Scheiben unterhalb der Messingbuchsen - zwingend notwendig? (Achsschenkel)

  • Hallo zusammen,


    ich hab ein Problem. Ob es ein arg großes oder ein nur semi großes Problem ist, hoffe ich von euch erfahren zu können.


    Und zwar habe ich an meinem AP17/22 (Der Motor ist ein AP17 Motor, der Rest des Treckers erinnert eher an einen AP22) die Messingbuchsen an den Achsschenkeln neu drehen lassen. Ich bin zu einer Dreherei hier ums Eck gegangen und hab die in Auftrag gegeben. Sie sollten mir die Messingbuchsen unten am Achsschenkel sowie in dem Radführungsgehäuse auch die Radführungsbüchsen.
    Alle vier waren ziemlich ausgeschlagen und nicht mehr wirklich rund, weshalb ich die neu wollte, damit kein unnötiges Spiel entsteht.



    Soweit so gut.
    Nun frage ich da kürzlich nach, wie weit die schon sind, denn der Trecker soll fertig werden. Sagten die mir, dass die Buchsen unten schon fertig sind, es aber bei den oben etwas kompliziert wäre. Und, dass sie die Buchsen unten schon drauf geschrumpft haben.
    Abgesprochen war das so glaube ich eigentlich nicht, aber nun sind die Teile drauf.
    Problem: zwischen der Buchse und dem "knick" wo dann die Radnarbe anfängt waren noch ein paar Scheiben als ich die alten Buchsen runter genommen habe (hab sie aufgeflext, also zerstört). Diese sind da jetzt _nicht_ zwischen. Müssen die da zwingend drunter sein? Ich fürchte ja schon.... Oder kann ich die weg lassen? In der Ersatzteilliste werden diese Scheiben als Tellerfedern bzw. Stützringe bezeichnet. Klingt jetzt irgendwie nicht so, als wenn man die einfach weg lassen könnte.... Ach Gott ey, das ärgert mich gerade extrem.

    Wenn die da zwingend zwischen müssen, bekommt man die nagelneuen und vermutlich nicht ganz günstigen Buchsen da irgendwie so runter, dass man sie nicht zerstören muss? Denn den einen Teil warm und den anderen kalt machen, wird ja schwierig wenn es zusammengeschrumpft ist...

    Habt ihr ne Idee wie ich da nun vorgehen soll? Bin gerade ein bisschen frustriert deswegen :(


    Grüße

    Raguz


    Das große Ding da habe ich immer als Federbein bezeichnet oben. Keine Ahnung ob das richtig war :) Jedenfalls sieht man dort die alte Buchse, die hat unterhalb von dem hellen Stück der Welle gesessen. Also dort, wo nun diese 3 oder 4 Scheiben sind und das ganze sehr ölig aussieht.

  • Wenn ich sachlich bin, sollte ich Dir nicht anworten, da ich zugeben müsste, an dieser Stelle nicht genug Ahnung zu haben.


    • nicht frustriert sein! Das gehört einfach zu Sache dazu. Natürlich will man *endlich* mal den Motor anlassen können und mal ne Runde drehen, aber nimm die Vorfreude als was ganz Wesentliches. Andere haben ihren Traktor an der Kupplungsglocke getrennt und mühsam wieder zusammen geschoben – um dann festzustellen, dass was ganz Anderes undicht war.

    • So aus dem Bauch heraus gesagt, würde ich meinen, die Ringe/Scheiben sollte da da sein. Denn auf ihnen liegen ja die "Verschiebekräfte" längs der Buchse, also die Last des Vorderteils des Traktors, auf! Die Buchse übernimmt die Kräfte einer spielfreien Radialbewegung auf, die Scheiben stützen das Gewicht ab.

    • ich könnte mir vorstellen, die Buchse dennoch wieder runter zu bekommen: Das Ganze gut durchkühlen, dann nur die Buchse rundrum mit der Flamme schnell und gezielt heiß machen. Wenn ich mir das richtig vorstelle, sollte man mit einem Abzieher schon für Vorspannung sorgen können und wenn die Buchse sich löst, schnell weiter drehen am Abzieher.


    Good luck!

    Johannes

  • Moin moin zusammen, danke für die schnellen Antworten, ich gehe die mal der Reihe nach durch.


    Doch doch, der Frust kommt langsam hoch, die Kiste steht nun schon über vier Jahre hier, nu darf sie echt auch mal fertig werden. Und wir sind eigentlich kurz davor, den Zusammenbau wieder starten zu können. Vorderwagen ist bis auf diese Achsschenkel fertig, der Motor wurde überholt, den Getriebeblock und die Hinterachse haben wir getrennt und lackiert, fehlen noch ein paar Feinheiten und dann entsprechend Dichtungen. Aber nun ja, es wird schon noch.

    Das mit den Kräften denke ich eben auch. Und diese Scheiben sind scheinbar auch etwas gefedert (sie sind nicht ganz gerade, mehr so kegelförmig, und waren immer Kante auf Kante gelagert) etc, also hat sicher schon nen Grund, wieso die da sind.

    Das mit dem erhitzen vom kalten Werkstück habe ich auch schon überlegt, müsste theoretisch ja gehen. Nur weiß ich nicht, ob sich die Welle dann auch so stark erhitzt, dass sie sich mit ausdehnt? Bzw. wie stark sie sich ausdeht und das Messing, dass man das noch auseinander bekommt. Denn wenn man das Messing heiß macht, wird das Eisen ja zwangsläufig auch warm. Bin da aber nicht so in der Physik drinnen. Da mag es Experten geben die das besser wissen als ich.
    Abzieher wird spannend werden, denke ich, der ganze Achsschenkel ist bei mir bestimmt 40cm lang, so einen großen Abzieher habe ich noch nie gesehen ^^ Aber vielleicht tut es ja auch die Schwerkraft.

    Hallo,

    Messing dehnt sich stärker aus als Stahl. Wenn also auf einer Stahlwelle, dann sollte es einfach wieder ab gehen. Wenn in einem Stahlrohr, dann ausbohren...


    Gruß,

    Martin

    Es ist eine Stahlwelle. Schätze so 3.5cm im Durchmesser und massiv. Also einfach mit nem Brenner heiß machen und schauen dass es ab geht? Oder muss man da was beachten? Hab sowas noch nie gemacht. Wie gesagt, die letzten sind mit Verlust runter gegangen, weil sie auch eh durch waren.

    Servus,


    bei mir ist da unten eine Scheibe, ein Axial-Nadellager und dann wieder eine Scheibe. Da dreht sich das butterweich.


    Gruß, der Bulldogfahrer

    Musste gerade erstmal schauen was ein Nadellager ist ^^
    Weiß nicht ob ich sowas dort unter bekomme. Hab die Achsschenkel gerade nicht hier, aber ewig viel Platz schien mir da nicht zu sein. Und wie gesagt, das mit den Scheiben dort scheint ja original so gewesen zu sein, und ich hab die Teile ja noch, würde ich also wieder so probieren nach Möglichkeit.

    Kannst du nicht einfach die neuen Scheiben so ausdrehen lassen, dass sie über die Buchse drüber gehen?

    Gruß Andreas

    Scheiben hab ich keine neuen, nur die Buchsen sind neu. Und wenn ich die Scheiben ausdrehen lasse, dann sitzen die ja nicht mehr fest zwischen der Radnarbe und der Buchse. Ist das ein Problem? Also wenn das alles zusammen gebaut ist und der Trecker auf die Scheiben drückt, dann wird da nichts verrutschen denke ich hmm


    Ich gehe morgen noch mal vorbei und bespreche das mal mit denen wie man da nun vorgehen kann. Danke aber auf jeden Fall schon mal für die Ermutigung und die Tipps. Ich muss sehen, was sich da machen lässt. Aber denke mal wenn die die da drauf bekommen haben, werden die die sicherlich auch wieder runter bekommen können? Zumal ich es wie gesagt eigentlich auch gar nicht in Auftrag gegeben hatte.



    Grüße

    Raguz


  • Und diese Scheiben sind scheinbar auch etwas gefedert (sie sind nicht ganz gerade, mehr so kegelförmig, und waren immer Kante auf Kante gelagert) etc, also hat sicher schon nen Grund, wieso die da sind.

    Die kegelförmigen Scheiben nennen sich dann Tellerfedern.

    Die sollten auf jeden Fall wieder rein.

    Super 1250 VL Special
    S 450
    Achtung Schlütermotor!
    Kinder und Kleinvieh aus dem Ansaugbereich!

  • Moin noch mal, kleines Update:


    Die Buchsen sind wieder runter, hat wohl alles gut funktioniert.

    Nun suche ich gerade die Tellerfedern zusammen, dass die da morgen drunter können und das dann final drauf geschrumpft werden kann.


    Hat jemand zufällig gerade die groben Maße dieser Federn parat? Weiß genau dass ich die raus genommen habe (hab Fotos davon etc etc, also sie waren da), hab sie dann auch sortiert weg gelegt, aber da sind sie nun nimmer. Nu muss ich suchen.

    Wäre hilfreich da grob die Maße zu haben.


    Dankeschön!


    Grüße

    Raguz

  • Bei Allgaier kenne ich mich nicht aus, was die für Achsen drin haben.


    Achsen waren meist Zukaufteile, da wirst auch bei anderen Herstellern fündig.

    Ich habe meine Ersatzteile für die BPW-Achse auch bei verschiedenen Lieferanten zusammen gekratzt.


    Hast ein Bild oder Ersatzteilliste?

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  • Moin,

    Ersatzteilliste habe ich, Fotos von eigentlich allem auch.

    Bin mir aber mittlerweile fast sicher, dass die Scheiben samt alter Buchsen und Achsschenkel damals mit zur Dreherei gegangen sind und dort entsprechend noch liegen müssten.


    Werde später mal vorbei schauen ob dem so ist.

    Das blöde an der Ersatzteilliste ist ja, dass man heute mit den alten Bestellnummer nahezu nichts mehr anfangen kann, wenn ich das richtig sehe?

    Also die genauen Maße etc müsste man sich sowieso anderweitig heraus suchen.

    Aber da der Trecker sowieso ein Flickenwerk ist, ist eh die Frage ob der immer so identisch ist mit der Ersatzteilliste :D


    Aber danke für die Antwort!


    Grüße

    Raguz

  • Die Achse hat Allgaier selbst produziert. Manche Ersatzteile hat Senger mit den damaligen ET-Nummern gelistet. Musst du gucken, ob die Teile dabei sind. Ansonsten ergeben sich die Maße der Tellerfeder ja ganz logisch aus dem Außendurchmesser der Achsschenkel und dem Innendurchmesser des Achsschenkelgehäuses.

    Dein "Flickenwerk" scheint mir ein ganz normaler AP17 Serie 2 zu sein. Insofern sollte da die ETL auch passen. Der AP22 wurde bis auf Kleinigkeiten der baugleiche Nachfolger dieses Modells. Auch davon ist die ETL nutzbar.

    Kleiner Hinweis am Rande: Es ist die Radnabe und nicht die Radnarbe...ohne "r".

  • So, weiteres Update. War die letzen Tage gut eingespannt und hab deswegen nicht die Nerven gehabt hier kurz mal den Stand der Dinge zu aktualisieren.

    Also, ich hab ja schon vermutet, dass die Tellerfedern mit den Achsschenkeln zur Dreherei gegangen sind.
    War da nun letzte Woche noch kurz et voila, alles da. Sämmtliche Tellerfedern, Distanzscheiben etc etc die laut ET Liste dort rein sollen und die ich da auch laut meinen Fotos so raus genommen habe. Ich hatte die Dinger zum Glück auch schon sauber gemacht gehabt, konnte dem Meister vor Ort also schnell zeigen wie die drauf sollen und dann wieder die Fachleute da ran lassen.

    Ich hoffe nun, dass ich die Dinger die Woche wieder bekomme, dann wäre ein weiteres Bauteil schon mal fertig und könnte zumindest in Teilen wieder montiert werden bis dann auch das Getriebe und der Motor für den finalen Zusammenbau bereit sind.

    Solange heißt es abwarten, den Getriebeblock abschrubben und im Anschluss noch neu lackieren, dann abdichten, Hinterachse wieder dran bauen etc etc, dann ist auch hoffentlich ein Ende in Sicht :)

    Grüße in die Runde
    Raguz

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