Bastis Bulldog Blog

  • Hallo zusammen,


    ich hatte die letzten Tage mal eine Idee...
    Und zwar gibt es ja im Netz die verschiedensten "Blogs", in denen Leute das Internet an ihrem Leben teilhaben lassen. Was es aber eigentlich nicht gibt: Einen Blog, der sich ausschließlich mit Traktoren beschäftigt.
    Inspiriert von den abolut großartigen Fotobeiträgen im Restaurations-Forum von unserem Hendrik (Hinnerk) habe ich mir gedacht, euch ein bisschen an meinem Oldtimer-Leben teilhaben zu lassen. Dafür habe ich mir bewusst das Unterforum der besonderen Raritäten ausgesucht, da ich mich in meinen Beiträgen eigentlich nur auf seltene Traktoren "spezialisieren" möchte.


    Da ich nahezu jedes Wochenende im Sommer bei den Treffen hier im schönen Bayern und benachbarten Österreich unterwegs bin und meine Kamera mein steter Begleiter ist, habe ich einiges an Material, das für euch durchaus interessant sein könnte. Auch die "großen" Treffen der Szene wie Nordhorn oder Panningen stehen ab und an auf meinem Kalender, weshalb ich auch von dort einige Fotos und Infos liefern kann.


    Der Grundgedanke bei meinem "Blog" sollte folgender sein:
    Die Fotos der seltenen Stücke werde ich jeweils nach den Treffen hier posten und auch soweit möglich entsprechende Informationen zu den Fahrzeugen geben. Durchaus gibt es aber auch ab und an Traktoren, welche auch mir noch unbekannt sind, bzw. zu welchen ich keine Infos habe. Vielleicht kann dann jemand von euch aushelfen und weitergehende Infos liefern.


    Kurz noch ein paar Worte zum gewählten Titel:
    Natürlich soll es hier nicht nur um Lanz Bulldogs gehen, doch ich wohne im schönen Bayern, wo jeder Traktor als "Bulldog" bezeichnet wird. Da das Ganze auch in der Alliteration recht stimmig wirkt, habe ich mich für den außerhalb Bayerns nicht ganz korrekten Titel entschieden.


    Bevor es dann endgültig losgeht, möchte ich noch ein paar Worte zu mir loswerden, damit ihr euch auch ein Bild von mir und meinen Aktivitäten machen könnt:
    Ich heiße Sebastian und bin Baujahr 1995. Seit klein auf beschäftige ich mich mit alten Traktoren, obwohl wir nie eine Landwirtschaft in der Familie hatten. Mit 16 Jahren habe ich mir dann meinen ersten Oldtimer gekauft und mir inzwischen ein kleines Privatmuseum mit den verschiedensten Traktoren, Stationärmotoren, landwirschaftlichen Geräten und sonstigem Zubehör angesammelt. Doch darum soll es hier wie bereits erwähnt nicht gehen. Ich hoffe, dass unter euch Interesse an derartigen Beiträgen vorhanden wäre und ich euch mit meinen Fotos und Beiträgen nicht langweile.


    Ich werde heute Abend oder spätestens morgen mit den ersten Fotos hier starten und euch an den Treffen im süddeutschen Raum so teilhaben lassen. Gerne darf auch über die gezeigten Fahrzeuge diskutiert und gefachsimpelt werden, vielleicht können wir so einen schönen Diskussionsthread rund um die verschiedenen Raritäten starten.


    Bis hierhin erstmal genug Text, ich werde mich um regelmäßige Updates bemühen und freue mich, wenn ich euch ein bisschen unterhalten kann.


    Viele Grüße vom schönen Chiemsee an die restliche Traktor-Gemeinde
    Sebastian

    IHC 824S•IHC Cub Cadet 123 (USA)•IHC Cub Cadet 127 (USA)•IHC 353•IHC Farmall F12 Row Crop (USA)•IHC Farmall Cub (Frankreich)•Eicher EKL 15/II•Eicher 3709•Steyr T80•MAN 2K1•RS09 GT122 Maulwurf•Holder EDII•Holder ED10 Knicklenker•Agria 2400

  • Hey Sebastian,


    super Idee, bringt auf jeden Fall Leben ins Forum und klärt über die ein oder andere Rarität auf.
    Und wenn mal nur ein besonders schöner Zustand eines "Massenschleppers" oder ein Schlepper in schöner Kulisse reinrutscht hier, dann passt das ja genauso gut zum Thema "Blog" :)


    Ich bin auf jeden Fall gespannt auf deinen Start!

  • Guten Abend zusammen,


    wie versprochen, hier mal der erste Versuch, euch ein bisschen was zu präsentieren. Ich habe jetzt mal versucht, das entsprechende Bild direkt über das Forum hochzuladen und nicht über einen externen Bilduploader. Das ist mal ein Versuch, habe bisher alles nur über eine externe Seite hochgeladen. Eventuell werde ich da in den nächsten Tagen und Wochen mal verschiedene Möglichkeiten durchprobieren.


    Los geht es mit einem Foto, das ich bereits im Mai diesen Jahres beim Oldtimertreffen in Kammer bei Traunstein (Oberbayern) aufgenommen habe:


    Das Foto zeigt auf den ersten Blick einen "normalen" wassergekühlten Eicher. Doch beim genaueren Hinsehen fallen einige interessante Details auf. Halbrahmen? Verlängerte Motorhaube? Riesige Batterie? Reiheneinspritzpumpe?
    Viele werden nun auf einen Tuning-Freak tippen, der einen armen Eicher verschandelt hat, doch hinter diesem seltenen Stück verbirgt sich ein tatsächlich so in Forstern gebautes Modell. Der Eicher hört auf den Namen "EDB" und wurde bereits 1950 als Prototyp gebaut. Ob von diesem Traktor nur das eine Exemplar oder vielleicht noch zwei, drei weitere Fahrzeuge gebaut wurden, ist mir leider nicht bekannt.
    Der Motor stammt von Mercedes, es handelt sich dabei um einen wassergekühlten Sechszylinder-Diesel mit 50PS aus knapp viereinhalb Litern Hubraum. Zu der Zeit, als der allseits bekannte "16er" quasi noch in den Kinderschuhen steckte, ein absoluter Kraftprotz.


    Viele Grüße und euch allen einen guten Start in die neue Woche
    Sebastian

    Bilder

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  • Hallo zusammen,


    und schon geht es munter weiter in der Reihe. Im letzten Beitrag habe ich ein Fahrzeug aus meiner Heimat Oberbayern behandelt, jetzt möchte ich mal etwas über den Tellerrand hinaus blicken und in unser Nachbarland Tschechien gehen:


    Bei dieser Konstruktion handelt es sich um einen Svoboda DK12, gebaut im tschechischen Kosmonosy. Der DK12 wurde zwischen 1939 und 1949 nahezu unverändert gebaut und verfügt über einen Einzylinder Dieselmotor mit 12PS bei 1.100U/min. Der Hubraum ist mit 1.730ccm durchaus beachtlich.


    Die sehr einfache und robuste Bauweise ermöglichte es vielen tschechischen Landwirten der damaligen Zeit, auch Teil der Motorisierung der Landwirtschaft zu werden. Ein charakteristisches Merkmal des Traktors ist die starre Vorderachse in Verbindung mit einer Schneckenrad-Lenkung. Hier wird also nicht wie bei einem "normalen" Traktor beim Lenken das Rad gedreht, sondern die komplette Achse dreht sich um ihren Mittelpunkt.


    Die Nachteile dieser Konstruktion liegen natürlich auf der Hand:
    Bei Fahrt durch unwegsames Gelände oder Schlaglöcher wirkt die Vorderachse wie ein Hebelarm und möchte sich ständig um ihre Achse drehen. Auch die Variante der Lenkung mittels eines Schneckenrades ist bekanntlich nicht besonders präzise, weshalb die Vorderachse bei der Fahrt eigentlich ständig "flatterte".


    Zum Abschluss noch ein kleiner Fakt am Rande:
    Die Firma Svoboda produzierte bis 1949 in Kosmonosy Traktoren, bis die Firma letztendlich verstaatlicht wurde. Doch heute gibt es das Werksgelände der einstigen Motorenfirma noch immer. Der ein oder andere unter euch hat eventuell sogar ein Fahrzeug in seiner Garage stehen, ohne zu wissen, dass es auf dem ehemaligen Svoboda-Gelände produziert wurde. Sämtliche Skoda Fabia, Octavia und Rapid Modelle stammen nämlich aus dem Werk in Kosmonosy.


    Soweit so gut, heute Abend geht es dann mit einem neuen Fahrzeug an selber Stelle weiter.
    Viele Grüße
    Sebastian

  • So ihr lieben,


    pünktlich zum Feierabend gibt's nochmal ein schönes Fahrzeug für euch. Diesmal etwas für die Freunde größerer, stärkerer und etwas neuerer Maschinen:



    Dieses Ungetüm konnte ich letzten Sonntag beim Oldtimertreffen in Langenpfunzen bei Rosenheim (Oberbayern) vor die Linse bekommen. Der Deutz Intrac 6.60 Turbo wie hier auf dem Foto stellt die Speerspitze der zweiten Intrac Generation dar und wurde zwischen 1986 und 1991 produziert. Das auf dem Foto zu sehende Modell müsste eines der frühen Exemplare sein, da ab 1987 die 6.60er in den Farben des MB-Trac lackiert waren und nur bis 1987 noch im Deutz-Grün erstrahlten. Die satten 150PS aus dem luftgekühlten Sechszylinder Turbo bringt der Deutz Intrac-typisch über vier gleich große Räder auf den Boden.
    Leider habe ich absolut keine Angaben über gebaute Stückzahlen, vielleicht gibt es unter euch ja einen Deutz- bzw. Intrac Experten, der Angaben zu Stückzahlen von den 6.60ern machen könnte?


    Ich hoffe, die Beiträge langweilen nicht und sind etwas lesenswert, falls jemand noch weitergehende Infos zu gezeigten Traktoren hat oder weitere Fragen hat, immer her damit, nur keine Scheu.


    Viele Grüße
    Sebastian

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  • Guten Abend zusammen,


    zu späterer Stunde gibt's heute noch ein kleines "Betthupferl" von mir in Form eines neuen alten Traktors, welcher durchaus in diese Serie hier rein passt.
    Diesmal ist es allerdings kein Traktor, den ich auf einem Oldtimertreffen fotografiert habe, sondern ein Fahrzeug eines meiner Oldtimerfreunde.


    Bei diesem Schmuckstück in wunderschöner Patina handelt es sich um einen sehr seltenen Hatz A2 Baujahr 1948.
    Dies war der erste von Hatz entwickelte Traktor, wobei der Motor mit dem Baumuster A2 bereits in diversen anderen Traktoren zum Einsatz kam. So erwies er sich beispielsweise im Nordtrak Stier bereits als geeignet für den Schlepperbau.
    Der wassergekühlte Zweitakt-Dieselmotor schöpft aus rund zwei Litern Hubraum 22PS. Mit 1.825kg Eigengewicht ist der Traktor kein Fliegengewicht, doch bringt so seine Leistung auch zuverlässig auf den Boden.
    Der Hatz befindet sich in einem sehr guten Originalzustand und ist natürlich vollkommen funktionsfähig. Erst vor Kurzem wurde der Kühler komplett überholt, wobei natürlich auch hier größten Wert auf den Erhalt der charakteristischen Patina gelegt wurde.


    Viele Grüße
    Sebastian

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  • Servus zusammen,


    nach etwas Pause möchte ich euch jetzt wieder mal etwas neues präsentieren:



    Der Schlepper auf dem Bild stammt ebenfalls aus meiner Oberbayrischen Heimat, genauer gesagt aus der Landeshauptstadt München. Dort war die Firma Kurt Kögel ansässig, welche hauptsächlich Baumaschinen produzierte. 1949 wagte man dann allerdings den Schritt in die Traktorenproduktion und stellte aus größtenteils zugekauften Teilen eigene Traktoren her. Je nach Typ wurden die Motoren bei MWM, Südbremse, Kämpfer, Güldner oder Henschel eingekauft, während die Getriebe von ZF oder Renk stammten.
    Doch nicht alle Einzelteile wurden bei Kögel zugekauft. Die Münchner Firma konstruierte und produzierte beispielsweise viele Vorderachsen selbst, auch die gegen Aufpreis erhältlichen Hydraulikanlagen waren Eigenkonstruktionen.


    Auf dem Foto könnt ihr einen Kögel K25 sehen, welcher zur damaligen Zeit 22PS leistete und ebenfalls die firmentypischen, großen Vorderradkotflügel besitzt. Der Zweizylinder mit rund 1,6 Liter Hubraum stammt hier von der Firma Henschel.


    Viele von euch werden sich jetzt eventuell denken "Das Ding kenn' ich doch irgendwoher" oder "sowas hab' ich schonmal gesehen". Das könnte durchaus sein, denn dieser Traktor wurde tatsächlich nicht nur von Kögel produziert, sondern wurde sogar in Lizenz von einem anderen Hersteller gebaut. Dieser Hersteller war Linke-Hofmann-Busch (kurz: LHB). Dort hieß der Traktor LHS25 und war optisch sehr eng am Kögel K25 angelehnt. Die großen, vorderen Kotflügel wurden ebenso übernommen, wie die große, wuchtige Motorhaube. Jedoch wurden bei LHB die Streben der Frontmaske senkrecht angeordnet, während sie bei Kögel waagrecht lagen. Außerdem zierte die LHB Traktoren ein großes Blechschild mit dem Firmenlogo mittig in der Frontmaske.
    Die Motorhaube ist eigentlich das größte Unterscheidungsmerkmal - nicht nur optisch. Denn bei LHB war die Haube zudem ein großes Bauteil, welches komplett nach vorne geklappt werden konnte. Bei den Kögel Traktoren konnte man lediglich die "obere" Motorhaube abnehmen, die vordere Kühlermaske verblieb dabei am Schlepper.


    Soweit so gut, pünktlich zum Start ins Wochenende werde ich heute Abend nochmal einen Beitrag nachlegen.
    Bis dahin
    Viele Grüße
    Sebastian

    Bilder

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  • Ich finde es sehr gut, was Du hier machst. Die Beiträge sind interessant, aber nicht langatmig und besonders gefällt mir Dein gutes Deutsch. Sehr angenehm zu lesen. Eine Wohltat.


    Weiter so!


    Gruß
    Michael

    "'And all those exclamation marks, you notice? Five? A sure sign of
    someone who wears his underpants on his head.'"
    (Terry Pratchett in "Maskerade")

  • Hallo Michael,


    vielen Dank für das Lob! Da macht das Weitermachen direkt viel mehr Spaß! Freut mich, wenn dir die Beiträge gefallen, ich hoffe, sie finden auch bei den restlichen Lesern Anklang.
    Ein gewisser Wortschatz und eine ordentliche Sprache sind für mich unumgänglich. Ich habe das damals in der Schule so gelernt und wüsste nicht, weshalb man im Internet auf ordentliche Sprache, Rechtschreibung und Zeichensetzung verzichten sollte. Aber das ist bekanntlich ein anderes Thema...


    Allen anderen wünsche ich nun einen guten Abend. Jetzt habe ich einen Porsche Standard im Köcher:


    Hmm... Ein Porsche Standard. Ist der was besonderes? Etwas seltenes? Oder doch eher "Standard" (man verzeihe mir den schlechten Wortwitz)?
    Wer sich das Bild allerdings genauer ansieht, könnte eventuell schon vermuten, worum es nun gehen soll. Der Traktor selbst ist hier eher nebensächlich, denn mit über 11.000 gebauten Einheiten dürfte der Porsche Standard den meisten Lesern hier durchaus geläufig sein. Allerdings geht es um die vom Porsche-rot farblich etwas abgesetzten Teile. Wer noch immer nicht weiß, von was die Rede ist:
    Auf dem Foto kann man unten am Trittbrett sowie am (in Fahrtrichtung) linken Kotflügel zwei beige lackierte Teile erkennen. Eines dieser Teile ist ein zusätzliches Lenkrad:


    Dieses Lenkrad wird mit einem speziellen Verschlusssystem auf die Nabe des "normalen" Lenkrades gesteckt und anschließend hinten an der Sitzbank befestigt. Mit diesem Lenkrad konnte der Traktor also auch gelenkt werden, wenn man nicht auf dem Fahrersitz saß. Zudem konnte das Lenkrad fixiert werden, sodass der Traktor beispielsweise immer geradeaus oder im Kreis fährt.
    Zu dieser seltenen Ausstattung gehörte außerdem noch ein Verlängerungshebel für das Kupplungspedal, welchen man auf dem Foto noch über bzw. dem Rücklicht erkennen kann. Damit konnte man auch die Kupplung betätigen, obwohl man nicht auf dem Traktor saß.


    Alles zusammengefasst, konnte so also der Traktor gelenkt werden und es war möglich, den Traktor anfahren bzw. anhalten zu lassen, während man neben dem Traktor herging. Dieses Feature war für Arbeiten gedacht, welche meist von zusätzlichen Arbeitern erledigt werden mussten, wie das Aufsammeln von Steinen auf dem Feld. Durch die Sonderausstattung konnte aber der Bauer selbst neben dem Traktor hergehen und diesen steuern, während er die Steine auf den angehängten Anhänger warf. So wurde im Endeffekt eine Arbeitskraft eingespart. Offenbar setzte sich allerdings dieses System nicht wirklich durch, da ich es bisher nur einmal an einem Schlepper gesehen habe.


    Viele Grüße und einen guten Start in euer wohlverdientes Wochenende
    Sebastian

  • Moin Sebastian,


    entschuldige, daß ich Dir widersprechen muß.


    Der Hebel am linken Hinterrad geht nicht auf das Kupplungspedal sondern auf die Bremswelle und auf das Gasgestänge.


    Da Hydrostop, so die Bezeichnung dieser Einrichtung, nur bei Traktoren mit der ölhydraulischen Kupplung funktionierte war dies möglich.


    Der Werbespruch bei Porsche hieß:'' Früher hüh und hot, heute Hydrostop,,.


    MfG
    Neimanns_Knut

    Ein Kurhesse in der Verbannung.


    Holder EB
    Lanz Alldog A1205
    Porsche Diesel Junior 108 KH

  • Hallo Neimanns_Knut,


    vielen Dank für deine Korrektur! Schön, dass sich jemand hier damit offenbar ordentlich auskennt.
    Weißt du eventuell auch, ob das für alle Porsche Traktoren erhältlich war, welche diese ölhydraulische Kupplung hatten?


    Viele Grüße
    Sebastian

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  • Servus zusammen,


    heute habe ich mal etwas tiefer in meine Fotokiste geschaut und ein paar Fotos vom Oldtimertreffen in Geroldsgrün (Landkreis Hof) gefunden. Die folgenden Fotos entstanden beim diesjährigen Treffen und zeigen ein Fahrzeug, von welchem ich bis heute noch nicht genau weiß, was ich davon halten soll:



    Optisch wirkt dieses Fahrzeug für mich eher nicht wie ein Traktor, mit dem voll verkleideten Motor und dem großen Fahrerhaus sind meiner Meinung nach auch gewisse LKW-Merkmale vorhanden.
    Das gezeigte Fahrzeug zeigt eine Straßenzugmaschine von Deutz, Typ F6M517. Der wassergekühlte Sechszylinder leistet knapp 150PS und hat über 13 Liter Hubraum. Das Baujahr war mit 1941 angegeben.
    Leider hatte ich nicht die Möglichkeit, dieses Ungetüm einmal laufen zu hören, das hätte mich doch schwer interessiert. Leider habe ich keinerlei Infos über eine gebaute Stückzahl, allerdings denke ich, dass die jemals gebauten Exemplare an einer Hand abgezählt werden können, ganz zu schweigen von den heute noch existierenden Fahrzeugen.
    Falls zu diesem Deutz jemand noch weitere Infos hat, immer her damit!


    Viele Grüße
    Sebastian

  • Moin Basti,


    leider kann ich Dir nicht sagen, ob es die Hydrostop-Einrichtung für alle Porschemodelle gab, zumindest für Junior und Standard traf dies aber zu, sofern sie die ölhydraulische Kupplung besaßen.


    MfG
    Neimanns_Knut

    Ein Kurhesse in der Verbannung.


    Holder EB
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    Porsche Diesel Junior 108 KH

  • Zitat von Neimanns_Knut

    für Junior und Standard traf dies aber zu, sofern sie die ölhydraulische Kupplung besaßen.


    Für den Super gab es die auch.


    Zitat von IHC824S


    Leider habe ich keinerlei Infos über eine gebaute Stückzahl, allerdings denke ich, dass die jemals gebauten Exemplare an einer Hand abgezählt werden können, ganz zu schweigen von den heute noch existierenden Fahrzeugen.
    Falls zu diesem Deutz jemand noch weitere Infos hat, immer her damit!


    Wie das Ding zu einem H-Kennzeichen gekommen ist, bleibt mir ein Rätsel.
    Die historische Substanz an dem Teil stammt von einem 28er Wasserdeutz, zumindest was die vorderen Kotflügel, die Vorderachse und die Grundidee der (jetzt erhöhten) Kühlermaske angeht. Was für ein Getriebe da drin steckt kann ich leider nicht sagen. Fakt ist jedoch, dass das Teil niemals in einem Stück Köln verlassen hat, sondern ein Eigenbau ist.


    mfG
    Fabian

  • Zitat von GTfan


    Wie das Ding zu einem H-Kennzeichen gekommen ist, bleibt mir ein Rätsel.
    Die historische Substanz an dem Teil stammt von einem 28er Wasserdeutz, zumindest was die vorderen Kotflügel, die Vorderachse und die Grundidee der (jetzt erhöhten) Kühlermaske angeht. Was für ein Getriebe da drin steckt kann ich leider nicht sagen. Fakt ist jedoch, dass das Teil niemals in einem Stück Köln verlassen hat, sondern ein Eigenbau ist.


    mfG
    Fabian


    Hallo Fabian,


    vielen Dank für deine Einschätzung! Wieder ein Stück schlauer geworden. Den Gedanken an einen Eigenbau habe ich anfangs auch irgendwo im Hinterkopf gehabt, allerdings habe ich beim genaueren Hinsehen durchaus gedacht, dass dieses Teil so original wäre.
    Denn wenn die Maschine tatsächlich "selbst zusammengezimmert" wurde, dann Hut ab vor dem Erbauer des Traktors, denn was die Verarbeitung und Konstruktion angeht, mutet das absolut perfekt an.
    Was das Getriebe angeht, vermute ich persönlich etwas aus dem LKW-Bau. Der Traktor hat ein Husumer Kennzeichen, was bekanntlich hoch im Norden ist. Das Treffen war allerdings in Bayern, also wird das Teil durchaus etwas schneller als die üblichen 20km/h laufen. Darauf deuten meiner Meinung nach auch die Hinterräder hin. Aber auch hier natürlich wieder nur Vermutungen, keine konkreten Tatsachen.
    Aber immerhin hatte ich mit meiner Vermutung recht, dass man die gebaute Stückzahl dieses Traktors an einer Hand abzählen kann... :lol:


    Viele Grüße
    Sebastian

    IHC 824S•IHC Cub Cadet 123 (USA)•IHC Cub Cadet 127 (USA)•IHC 353•IHC Farmall F12 Row Crop (USA)•IHC Farmall Cub (Frankreich)•Eicher EKL 15/II•Eicher 3709•Steyr T80•MAN 2K1•RS09 GT122 Maulwurf•Holder EDII•Holder ED10 Knicklenker•Agria 2400

  • Zitat

    Der Traktor hat ein Husumer Kennzeichen, was bekanntlich hoch im Norden ist. Das Treffen war allerdings in Bayern, also wird das Teil durchaus etwas schneller als die üblichen 20km/h laufen. Darauf deuten meiner Meinung nach auch die Hinterräder hin. Aber auch hier natürlich wieder nur Vermutungen, keine konkreten Tatsachen.
    Aber immerhin hatte ich mit meiner Vermutung recht, dass man die gebaute Stückzahl dieses Traktors an einer Hand abzählen kann... :lol:


    Viele Grüße
    Sebastian


    Hallo zusammen,


    ein wiklich tolles Thema hier! Mach weiter so.


    Die genannte Zugmaschine habe ich dieses Jahr auch schonmal bewundert. Der Klang des Motors ist wirklich beeindruckend. Des Kennzeichen HU steht übrigens für Hanau, was deutlich näher ist als Husum. :-)


    Ich werde das Fahrzeug mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in zwei Wochen auf einem Treffen wieder sehen.


    Gruß


    Andi

    Meine (kleine) Sammlung:
    Fordson Dexta (Bj. 1962)
    IHC D-430 (Bj. 1961)
    Schmiedag Hansa D 50 (Bj. 1952)
    Fendt Farmer 3S (Bj. 1969)
    Lanz LHR 35 (Bj. 1920/30)
    I.A.M.E. Pampa T 01 (Bj. ca. 1954)

    Einmal editiert, zuletzt von Fordson1962 ()


  • Hallo Andi,


    oh, das mit dem Kennzeichen möge man mir verzeihen, Asche auf mein Haupt :oops:
    Wenn du die Möglichkeit hast, das Fahrzeug demnächst wieder zu sehen, vielleicht kannst du dann ja auch den Besitzer dazu treffen und ihn mal fragen, welche Geschichte hinter dem Deutz steckt. Das wäre wirklich sehr interessant.


    Freut mich, dass nun auch etwas Leben hier in den Beitrag gekommen ist, ich kam mir schon fast vor, als würde ich Selbstgespräche führen.


    Viele Grüße
    Sebastian

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  • Hallo an alle da draußen,


    nachdem es jetzt schon ein paar Tage nichts neues mehr von mir gab, möchte ich das nun nachholen:


    Dieses Foto konnte ich - ähnlich wie das letzte Porsche-Foto - vor ein paar Wochen auf dem Oldtimertreffen in Langenpfunzen bei Rosenheim machen.
    Der hier gezeigte Porsche ist ein ganz seltenes Stück und hört auf den Namen P144. Diese Bezeichnung wurde noch aus der Zeit mit Allgaier (z.B. AP22, etc.) übernommen. Auch wurde dieser Schlepper offiziell noch bei Allgaier produziert, hatte allerdings bereits das Blechkleid und die Schriftzüge sowie den Lack von Porsche.
    Gebaut wurde dieses Modell zwischen 1956 und 1957 und hatte wie es die Typenbezeichnung bereits vermuten lässt, 44PS. Allerdings war der P144 kein besonders großer Verkaufsschlager, weshalb nur rund 60 Stück von diesem Schlepper produziert bzw. verkauft wurden. Die niedrigen Verkaufszahlen lagen mit Sicherheit auch an dem für damalige Verhältnisse sehr teuren Grundpreis in Höhe von 14.700DM, was das Budget der meisten Landwirte deutlich überstieg.
    Porsche entwickelte von diesem Traktor sogar eine Flughafen-Version, welche ich allerdings bisher weder auf einem Foto, noch auf einem Treffen live sehen konnte. Diese Flugfeld-Ausführung hatte einen längeren Radstand und ein knapp doppelt so hohes Leergewicht als die normale Ausführung. Ebenso wurde ein Siebengang-Getriebe verbaut.


    Viele Grüße
    Sebastian

    Bilder

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  • Zitat von IHC824S


    Der hier gezeigte Porsche ist ein ganz seltenes Stück und hört auf den Namen P144. Diese Bezeichnung wurde noch aus der Zeit mit Allgaier (z.B. AP22, etc.) übernommen. Auch wurde dieser Schlepper offiziell noch bei Allgaier produziert, hatte allerdings bereits das Blechkleid und die Schriftzüge sowie den Lack von Porsche.


    Bei Allgaier hieß der baugleiche Schlepper A144. Er wurde im Werk Friedrichshafen gebaut, anfangs eben unter der Regie von Allgaier, später nach der Übernahme durch Mannesmann dann als Porsche-Diesel. Blechkleid und Farbe gabs in der Form bei Allgaier auch schon, von winzigen Änderungen abgesehen.


    mfG
    Fabian

  • Hallo zusammen,


    man entschuldige bitte meine Abstinenz in den letzten Tagen, aber ich hatte leider zu viel um die Ohren, als dass ich euch mit Nachschub hätte versorgen können.
    Aber jetzt habe ich wieder ein paar Minuten Zeit gefunden und ein bisschen in der Fotokiste gekramt:


    Dieses Schmuckstück kommt aus dem benachbarten Österreich von der Firma Lindner. Die Firma dürfte vielen von euch auch heute noch ein Begriff sein, sie ist heute Marktführer der kleinen und mittelgroßen Traktoren in Österreich. Auch das damalige Lindnerwerk in Kundl, Tirol gibt es noch heute und dort werden noch immer die neuesten Traktoren produziert.
    Das auf dem Foto gezeigte Modell ist ein Lindner S14, der erste in Serie produzierte Traktor von Lindner. Verbaut wurde damals ein Stationärmotor der Firma Warchalowski, welche in Wien ansässig war. Der Einzylinder mit Verdampferkühlung leistet 14PS bei 1.300 Umdrehungen und überträgt seine Kraft mittels Keilriemen an das Getriebe.
    Die meisten S14 waren damals mit einer fest angebauten Seilwinde im Heck ausgerüstet, was auch die einzige Sonderausstattung für diese Traktoren zur damaligen Zeit war.
    Ab 1950 wurde der Traktor mit leichten Veränderungen als Lindner JW15 verbaut. Das Hauptunterscheidungsmerkmal optischer Natur zwischen dem S14 und dem JW15 ist der Motor. Beim JW15 war ein Jenbacher Motor (ebenfalls mit Verdampferkühlung) verbaut. Später gab es den JW15 auch mit Motorhaube. Die restliche Konstruktion wie Rahmen, Achsen, Getriebe und so weiter blieb allerdings weitestgehend unverändert.


    Viele Grüße
    Sebastian

    Bilder

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