Radlager ??

  • Hallo und guten Tag liebe Mitstreiter !

    Leider habe ich nicht viel Ahnung, habe mein Leben in der Hauptstadt verbracht, und mir vor 3 Jahren den Kindheitstraum Treckerfahren

    ( Fahr D180H ) erfüllt. Nun die Saison geht wieder los, und ich stelle einen leichten negativen Sturz am rechten Hinterrad fest. Das Rütteln in

    Querrichtung ergibt deutliches Spiel. Die Erfahrung aus dem PKW -Bereich würde mich auf Radlager schließen lassen. Liege ich da richtig ?

    Wo bezieht man in dem Fall ein neues Radlager her ? Kann ich das alleine tauschen, muß dazu das Rad runter? Damit wäre bei mir schon

    Ende, da ich das nicht mehr ( alltersbedingt ) heben könnte. Sollte man, dann beide Tauschen ? Auf Antworten ftreue ich mich.

    Schöne Frühlingstage und beste Grüße Frank , Insko / Polen 8)

  • Hallo Frank,


    das hört sich in der Tat nach Lagerschaden an.

    Die Reparatur würde ich auch schnell in Angriff nehmen und nicht mehr damit fahren.

    An meinem D90H hatte ich zwar keinen Lagerschaden, aber es gibt offenbar im Laufe der Zeit

    Probleme mit den Lagersitzen.

    Diese verschleißen, das Lager wird locker, Folgeschaden in jede Richtung möglich.

    Ich habe es scheinbar rechtzeitig bemerkt, das "alte Lager" war noch brauchbar, ich musste mich also nur um die

    Aufarbeitung des Lagersitzes bemühen, habe das Lager dann aber auch eingeklebt.

    Seitdem Ruhe und auch keine Geräusche.

    Um Deine Frage nach dem "selber" machen zu beantworten.

    Handwerklich keine ganz große Kunst, aber Du musst doch das Rad und das Vorgelege abnehmen - in Deinem Fall

    benötigst Du also helfende Hände.

    Da für die Reparatur das Rad ab muss und der Deckel vom Vorgelege samt Antrieb auch runter muss empfiehlt es sich,

    gleichzeitig den Simmerring neu zu machen. Ich meine, das Maß wäre 64/90/12.

    Bei mir hat es da auch immer mal ein Tröpfchen Öl rausgedrückt ... .

    Das große Antriebsritzel muss dafür auch runter, habe mir seinerzeit einen ganz simplen Abzieher aus einem Vierkantrohr

    und zwei Schrauben gebaut.

    Nach der Reparatur muss Du das Zahnrad zur Montage auf der Welle warm machen, Welle evtl. vorher noch ins Gefrierfach.

    Und dann muss es schnell gehen. Achte auf die Position vom Zahnrad zur Welle, Du musst da auch noch eine Passfeder

    montieren.


    Gruß, Jörg.

    Fendt 108SA 1975; Fendt Fix 2 1961; Fendt F20GH 1952; Fendt F15G6 1955; Fahr D90H 1956

  • Hallo Frank,


    Würde die Reparatur auch zeitnah in Angriff nehmen. Leider sind bei vielen Getrieben mit Portalachsen nicht die Lager, sondern die Lagersitze das Problem. Will dir nicht den Mut nehmen aber bis jetzt hatte ich mehr kaputte Sitze als Lager...


    Wenn du dir die Mühe machst würde ich beide Seiten komplett machen, sprich Lager und Abdichtung. Falls deine Bremsen in nächster Zeit auch anstehen kannst du diese gleich mitmachen. Zur Vorgehensweise hat Jörg schon alles gesagt.

    Je nachdem wie viel Spiel dein Lagersitz hat musst du diesen aufarbeiten lassen. Mittlerweile gibt es aber auch tolle Kleber z.B. von Loctite die auch einen kleinen Spalt füllen können. Wenn das Spiel noch nicht zu groß ist wäre sowas eine preisgünstige Alternative.


    Gruß Marco

  • Hallo Marco,

    Du hast mir den Mut genommen. Wenn ich niemanden hier finde,der daß prüfen kann, was die

    Ursache ist, dann kann ich meine kurze Begeisterung für das Traktorfahren beerdigen.

    Alleine habe ich keine Chance den Schaden zu beheben. Danke für Deine Meinung.

    Grüße Frank

  • Hallo Marco,

    ja ich werde versuchen hier auf unserem Dorf ein paar clevere Jungs zu finden. Allerdings sind die naturgemäß

    nur auf URSUS und BELARUS spezialisiert. Höre schon jetzt, gar kein Problem. Leider kann ich das geschriebene von Euch

    nicht übersetzen. Mir graust es schon jetzt im Vorfeld. Das wird eine schlaflose Nacht.

    Danke für Eure Mühe, viele Grüße Frank

  • Hallo Frank,


    diese Reparatur ist aber wirklich kein Hexenwerk! Du musst vorher nichts messen und hinterher nichts einstellen!

    Das ist wirklich einfache Handarbeit - das schwierigste dürfte das Demontieren und Montieren des großen Ritzels sein.


    Wenn Du solche Bedenken hast, dann lass Dir von den Jungs aus deinem Dorf das Rad abbauen und das Vorgelege demontieren.

    Dann ab damit in den Kofferraum und zum Landmaschinenhändler.

    Die haben die benötigten Teile am nächsten Tag da und auch eine Presse, um das Ritzel zu "bewegen".

    Aber rechne mal mit 1 1/2 bis 2 Stunden Werkstattarbeit zum ortsüblichen Stundenlohn plus die Teile.

    Das kann man ja vorher Abklären, dafür gibt es ja einen Kostenvoranschlag.

    Von der von Marco genannten Summe sollte das meiner Meinung nach weit, weit entfernt sein.


    Marco, wie setzt sich bei Deiner Rechnung dieser Betrag zusammen?

    Ich hätte jetzt für 2 Stunden Arbeit 100 - 120 Euro veranschlagt und 50 bis 60 für die Teile und Kleinmaterial.

    Wären dann 150 bis 180 Euro.


    Gruß, Jörg.

    Fendt 108SA 1975; Fendt Fix 2 1961; Fendt F20GH 1952; Fendt F15G6 1955; Fahr D90H 1956

  • Hallo Jörg,



    ich nehme als Beispiel mal einen Porsche 217 bei dem ich letzten Monat so eine Reparatur gemacht habe. Ich denke der Fahr D180 wird ähnlich vom Aufbau, Arbeitsaufwand und Materialkosten sein.


    -Rad demontieren

    -Achskörper demontieren

    -Radlager abziehen

    -Zahnrad abziehen (eventuell erwärmen falls es nicht runter geht)

    -Radlager abziehen

    -Wedi erneuern

    -Radlager montieren

    -Zahnrad montieren

    -Radlager montieren

    -Dichtfläche reinigen

    -Neue Dichtung montieren

    -Achskörper montieren

    -Alte Bremsbeläge entfernen

    -Neue Bremsbeläge aufnieten

    -Grundeinstellung Bremse

    -Öl in Portalachse auffüllen

    -Rad montieren


    = Arbeitszeit pro Seite ca. 4h/75€


    Materialkosten:

    -Lager SKF 6313 ca.35€

    -Lager SKF NUP 213E ca.75€

    -WeDi ca.10€

    -Bremsbeläge inkl. Nieten ca. 90€

    -Öl ca. 15€

    -Kleinmaterial ca. 5€


    Gesamtkosten pro Seite = 530€


    Ihr seht selbst dass es in der Kostenauflistung viele Variablen gibt, denke aber trotzdem nicht dass man unter 300€/Seite kommen wird.


    Gruß Marco

  • Hallo Marco,


    bei Deiner Art der Betrachtung erklärt sich der errechnete Betrag.

    Du willst ja auch alles in der Werkstatt machen lassen, veranschlagst je Seite 4 Stunden Arbeit,

    verbaust neue Lager und neue Bremsbeläge.

    Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich diese Reparatur schon an zwei Schleppern gemacht habe und

    weder den Zeit- noch den Materialaufwand bestätigen kann, der hier gelistet ist.

    Ich vermute aber auch mal, dass in Polen die Materialpreise und vor allem die Stundenverrechnungssätze deutlich

    geringer sind, als bei uns.


    Gruß, Jörg.

    Fendt 108SA 1975; Fendt Fix 2 1961; Fendt F20GH 1952; Fendt F15G6 1955; Fahr D90H 1956

  • Hallo Jörg,


    da hast du mit Sicherheit recht. Ich denke mal der Verrechnungssatz wird wohl in Polen bei 2/3 von unserem hier liegen. Materialpreise variieren eh. Vielleicht kann ja jemand mal in der ETL schauen welche Lager hier verbaut sind.


    Zur Zeitangabe hab ich das Mittel der letzten 3 Reparaturen (1x Porsche 218, 1x Kramer KL11 1xKramer KA15) die wir gemacht habe genommen. Freut mich aber dass es bei dir besser geklappt hat. Hatten leider fast immer Schwierigkeiten mit festsitzenden Zahnräder und kaputten Sitzen.


    Ob man am Material sparen will muss jeder selbst wissen. Eine Werkstatt wird sich wohl zweimal überlegen ein China Lager zu verbauen wenn sie auf die Reparatur 1 Jahr Garantie geben müssen.


    Will mich hier nicht auf einen Preis festlegen, wird sicherlich auch billiger gehen, allerdings hat die Erfahrung gezeigt dass die meisten Reparaturen in diesem Rahmen liegen.


    Gruß Marco

  • Hallo Ihr Lieben !


    Ich hatte Glück, denn als die Jungs das Rad abgenommen hatten, war offensichtlich , daß '' nur ''

    die große ( ich nenn sie mal so ) Achsmutter sich dabei war zu verabschieden.

    Der Sicherungssplint war zu klein gewählt, und nur noch als winziger Überrest vorhanden.

    Nach Austausch der Mutter ( 4,- EUR ) und neuem Splint ist wieder alles fest und damit gut.

    Hat mich ingsgesamt 20 ,- Euronen gekostet. Konnte man erst später wissen.

    Daher, nochmals ganz herzlichen Dank für die Hilfsbereitschaft.

    Bitte noch eine Frage, wenn ich mich im Herbst entschließe die Bremsen erneuern zu lassen,

    Was sollte alles ausgetauscht werden, und wo bezieht man das. Im normalen Landwirtschaftsfahrzeug-

    zubehörhandel ?

    Ich wünsche ein schönes Osterfest, danke und tschüss.

    Frank