lenkrads muss der Rost weg, sonst gibt es eventuell wieder Masseprobleme mit dem Hupentaster.

  • Guten Morgen Gemeinde,

    weiter geht es mit dem Auflösen des Mammut.


    Damit ich besser zu den weiteren Abbauteilen am Getriebe komme, was der Abbau der Kotflügel angesagt. Das ging unspektakulär von sich. Die Schrauben lösten sich überraschend leicht. Die Kotflügel selbst waren nicht leicht.


    In den Profilverstrebungen war alles voll mit steinhart gewordenem Schlamm. Ich habe Videos des Vorbesitzers gesehen, wo er mit dem Mammut im Wald in tiefem Schlamm gefahren ist. Dieser kroatische Schlamm ist jetzt nach Entfernen in meiner Scheune.

    Dabei konnte ich gleich auch die Substanz der Profilverstrebungen selbst kontrollieren. Bis auf Eine (vorderer Kotflügel, links aussen) sind noch alle fest am "Montagering" verbunden. Da steht noch Arbeit an.


    So ohne Kotflügel präsentiert sich mein ED310er von hinten gesehen gleich wesentlich graziler. :lol:



    Die nächste anstehende Baugruppe zum Entfernen ist die Pedalerie unter dem Getriebeblock.


    Zur Orientierung eine kurze Erklärung:

    Der Mammut hat links und rechts je ein eigenes Bremspedal für die Einzalradbremsung. Auf der rechten Seite gibt es zusätzlich ein Bremspedal, welches über die Pedalerie-Welle auf beide Einzelbremsen zugleich wirkt. Auf derselben Welle sitzt auch das Kupplungspedal. Und das alles ist unter dem Getriebeblock als Gesamtbauteil angeschraubt.

    Also auf (bzw. unter) und das alles einmal ansehen...


    Das Kupplungspedal war schnell gefunden...

    Das ist das Teil, welches nach unten weg geht (das dominante Teil im linken Bildteil ist die Ansteuerung der Handbremse).


    Gleich daneben fand sich auch das linke Bremspedal mit seiner Ansteuerung zur Bremse selbst (diese Schubstange mit den Köpfen drauf).


    Blick auf die rechte Seite...

    Interessantes Ergebnis:o

    Da hing statt der Schubstange eine Gliederkette drinnen.

    Auf dem Foto ist das erste Kettenglied bereits vom Bremspedal gelöst. Vor dem Foto war ein Kettenglied um den kleinen Hebel zur Aufnahme der Schubstange gelegt und mit einer Schraube und Mutter gesichert.

    Reparatur auf Low Budget Niveau! Funktioniert hat es.


    Nach dem Entsichern der ES Bolzen (so heissen scheinbar diese Sicherungsköpfe an den Schubstangen bei Bremse und Kupplung) und Lösen der drei Schrauben an der Unterseite des Getriebeblocks (das vierte Schraubenloch war mit einem Stopfen abgedichtet :hmm:) kam das Gesamtbauteil schön nach unten frei. So konnte ich es auf die Seite ziehen und mit dem Säubern beginnen.


    Nachdem ich die gesamten Ölrückstände runtergekratzt hatte, bekam ich eine Idee, wie ich die einzelnen Hebel von der Welle runter bekomme. Da gab es zwei Pass- und Spannstifte, die die Einzelteile auf der Welle festhielten.


    Nachdem die draussen waren, konnten die Teile unter Zuhilfenahme von Hitze schnell überzeugt werden einen Abgang zu machen. Nach Reinigung der Pedalerie-Welle war dann klar, warum die einzelnen Pedale auf der Welle soviel Bewegungsspielraum hatten.

    Das Kupplungspedal hat extrem hart zugebissen. Da bin ich statt auf dem Durchmesser-Ursprungsmaß von 30mm auf 28,6mm unten.


    Am drüberen Ende sah es nicht so arg aus, war aber auch nicht besser.

    Das waren die rechten Bremspedale.


    Diese Welle muss auf jeden Fall neu angefertigt werden. Da gibt es keine Alternative.


    An dieser Stelle Frage an die Wissenden:

    Kann ich die Welle aus normalem Baustahl nachbauen oder muss das ein gehärtetes Material sein?

    Nur der Vollständigkeit halber ist zu sagen, dass die Pedale alle ausgebuchst sind und diese Buchsen sowieso auch zu erneuern sind.


    Würde mich freuen dazu von euch zu hören, damit ich das richtige Material besorgen kann.


    Das war's für Heute (muss mich für den Besuch bei meiner Mutter schönmachen:lol:)


    Liebe Grüße,

    Sam

    Eicher ES201(+ ein bisserl 202), EKL15/II, ED310f

    Einmal editiert, zuletzt von Sam67 ()

  • ..habe gerade nochmal den Restaurierungsbericht von Andis ED310er durchgelesen. Habe die Antwort gefunden.

    Zitat


    Material ist ein blank gezogener C45 in h9, sollte ausreichen.

    also auf zum Bestellen....

  • hi , schöner bericht , nur weiter so👍


    Mal ne Frage, hattest Du keine Möglichleit den Schlepper mit nem Hochdruckreiniger zu reinigen ? Dann hättest du jetzt weniger Arbeit alles sauber zu machen.


    Gruß Markus

    Meine Eicher :
    Eicher Tiger 2 EM 235 mit FL (restauriert)
    Königstiger 2 (3015) in Restauration
    Eicher 3072 TURBO im Original Zustand
    Eicher G 400
    Eicher ES 201
    Eicher ES 400
    Eichus Stapler
    Eicher 3251 HS



    Eicher war gut, ist gut ,
    und bleibt weiterhin gut !

  • Hallo Markus,

    ich war letzten Herbst froh, dass ich das Tier mit der Schubstange in meine Scheune reingebracht habe. ...und dort steht er seitdem.

    Mit allen Vor- und Nachteilen.


    So arg ist es jetzt auch nicht mehr. Lieber schimpfe ich über "Drecksarbeit" als über fehlende oder defekte Teile. :lol:


    Liebe Grüße,

    Sam

  • hehe, das stimmt wohl . Hab ich früher genauso gemacht, bzw erst mim Baumarkt Hochdruckreiniger gekärchert, seit 3 Jahren hab ich nen heisswasser Hochdruckreiniger, eines meiner Besten Anschaffungen 8)

    Auf jeden Fall bin ich auf weitere fortschritte Gespann.


    Gruß Markus

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    und bleibt weiterhin gut !

  • Hallo Leute,

    ich habe eine weitere Komponente zwischenzeitlich zerlegt. Und zwar die Gemmer Lenkung.


    Die Kronenmutter war dank Caramba und Hitze schnell geöffnet. Beim Lenkstockhebel hat das 24h gedauert, bis sich das Ding in Bewegung setzte. Danach konnte die Lenkung zügig aus dem Lenkungsbock rausgedrückt werden.


    Das Öffnen des Gehäusedeckels war ebenso eine leichte Übung. Durch das Rausziehen des Nachstellflansch war dann der Weg für das Getriebeöl frei. Die Suppe kam schön raus. Dabei wurde auch der erste Schaden sichtbar.


    Das Führungsrohr, in dem die Elektrik zum Hupenknopf verläuft, war ca. in der Mitte verdreht und abgedreht. Da muss der Mammut einmal länger in seinem Rost gestanden sein, damit sich das Führungsrohr mit der Innenwand der Lenkungsspindel verbinden konnte.

    Da werde ich wohl das Rohr austauschen müssen.


    Nach dem Lösen der Sechskantmutter oben an der Lenkspindel und leichten Schlägen kam das Innenleben der Gemmer Lenkung frei.

    Die Lenkspindel sah gut aus.


    Beim Drüberstreichen mit den Fingern spürte ich jedoch einige scharfe Ränder. Nach dem Putzen der Lenkrollenwelle wußte ich auch, wo die herkamen.


    Der 310er ist vom Vorbesitzer im Wald in den Graben geschmissen worden. Dabei muss ein gehöriger Stoß über die Vorderräder in die Lenkung übertragen worden sein. Das hat den Rollenflanken nicht gut getan. Auch die Lagerung der Rolle weist ein uneinheitliches Abrollbild auf (es blockiert stellenweise).


    Hier meine Frage des Tages.

    Können diese Schäden durch Abschleifen und Ausbessern mit flüssigem Metall behoben werden? (zusätzlich Ausbohren der Achse und Neulagerung).

    Oder aber...

    hat jemand von Euch eine Lenkrollenwelle abzugeben?


    Liebe Grüße,

    Sam

  • Hallo,


    Da solltest du garnichts machen, schon garnicht kleben ! Lenkungsteile sind sicherheitsrelevante Teile , da hilft nur Ersatz!

    Ich weiß, teuer , aber da sollte mannicht sparen !


    Gruß

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    Eicher ES 400
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    und bleibt weiterhin gut !

  • Hallo,


    abgesehen von den Sicherheitsbedenken die ja schon geäußert wurden würde hier kleben sowieso nicht halten. Über diese relativ kleinen Flächen werden ziemlich große Kräfte übertragen. Das wäre als wenn man Riefen in Pleullagerschalen mit Flüssigmetall reparieren würde.


    Gruß Jens

  • Hi, also da gebraucht was gutes zu finden wird auch eher schwierig werden bzw auch teuer probieren kannst du es natürlich.


    Gruß

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    und bleibt weiterhin gut !