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Eicher EM 300 - Laufbuchse rostig???

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    Hallo Traktorfreunde,


    ich dichte derzeit die Zylinderköpfe bei meinen Eicher EM 300 neu ab.


    Die Kupferdichtungen blasen leicht durch, so weit kein Problem.


    Allerdings habe ich jetzt bei 2 Zylindern nach dem Auseinanderbau festgestellt, dass die Zylinderwand an zwei kleineren Stellen (ca. 4x4mm) leichten Rostansatz aufweist.


    Wie kann dies denn sein? Der Schlepper wurde zwar ca. 5-6 Wochen nicht bewegt, er steht jedoch völlig trocken in einer Scheune.


    Der Motorlauf und das Startverhalten sowie der Öldruck sind gut - auch bei Minustemperaturen und auch die Laufbuchsen zeigen noch die Hohnspuren.


    So ein Zylinder sollte doch eigentlich vom Lauf her mit Öl konserviert sein - oder???


    Die Laufbuchsen wurden vor ca. 10 Jahren neu geschliffen (plus Übermaßkolben). Eine längere Standzeit gab es seitdem nicht und der Schlepper wurde eigentlich mindestens wöchentlich bewegt.


    Vielleicht habt ihr ja eine Idee?



    Danke im Voraus!



    VG Markus


    Anbei ein Beispielbild - so ähnlich, nur weniger, sieht es bei mir aus...

  • Moin,


    hm, das ist schon außergewöhnlich. Was hat der Schlepper an Öldruck gehabt?

    Ansonsten, wenn alles stimmt, Leistung da war und keine Geräusche, bau zusammen und gut ist. Dran rum schmirgeln würde ich nicht.

    Viele Grüße


    Eicher EKL15/II
    Eicher 3085 mit FH Synchron
    Eicher 3???


    Machen wir uns nichts vor: Saugmotoren haben leider keine Turbolader...

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  • Moin,

    ich persönlich könnte keinen Zylinderkopf mit reinem Gewissen draufbauen, wenn die Zylinderwandung Rostflecke hat.

    Ich würde in diesem Fall die Kolben ausbauen, die Zylinder honen und dann die Kolben mit neuen Kolbenringen wieder einbauen. Wenn die Köpfe schonmal runter sind, kann man gleich ganze Arbeit machen.


    Gruß, Hendrik

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  • Hallo Hendrik,


    ich vermute mal, dass der Rost im und nicht auf dem Material sitzt. Ansonsten hätten doch die Kolbenringe den Rostansatz längst weggeschliffen.


    Ich kann mir nur vorstellen, dass die Kolbenwände vor der Bearbeitung (vom Vorgänger) stark rostig waren und dann gehont wurden. Die kleinen Roststellen


    sind evtl. die Überbleibsel der evtl. nicht ganz fachmännischen "Behandlung".


    Ich mach mir mal Gedanken und melde mich dann, wie ich weiter verfahren bin! :-)


    Grüße Markus

  • Kolbenringe wechseln und Laufbuchsen hohnen ist keine Möglichkeit sondern Fusch. Grund ist, dass du nie exakt hohnen kannst und nachher die Einbauspiele nicht mehr hin hauen. Daher kommt es hier (bekanntlich) zu Problemen wie Ölauswurf etc. Die jetzige Garnitur ist eingelaufen und sieht gut aus, Kopf drauf, weiter gehts.

    Wenn du etwas machen willst läuft es hier auf neue Kolben und Zylinder hinaus, eine andere Möglichkeit existiert hier nicht.

    Viele Grüße


    Eicher EKL15/II
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  • Ok, ich habe da wie in den meisten Fällen eine andere Meinung als du.

    O.g. Vorgehensweise habe ich bereits bei mehreren Motoren schon so praktiziert. Ohne jegliche Nebenwirkungen wie Ölauswurf, Qualm etc. Dafür aber mit besserem Startverhalten und fortan ohne Blow-by.

    Damit, dass das in deinen Augen Pfusch ist, kann ich gut leben.


    Gruß, Hendrik

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  • Hallo nochmal,


    ich denke, so einfach lässt es sich nicht sagen, ob Hohnen nun pfusch ist oder nicht. Allerdings müssen tatsächlich bestimmte Toleranzen eingehalten werden,


    sonst wird das nichts.


    Dies sollte jedoch ein guter Motorinstandsetzer beurteilen können.


    Ein letztendliches Urteil traue ich mir in diesem Fall nicht zu.


    Evtl. lasse ich mal einen Zylinder beim Instandsetzer ausmessen / überprüfen.


    Da derzeit (wegen der Abdichtung der Zylinderköpfe) alles gut zugänglich ist, wäre dies leicht zu bewerkstelligen.


    Ich gebe euch Rückmeldung! :-)


    Grüße Markus

  • Wir haben einen Unterschied bei Eichermotoren zu anderen: Die Laufbuchsen sind hinterhohnt, heißt, im unteren Bereich größer gebohrt als im oberen. Allein schon das sauber hinzubekommen ist fast allen Motoreninstandsetzern nicht möglich. Daher Finger weg vom Hohnen. Das solltet ihr einem Eichermann einfach mal glauben und nicht wüste eigene Behauptungen aufstellen oder mir unterstellen ich wüsste nicht wovon ich spreche.


    Also: Entweder Kopf drauf und weiter oder neue Garnituren inclusive allem anderen Drum und Dran. Andere Möglichkeiten existieren nicht.

    Viele Grüße


    Eicher EKL15/II
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    Eicher 3???


    Machen wir uns nichts vor: Saugmotoren haben leider keine Turbolader...

  • ... im unteren Bereich größer gebohrt als im oberen. Allein schon das sauber hinzubekommen ist fast allen Motoreninstandsetzern nicht möglich....

    Das ist selbstverständlich kein Problem, da sich die handelsüblichen DIY-Hohnwerkzeuge der Zylinderwand anpassen, so z.B. Flexhone.


    Gruß, Hendrik

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  • Hallo 3085,


    wobei es mich wundert, dass im Reparaturhandbuch von Eicher überhaupt nichts davon erwähnt wird. Hier ist lediglich von Kolbenspiel mit den entsprechenden


    Werten die Rede. Könnte sich denn deine Angabe auf die EDL Motoren beziehen?



    Grüße Markus

  • Die Laufbuchsen sind hinterhohnt, heißt, im unteren Bereich größer gebohrt als im oberen.

    Von welchen Maßen sprechen wir hier? Kolben und Kolbenringe werden mit einem definiertem Einbauspiel hergestellt, wenn das nun über den Hub verändert wird? Um welchen Betrag ändert sich das und was machen die Kolbenringe wenn die unten mehr Spiel haben wie oben?

    Was soll das für einen Grund haben, was ist der Vorteil dieser Lösung und warum wird das bei anderen Motoren nicht gemacht?

    Würde mich mal interessieren.

  • Hallo Norbert,


    da denke ich wie du! Der Eichermotor ist ja im grunde ein relativ "einfach" (jetzt werde ich gleich gesteinigt...:-) gestrickter Motor. Das macht ihn ja auch wenig anfällig und reparaturfreundlich. Ich weiß nur, dass luftgekühlte Motoren (die gabs auch von anderen Herstellern) wegen der größeren Temperaturen ein erhöhtes Kolbenspiel haben müssen.


    Viele Grüße Markus

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  • Hallo Markus,


    es ist ein wenig schwierig, per Fotos zu urteilen. Aber die Rostspuren scheinen recht tief zu sein. Da ist ein Fresser vorprogrammiert. Das wirkt wie Schmirgel. Weiter unterhalb der Rostspuren sind dunkle Flecken auf der Lauffläche zu erkennen. Da gab es vermutlich vorher schon Materialausbrüche, vielleicht sogar vor dem Nachhonen bei der ursprünglichen Überholung. Sind auf den Kolben schon Riefen zu erkennen?

    Aus meiner Sicht hilft da nur der Austausch der Laufbuchse inklusive der Kolben.

    Eventuell wäre es hilfreich, sich das Werkstatthandbuch von Eicher zu zulegen.


    Grüße aus dem Norden

    Uwe

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  • könnte ich denn das Laufspiel auch mit einer einfachen Schieblehre überprüfen?


    Zylinderdurchmesser - Kolbendurchmesser???

    NEIN!

    Mit der einfachen Schieblehre kommst du doch nur auf die unverschlissenen Bereiche an der Kante der Laufbuchse...:rolleyes:

    Von welchen Maßen sprechen wir hier? Kolben und Kolbenringe werden mit einem definiertem Einbauspiel hergestellt, wenn das nun über den Hub verändert wird

    Hast du schonmal Kolbenringe auf einem Kolben montiert eingebaut? Die federn um etliche Millimeter, natürlich muss das Stoßspiel gewahrt bleiben. Beim Honen geht es um hundertstel bzw. maximal ein zehntel Millimeter!

  • Hallo,


    ist das von dir angegebene Laufspiel nicht viel zu groß? Ich habe mal etwas von 0,1mm gelesen. Knapp ein mm kommt mir schon etwas viel vor.


    Grüße Markus