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Was passiert bei zu hohem Einspritzdruck?

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    Hallo Zusammen,


    mal wieder eine (vielleicht ein bisschen theoretische) Frage:


    Mal angenommen ich habe hier einen Standard-Schlepper, damit meine ich irgendeinen alten Saugdiesel aus den 50er-70er Jahren, Direkteinspritzer, fester Förderbeginn, Fliehkraftregler (Motor oder Pumpe) usw.


    Was passiert, wenn die Düsen statt auf 130bar auf 160bar eingestellt sind (und die Pumpe i.O. ist und das auch packt)?


    - Verschiebt sich der Spritzbeginn (der Förderbeginn bleibt sicher gleich)?


    - Ist es für die Pumpe auf Dauer schlecht?


    - Kann sich das Spritzbild verändern?


    - Wie merkt man das am Motorlauf (Geräusch, "Rauch", etc.)?



    Ich weiß ist ein bisschen blöd ohne konkretes Beispiel, aber vielleicht hatte ja mal jemand so einen Fall.


    Gruß,
    Andi

  • Die Pumpe muss eben den höheren Öffnungsdruck der Düse (meist Zapfen- oder Mehrlochdüse) überwinden können, was ja gerade bei alten Pumpen nicht immer der Fall ist. Wenn die Pumpe somit gegen einen größeren Widerstand arbeiten muss, ist die logische Folge, dass dies auf Dauer im Vergleich zur Werksangabe einen größeren Verschleiß ergibt.


    Meist hat ein höherer Druck eine bessere Zerstäubung zur Folge. Man hat so ne effizientere Verbrennung und kann je nach Einstellung ne bessere Leistung oder Verbrauch erreichen .


    Würde es aber so lassen, wie es vom Hersteller empfohlen ist.

  • Das kam jetzt vielleicht falsch rüber, es geht nicht darum, dass der Druck erhöht werden soll, sondern dass "neu" abgedrückte Düsen (inkl. Düseneinsätzen) nach einer Kontrolle auf Verdacht (daran denkt man ja erstmal nicht) erst bei 160bar öffnen (statt wie angegeben 135+5), und der Herr sich da rausreden will, dass das schon so passt. Vielleicht bedienen wir ja auch nur das Abdrückgerät falsch, geht das?


    Das Spritzbild sieht (für mich als Laie) auch ziemlich mies aus (ein dicker Hauptstahl und ein bisschen "Spray" rundherum aber nicht gleichmäßig, sondern "wild asymmetrisch"). Ist eine Einlochdüse (mit "Spitze", keine Flachsitzdüse). Düsen haben ca. 150h gelaufen.


    Und ohne jetzt vorwegzunehmen was uns subjektiv aufgefallen ist, wollte ich eben mal hören, wie sich sowas auswirken kann, bei o.g. Punkten.


    Gruß,
    Andi

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  • Achso, das ist gemeint. Das war echt etwas unglücklich gefragt.
    Nee, solange die Düse passt kann beim Abdrücken der Druck nicht höher gehen, wenn du den Hebel mäßig drückst.
    Aber wenn da nur etwas Schmutz reinkommt hat das schnell Auswirkungen.
    Hatte mal welche abgedrückt, die waren anfangs schlecht und nach gutem Reinigen wieder auf Sollwert.

  • Hallo Andi,


    theoretisch wird durch den höheren Einspritzdruck der Einspritzzeitpunkt verschoben (Richtung spät). Das führt zum harten "Nageln" des Motors und auch zum Leistungsverlust.
    Das Spritzbild sollte gleichmäßig fein zerstäuben. Ein "dicker Hauptstrahl" klingt nach einer hängenden Nadel.
    Versuch doch ert einmal, die Düse vorsichtig zu reinigen und dann den Druck korreckt einzustellen.


    Grüße
    Uwe

  • Ich glaube das mit dem Einstellen macht dann lieber jemand anderen machen, Reinigen wäre evtl. noch drin.
    Der Motorlauf kommt erscheint ebenfalls zu hart/rauh vor…
    Kann die Verunreinigung auch von verrußten Düsen kommen? Würden da solche Einspritzsystem-Reiniger helfen?
    Vielleicht schießen wir auch gerade wieder mit Kanonen irgendwo hin, dann sagt es bitte!!! ;)


    Oder die Düsen nochmal raus und zu einem anderen LaMa bringen, bevor da wieder Stunden rumprobiert werden und am Ende hats nix gebracht.


    Auch auf einem indischen Prüfgerät sind mir 160bar zu viel ;)


    Gruß,
    Andi

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  • Moin Andi,


    Verunreinigungen vom Ruß eigentlich nicht. Und beim Einspritzsystemreiniger scheiden sich die Geister. Ich habe die Erfahrung gemacht, das Dichtungen sich gern auflösen und/oder es löst sich in den Leitungen etwas und verstopft Dir entsprechend das System.
    Wenn Du Dir nicht sicher bist, dann würde ich Dir vorschlagen, einen anderen LAMA/Motoreninstandsetzer auszuprobieren. Ein zu hoher eingestellter Einspritzdruck bei einer "verschlissenen" Einspritzpumpe ist nicht gerade günstig (Einspritzzeitpunkt). Wie oben schon geschrieben: Druck und Spritzbild müssen passen.


    Grüße
    Uwe

  • Ok, noch eine andere Frage: hat ein zu hoher Druck (z.B. die angesprochenen 20-25bar) ein wesentlichen Einfluß auf das Spritzbild?


    Ich stelle mir ein gutes Spritzbild als schönen fein zerstäubten Nebelkegel vor, zumindest bei einer Einlochdüse, ohne erkennbare Unterschiede im Kegel, aber ich bin diesbzgl. absoluter Laie.


    Das Nächste wäre mal zu versuchen, ein Foto einzufangen.


    Gruß,
    Andi

  • Ja, der Druck beeinflusst das Spritzbild. Das kannst Du ausprobieren, indem Du die Unterlegscheiben/Einstellscheiben heraus nimmst oder einlegst.


    Natürlich gibt es viele unterschiedliche Einspritzdüsen und ebensoviele unterschiedliche Spritzbilder. Aber bei Deinen Düsen sollte es so aussehen, So wie Du Dir das vorstellst (fein zerstäubter Nebelkegel).


    Gruß
    Uwe

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  • Hallo Andi!


    Ja der Druck beeinflusst das Spritzbild, alles andere zum Thema hat Uwe denke ich schon super erklärt... es sei aber noch zu sagen, dass ein zu hoher Einspritzdruck nicht nur den Verschleiß fördert, sondern auch Motorschäden hervorrufen kann ( Zwar jetzt nicht unbedingt bei 10-15 bar mehr aber man sollte es erwähnen).


    Anbei mal zwei "durchgeschossene" Kolben (Quelle Google Bilder). Passiert meistens bei neueren Einspritzsystemen, wenn die Injektoren nicht mehr so wollen... selbst schon 2x erlebt.


    [Blockierte Grafik: http://womo.omniro.de/wp-content/uploads/2015/04/2015-04-06_17-36-57_Kolben__MG_4652-1600.jpg]


    Wenn du die Düsen mal abgedrückt haben willst kannst du gerne mal abends auf ein Bierchen vorbei kommen. Einstellen ist auch kein Problem. War heute eh schon bei dir in der Nähe nen kleinen blauen aus Forstern besichtigen.


    Mfg Tobi

    „Der Bauer träumt – wenn doch oh Herr, mein Fendt ein guter Eicher wär!“

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