Vorderachse und andere Sorgen - ZF APL 1551

  • Allradtraktoren erfreuen sich bekannter Weise in Sammlerkreisen größter Beliebtheit. Auch und obwohl man Vierradantrieb auf Traktortreffen und Fahrten dorthin wohl kaum bis gar nicht brauchen kann. Doch, auch wenn alle Allrad haben möchten, die Rechnung für eine defekte Vorderachse mag man lieber nicht sehen. Denn: Erst spätestens dann wird klar, dass eine angetriebene Vorderachse noch weitaus mehr Teile als nur ein Differential enthält.
    Ich hab nun meine eigene ZF APL 1551 auf dem OP-Tisch liegen, welche aus verschiedenen Gründen geöffnet werden musste. Einfache Arbeiten können an dieser Achse durchaus mit etwas Schraub-Verständnis durchgeführt werden. Jedoch rate ich dringend davon ab, diesen Thread als Werkstatthandbuch zu missbrauchen. Insbesondere beim Thema Locomatic und Kegel/Tellerrad, sowie Schwenklager ist Fachwissen gefragt.


    Angefangen hatte der ganze Salat bereits beim Ablassen des Öls - nach circa drei Litern Wasser tropfte eine nicht näher zu definierende Pampe aus der Ölablassöffnung. Kein gutes Omen. Ursache für das viele Wasser war eine fehlende, bzw. defekte Entlüftungskappe auf der Achse selbst. So hatte alles einige Jahre im Freien verbracht, Regen, Schnee und Co taten ihr Übriges. Wasser kann, insofern die Achse komplett voll steht, auch gefährlich werden (Frostriss), zum Glück reichen die abgelassenen drei Liter dazu nicht aus.
    Theoretisch können Allradachsen dieser Bauform zur Überholung im Schlepper eingebaut bleiben. Ich entschied mich jedoch dazu, alles zu zerlegen, da so sauber entrostet werden kann.


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    Ausbau:
    Normalerweise ist das relativ einfach: Traktor aufbocken, Räder demontieren, Hydraulikschläuche Lenkzylinder demontieren, Mittelachsbolzen ziehen, Achse entnehmen. Soweit die Theorie. Ein Blick auf den Mittelachsbolzen verhieß nichts Gutes. Stahlbuchsen (warum auch immer, normal sind es Messingbuchsen), zusammen mit einem Stahlbolzen, keine erkennbare Luft, dazu kein Fettkranz zu sehen. An Ziehen des Achsbolzens war so schon mal nicht zu denken. Kurzerhand musste der ganze Vorderachsbock dran glauben, welcher beim Eicher (das hab ich bisher nicht gesagt, aber wer mich kennt wird sich nicht wundern) schnell abgeschraubt ist. Vorschlaghammer und ein dicker Metalldorn sollten mein Bolzen-Problem schon lösen. Denkste.
    Zum Glück kann man bei der von Eicher konstruierten Aufhängung die Achse vom Mittelachsbolzen trennen, dazu sind lediglich sechs M18er Schrauben zu lösen. Damit wanderte die Achse erst mal auf Seite, Zeit für den Achsbock.


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    Eine paar Tage Rostlöser brachten beim Thema Mittelachsbolzen keine Besserung. Trotz 10-Kilo-Vorschlaghammer und damit eingesetzter roher Gewalt bewegte sich der Gute keinen Millimeter. Von der Konstruktion her ist es so, dass der Bolzen auf beiden Seiten der Achse, sprich vorne und hinten, in einer Bundbuchse gelagert ist. Beide Bünde zeigen nach Innen, dort ist eine Schwinge eingepasst, durch die der Achsbolzen durchgesteckt ist. Dank M18er Klemmschrauben wird die Schwinge mit dem Bolzen verspannt, sodass Pendelbewegungen der Achse auf den Bolzen übertragen werden.
    Nun stellt man sich zwangsläufig die Frage, wie der Bolzen wohl drehen konnte. Beim Blick auf die Schwinge war klar, was hier passiert war, sie drehte unter großer Kraftanstrengung auf dem Bolzen.


    Da hier selbst mit roher Gewalt (10 kg Hammer und Brenner) nicht weiterzukommen war, blieben wenig Möglichkeiten. Ich entschied mich dazu, das mittlere Teilstück des Bolzens herauszutrennen. Also, große Flex und einen Schnitt genau durch den Bund der Buchse schneiden. Es blieb etwa 1/5 des Bolzens stehen, dieser Rest durfte dann per Eisensäge durchtrennt werden. Irgendwann purzelte mir nun die Schwinge entgegen - Hintergedanke: Es halten nicht mehr beide Buchsen beim Schlagen zu, folglich halbiert sich der Logik nach die zum Austreiben benötigte Kraft.


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    Die ausgebaute Schwinge:


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    Und wieder mal: Denkste.


    Nun griff ich zum äußersten Mittel und bohrte genau zwischen Buchse und Bolzen einige Löcher, um die Verbindung möglichst zu schwächen und so das Austreiben zu erleichtern. Nach jedem weiteren Loch erfolgten Schläge per Vorschlaghammer - stets erfolglos. Die Löcher bohrte ich vorerst nur auf einer Seite des Bolzens in der Hoffnung, dass ich so eventuell vorhandene Spannung nehmen würde. Ich durfte jedoch rundherum bohren... Dass es hier nicht mit rechten Dingen zugehen konnte, wurde nun mehr und mehr klar.


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    Ich hab dann schließlich noch einige Löcher größer gebohrt, immer wieder Rostlöser und rohe Gewalt angewendet und ja, zwischendurch auch das ein oder andere Mal den Glanz-Mechaniker, der hier Stahlbuchsen eingebaut hatte, aufs schärfste verurteilt. Die Kombination von allem war wohl erfolgreich, die erste Seite war nach zwei Tagen Murks, Schweiß und Ärger endlich raus.


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    Reste von Bolzen und Buchse zeigen deutliche Fessspuren, kein Wunder, dass gar nichts mehr ging.
    Nun stand Seite 2 auf der Agenda, hier zuckte der Bolzen-Rest jedoch nach einigen Vorschlaghammer-Streicheleinheiten zusammen und verlies freiwillig den angestammten Platz. 2 Tage für eine Seite, 2 Minuten für die andere. Tja, so ist das.


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    Damit war der Ärger - noch bevor es an die eigentliche Achse ging - schon groß genug.

    Ohne Eicher?? Ohne mich.


    Eicher EKL15/II
    Eicher 3085 mit FH Synchron
    Eicher 3???

  • Hallo 3085, super Bilder und ein Bericht von im besten Sinne geradezu literarischer Qualität! Diese Plackerei kann man sich sehr gut vorstellen.
    Werde gerne den Fortgang der Story lesen. Bei meiner Ruine wäre auch noch eine angetriebene Vorderachse echt der Abschuss gewesen.
    Berichte weiter!


    Johannes

  • Danke Johannes. Hoffentlich kann ich die Erwartungen auch erfüllen. Falls es mal Fragen geben sollte, immer raus damit.


    Beide Buchsenreste ließen sich selbstverständlich nicht auf normalem Wege entfernen. Kurzerhand kontaktierte ich einen nahegelegenen Werkzeugbauer, welcher den Achsbock bearbeiten konnte. Dort wollte ich den 80-Kilo-Klotz aber auch nicht ohne Weiteres abgeben, dieser glänzte allenfalls vor Rost, Schmodder und sonstigem Dreck. Folglich legte der Achsbock einen Zwischenstopp beim Sandstrahlen ein, aufgrund hoher Luftfeuchtigkeit gab´s im Anschluss direkt eine Schicht Grundierung. Dazu musste man die alten Buchsen nicht mal abkleben, diese würden sowieso ausgefräst.
    Zuvor schnitt ich zur Sicherheit jedes Gewinde nach, damit man Sand-Reste auch hier entfernt bekommt. Vorm Grundieren wurden diese selbstverständlich noch mit passenden Schrauben verschlossen. Bevor ich dann 2K-Grundierung anrühren durftee, wurde selbstverständlich noch mal alles entfettet. Übrigens: 2K-Grundierung ist gilt als Ölfest und liegt preislich auf 1K- Niveau, weshalb ich nur noch damit arbeite.
    Hier der gestrahlte Achsbock:
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    Gewinde verschlossen:
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    Und grundiert:
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    Zwischenzeitlich hatte ich eine andere Schwinge organisieren können, diese wanderte zusammen mit meinem Achsbock zum Werkzeugbauer. Mit dazu lieferte ich eine originale Messingbuchse als Vorlage, sowie ein neuen Mittelachsbolzen ab. Nach einigem Staunen über meine ausgebohrte Buchse wanderte alles im Handumdrehen auf eine CNC Fräse. Die Buchsen wurden ausgefräst und dabei auch der Grund für den festen Bolzen gefunden. Bolzen und Buchse wurden zweifelsfrei schon einmal überholt, dabei wurden, wie schon angekündigt, Stahlbuchsen eingebaut. Offensichtlich hatten Vorbesitzer vor besagter Überholung den Spaß bis zum bitteren Ende betrieben und die Lagerung vollständig ausschlagen lassen, sodass die Stahlbuchsen ebenfalls schon etwas größer als die originalen Messingbuchsen waren. Allerdings nicht groß genug, eine der beiden drehte sich offensichtlich eine Zeit lang im Achsbock. Darauf hin bohrten die grandiosen Mechaniker zwischen Bock und Buchse ein kleines Loch und trieben mit Gewalt einen Spannstift ein. Dieser drückte nun die Buchse minimal zusammen und das Elend nahm seinen Lauf...
    Alles jedoch heute kein Problem, der Achsbock befand sich auf einer Fräsmaschine bedient von qualifiziertem Personal. Folglich wurden beide Löcher größer gebohrt, bis ein einwandfreier Sitz hergestellt war. Dazu gab es dann zwei neue Buchsen, welche speziell angefertigt wurden. Die Schwinge plante man auf beiden Seiten und stellte damit zu beiden Bünden eine saubere Anlagefläche her. Letztendlich bearbeitete man beide Bundbuchsen so, dass die Schwinge mit insgesamt 5/100 Luft dazwischen passte. Saubere Arbeit, Achsbock fertig.


    Obwohl das nun alles einige Tage in Anspruch genommen hat, tropft aus der Achse (Ölablassschraube ist offen) nach wie vor nicht näher zu bestimmende Pampe. Mir graut es...


    Neuer Bolzen mit Buchse eingebaut:
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    Ausgefräste Buchse, im Hintergrund eine "neue" als Vorlage.
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    Achsbock wieder an Ort und Stelle:
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    Ohne Eicher?? Ohne mich.


    Eicher EKL15/II
    Eicher 3085 mit FH Synchron
    Eicher 3???

  • Ich musste nun erst mal etwas Luft sammeln. Ehrlich gesagt, auf die bevorstehende Sauerei hatte ich wenig bis gar keine Lust. Aber, das hilft nix. Ein Discounter bot zwischenzeitlich Zweiersets Wegwerf-Ganzkörperkondome für 3,99 Euro an. Nun bin ich ja wirklich kein Freund von solchen Wegwerfprodukten, aber... Falls Waschmaschinen Gefühle entwickeln können - meine würde mich seit dem vermutlich abgöttisch lieben.
    Obwohl ich alles vorab gründlich per Hochdruckreiniger gewaschen hatte - so zumindest dachte ich - kam nun altes Fett und Schmodder aus allen Ecken. Zuerst demontierte ich die Endantriebe, diese sind mit M14er Schrauben in 10.9er Festigkeit angezogen. Solange jedoch Radnaben montiert sind, ist hier nur mit einem Maulschlüssel hinzukommen. Spätestens hier unterscheidet sich vernünftiges Markenwerkzeug von Baumarkt- oder Semiprofi-Qualität. Mal ehrlich: Ohne aufgestecktes Rohr tut sich da nix. Und das muss ein Maulschlüssel auch erst mal aushalten.
    Im Anschluss daran kann die Radnabe mit Steckachse aus dem Gehäuse gezogen werden. nun dürfen die Schwenkgehäuse ihren Platz verlassen, dazu muss man die Schwenklager ausbauen. Bei der 1551 werden diese mit Lagergehäusen verschraubt, hier sind Passscheiben eingebaut. Diese dürfen auf gar keinen Fall vertauscht werden und müssen daher entsprechend markiert werden.


    Achse halb zerlegt:
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    Lagersitz Schwenklager
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    Schwenkgehäuse
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    Ist dies auf beiden Seiten erledigt, wird der Differentialkorb von der Achse abgenommen - auch hier halten Schrauben mit 10.9er Festigkeit alles zusammen, das muss beim Zusammenbau beachtet werden. Nachdem der sogenannte Achseinsatz demontiert war, gab es freie Sicht. Zumindest soweit man durch Schmodder sehen konnte. Die gröbste Soße habe ich erst mal per Lappen ausgeputzt, weiteres erledigte Bremsenreiniger. Nach zwei Stunden Wahnsinnssauerei hatte ich den Achskörper endlich halbwegs rein.


    Es war mal Öl:
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    Achseinsatz
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    Einsatz:
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    Nun ging es meinem Achseinsatz an den Kragen. Es war schon zu sehen, dass die Lager stark verrostet waren und hier nur ein lagertechnischer Rundumschlag Abhilfe schaffen würde. Folglich begann ich mit der Demontage des Differentials - in meinem Fall mit Locomatic (selbsttätiger Lamellen-Differentialsperre) ausgerüstet. Der Korb kann bei dieser Achse nicht ohne weiteres abgenommen werden, sondern muss im eingebauten Zustand getrennt werden. Im Anschluss daran kann man beide Hälften entnehmen. Es ist vorteilhaft, sich vorab eine Markierung per Körnerschlag zu machen, da man so beide Teile wieder richtig verschrauben kann. Die Einzelteile stellte ich vorerst auf Seite, ich wollte vor einer Begutachtung die Kegelradwelle ausgebaut haben. Folgende fällt nach dem Abziehen des äußeren Antriebsflanschs fast von selbst heraus, bzw. kann durch leichte Schonhammerschläge ausgetrieben werden.
    Da bei mir alles wohl ein paar Tage länger offen sein würde, habe ich die Teile mit Schlagzahlen markiert - natürlich so, dass man später nichts mehr davon sieht. Alles was links montiert war und wird, erhielt eine 1. Die rechte Seite eine 5 - ja, ich hab die falsche Schlagzahl gegriffen. Aber ob nun 2, 5 oder 3145 drauf steht, spielt in diesem Fall keine Rolle.
    Natürlich versteckte sich das komplette Innenleben unter einer dicken ölartigen Mompeschicht, auch hier konnte erst Bremsenreiniger wieder Metall zu Tage bringen. Was nun in Erscheinung trat, hätte ich am liebsten gar nicht sehen wollen. Die sechs Ausgleichräder waren nicht mehr als Brei, zudem hatte das rechte Lamellenpaket beinahe selbst aufgelöst. Die Verzahnungen von Innenlamellen und Lamellenträger waren so schlecht, dass Wiederverwenden undenkbar erschien. Auch die rechte Antriebswelle hatte dank Rost und Verschleiß die Hälfte der Verzahnung eingebüßt und erfüllte damit allenfalls Schrottwert.
    Dagegen zeigte sich die linke Seite annähernd neuwertig (was ein Indiz für Arbeit am Beetpflug ist, rechtes Rad läuft in der Furche). Zudem ist davon auszugehen, dass die Achse nicht mit vorgeschriebenem Hypoidöl befüllt war. Dieses ist besonders druckfest, was hier im Locomatic-Differential auch zwingend notwendig ist.
    Kegel/Tellerrad mochten den Wassereintritt ebenfalls nicht sonderlich gut leiden, hier und da hatte sich ordentlich Rost gebildet. Irgendwas zwischen nicht gut und schlecht traf auf die Kreuzgelenke zu. Auch hier würde Arbeit fällig sein.
    Lediglich die Endantriebe zeigten keinen großen Verschleiß, bzw. Ausfallerscheinungen an. Diese kann man übrigens recht einfach zerlegen: 1. Position markieren, 2. alle 8er Schrauben entfernen, 3. mit zwei 10er Schrauben den Deckel abdrücken (in zwei gegenüberliegenden Löchern der M8er Schrauben sind M10er Gewinde eingeschnitten)
    Die 10er Schrauben werden leicht auf Spannung gedreht, ein seitlicher Schlag mit dem Schonhammer erledigt in dem Fall den Rest, der Deckel incl. Planetenträger kann abgenommen werden.
    Nach Lösen der innenliegenden Ringmutter kann die Radnabe als Einheit entfernt werden. Damit ist die Achse komplett zerlegt.


    Folgende Schäden waren bereits auf Anhieb zu sehen:

    Ausgleichsräder verschlissen
    Lamellenpaket verschlissen
    Gabelwelle rechts verschlissen
    Lagersatz verschlissen oder verrostet
    4x Spurstangenköpfe verschlissen
    Lenkzylinder undicht
    Entlüfterkappe defekt


    Und, bevor ich´s vergesse: 2x Wegwerf-Ganzkörperkondom versaut und verschlissen.


    Lamellen:
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    Ausgleichkegelräder:
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    Antriebskegelrad:
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    Gabelwellenverzahnung:
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    Gabelwelle - so sollte es aussehen:
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    Achse leer:
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    Damit liegt ein astreiner Befund vor. Der Patient fällt glaube ich längere Zeit ins Koma. :n8:


    Und ich könnte im Strahl...

    Ohne Eicher?? Ohne mich.


    Eicher EKL15/II
    Eicher 3085 mit FH Synchron
    Eicher 3???

  • Manchmal glaub ich, dass du die Sch**** magisch anziehst :mrgreen: .


    Ich hab ja doch auch schon einige APL`s offen gehabt.... aber ne Achse in dem Zustand is mir wirklich nochnie unter die Finger gekommen. Wartung + Pflege gleich 0 so wies gier aussieht... dazu noch harter Einsatz.




    Prinzipiell kann man dazu nur eines sagen... viel Glück :bauer:



    Mfg Tobi

    „Der Bauer träumt – wenn doch oh Herr, mein Fendt ein guter Eicher wär!“

  • Da hat der Vorbesitzr als Schmiermittel wohl Wasser benutzt!!! :o:twisted:

    Fiat bedeutet:
    vielleicht: Ferrari in aussergewöhnlicher Tarnung
    ganz sicher: Für Italiener ausreichende Technik
    zu 100%: Feuer in alle Töpfen
    nur zum Teil: Fehler in allen Teilen! Fendt italienischer Alb-Traum

  • Vielen Dank für den Bericht bisher. Super! Man denkt immer an die viele Arbeit und das gute Geld, was da jetzt zu investieren ist.


    Was ich da immer nicht verstehen kann ist, wie ein 'Bur', der ja einen guten 5-stelligen Betrag Geld in den Traktor investiert hat, den derart versauen und herunterwirtschaften kann. Das kann doch nur jemand völlig frustriertes gewesen sein, dem Maschine, Mensch und Tier nicht viel bedeutete? Der Hof wird 10 Jahre oder mehr an dem Traktor abbezahlt haben - aber die Übergabe-Inspektion wird oft die einzige Wartung gewesen sein, die der Maschine zuteil wurde.


    Kopfschüttel
    Johannes

  • Hallo,


    es gibt halt solche Leute und solche Leute. Ich kenne einen Bauer, der hat einen kleinen Baukran, der zum Bau eines Stalles verwendet wurde, einfach nebenan auf der Wiese abgestellt, ist schon ein paar Jahre her, mittlerweile ist er komplett ins Gebüsch eingewachsen und wahrscheinlich ohne größere Reparaturen Schrott. Der hat sicher auch mal Geld gekostet, manchmal werden die Maschinen halt kaum gepflegt und gewartet.

    Viele Grüße


    Simon



    Deutz D 4006, DX 3.50 A StarCab, Clark CGP 30 H, Manitou MC 25

  • Moin,
    Also von schlechter Wartung und Pflege würde ich erst mal nicht sprechen. Die Achse wurde gewartet und vor allem die Schwenklager stets gut gefettet. Problematisch war für die Ausgleichräder wohl eher falsches Öl und später eine defekte Entlüfterkappe, welche den Wassereintritt verursacht hat.
    Ich behaupte mal, dass fast alle Schäden durch Wasser, verbunden mit länger Standzeit (ca. 10 Jahre) aufgetreten sind.
    Wenn man mal auf Treffen rumläuft und schaut wie viele Entlüfterkappen defekt, Gummibälge an Achsen oder Schalthebeln fehlen oder in Bröseln daneben baumeln und Hupenknöpfe, bzw Lenkradabdeckungen gar nicht da sind...

    Ohne Eicher?? Ohne mich.


    Eicher EKL15/II
    Eicher 3085 mit FH Synchron
    Eicher 3???

  • Hallo,


    wo ist denn eigentlich die besagte Entlüfterkappe? Beim DX ist mir bisher gar nicht aufgefallen dass es so was gibt, das muss ich mal kontrollieren. Immerhin hab ich das Öl schon mal gewechselt, ohne Wasser drin und ich hab GL5 genommen.

    Viele Grüße


    Simon



    Deutz D 4006, DX 3.50 A StarCab, Clark CGP 30 H, Manitou MC 25

  • Zitat von 3085

    er Patient fällt glaube ich längere Zeit ins Koma.


    Wenn dein Patient in ein Krankenhaus der Maximalversorgung verlegt werden muss, egal ob überwachungspflichtig, intubiert beatmet oder mit laufenden Perfusoren, sag Bescheid, mache ich öfter.


    Zitat von 3085

    Und ich könnte im Strahl..


    Auch dagegen haben wir gute Mittelchen dabei.


    Aber jetzt darf die freie Zeit freie Zeit bleiben, auch wenn es nur eisatzfreie Zeit ist und nicht arbeitsfreie Zeit.


    Ich möchte mich bedanken, dass du dir den Aufwand machst, alles so detailliert zu zeigen.
    Wenn ich es überlesen habe, entschuldige ich mich im Vorraus, aber von welchem Traktor stammt die Achse?

    Gruß Alexander


    Agria 1700 Berning DK6
    Agria 1700 Hatz E 75
    Eicher EM 235


    Eine Blondine neulich beim Autohändler.
    "Bitte?"
    "Ich brauche einen neuen Ölpeilstab, meiner reicht nicht mehr bis zum Öl.

  • Zitat von Kugellager


    Wenn dein Patient in ein Krankenhaus der Maximalversorgung verlegt werden muss, egal ob überwachungspflichtig, intubiert beatmet oder mit laufenden Perfusoren, sag Bescheid, mache ich öfter.


    Auf Kosten der Krankenversicherung, oder nur für Privatzahler? :mrgreen::keks:


    3085, eine hervorragende Dokumentation!
    Vielleicht führt das ja dazu, dass sich mehr Youngtimer-Besitzer auch mal an die Achse heran trauen. Denn der Bedarf nach Pflegestufe 3 scheint ja durchaus häufiger gegeben zu sein...


    MfG
    Fabian

  • Wenn es eine gültige Krankenkassenkarte gibt, können wir darüber abrechnen, sonst bleibt nur die Abrechnung als Selbstzahler

    Gruß Alexander


    Agria 1700 Berning DK6
    Agria 1700 Hatz E 75
    Eicher EM 235


    Eine Blondine neulich beim Autohändler.
    "Bitte?"
    "Ich brauche einen neuen Ölpeilstab, meiner reicht nicht mehr bis zum Öl.

  • Hallo


    Die Achsen werden oft bei den Ölwechseln übersehen. Habe das bei dem MB Trac den ich letztes Jahr gekauft habe feststellen müssen. In den Portalen war das Öl ja noch al solches erkennbar aber in den Achskörpern war eine undefinierbare Brühe.
    In Folge von einer falschen Vorspannung der Treiblinge konnte ich beide Achsen die Radsätze erneuern bei der Hinterachse war ein neues Differenzial nötig.
    Bei dem Deutz DX den ich 18 Jahren gekauft habe war es so ähnlich an der Vorderachse war auch sehr selten das Öl gewechselt worden.


    m.f.G.ihcpower

  • Moin Zusammen,


    leider klappt das mit der Krankenkassenkarte nicht, insofern habe ich wohl ein kleines Problem. Aber - was will man machen. Der Salat liegt da, und ich wollte es nicht anders. Trotzdem, eigentlich entsprach alles zusammen einem achstechnischen Supergau, zumindest in meinen Augen. Das wollte ich dann einigen Schrauber-Kollegen auch so verkaufen und durfte sofort Prügel einstecken. Alle vier Sitze der Schwenklager seien ja nicht ausgenudelt, von dem her müsse der Achskörper nicht aufgespritzt und neu gefräst werden. Es wäre doch alles halb so wild und nicht so teuer, ich solle mich nicht anstellen. Na denn, OK...
    Also, erst mal Ersatzteilliste aus dem Schrank ziehen, Teile rausschreiben und eine Anfrage nach Eicher Ganacker schicken. Überraschung: Alles lieferbar! Die schlechte Nachricht befand sich nur leider wenige Zeilen darunter. Alle Einzelteile sind zwar nicht sonderlich teuer, jedoch summiert es sich. Insgesamt 10 Lamellen, dazu acht stehende Scheiben, die sechs Ausgleichräder,...
    Naja, erst mal war damit klar, dass es alle Einzelteile gibt - zur Not eben als Neuteil. Und mal ehrlich: Die APL 1551 steckt in tausenden Traktoren - also, ab zu einschlägigen Gebrauchtteilehändlern.
    Zwischenzeitlich konnte ich mir via http://www.schlueter-archiv.de die ZF-Stückliste zur APL 1551 besorgen. Dort wird aufgeschlüsselt, in welcher Hersteller welche Variante verbaut hat und wo Unterschiede, z.B. der Übersetzung, liegen. Die Achsen lassen sich - trotz gleicher Optik - von außen unterscheiden. ZF nutze für jede einzelne Variante eine neue Stücklistennummer. Anhand dieser kann ZF noch heute genau bestimmen, welche Ausführung vorliegt. Wer nun meint, 1551 ist 1551 - falsch! Insgesamt gibt es laut Liste allein 15 verschiedene Stücklistennummern, sieben Achsbrücken und fünf verschiedene Kegel/Tellerradsätze. Anders gesagt: ZF ist wie eine Schachtel Pralinen; man weiß nie, was man bekommt.
    Für Suche nach Gebrauchtteilen ist das natürlich eine grandiose Ausgangslage... Anders gesagt, derzeit gibt es wenig Neues, bzw. es ist kein Land in Sicht.

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    Eicher 3???

  • Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie ein Experte und technischer Perfektionist wie Du etwas hoffnungslos vor so einem Haufen steht. Ich hab's nämlich auch immer gerne nicht "irgendwie", sondern 100%tig. Und grad bei solchen alten Schätzchen ist das nicht immer drin oder wenn, dann nur für echt teuer Geld. Da kannst Du einem leid tun. Gottseidank hab ich heut nicht mehr die räumlichen und zeitlichen Möglichkeiten, jedes Einzelteil eines schönen 4-Zylinders fein nach Farben sortiert ;-) auf weißem Tuch auf der Werkbank auszubreiten. Aber es gibt Leute, die lieben das so.
    Johannes

  • Ersatzteile suchen ist doch schwerer als gedacht. Zur Verkürzung der Wartezeit hab ich mich schon mal vorsichtig mit meinen Einzelteilen befasst, bisher sieht´s schon mal ganz gut aus. Entlackt habe ich mit einem Nagelklopfer, anschließend per Flex und Topfbüste alle Feinheiten weggeschliffen. Zum Schluss wurde noch mal mit 80er Schmirgel per Hand angeraut. Das klingt zwar nach riesigem Aufwand, insgesamt hatte ich aber nach knapp drei Stunden alle Teile blank. Lediglich die beiden Schwenkgehäuse erschienen mir zu arbeitsintensiv, diese kamen kurzerhand zum Sandstrahlen. Aber Achtung: Planflächen und Gewinde wurden verschlossen, bzw. nicht gestrahlt, hier muss man wissen was man tut, bzw. auch entsprechendes Strahlgut verwenden.
    Vorm Grundieren erhielten Lagersitze und Co eine Fettschicht, immerhin darf hier keine Farbe drin stecken. Nach Aushärten der Grundierung kann man die Fettschicht einfach wegwischen und der Lagersitz ist sauber.
    Auch alle Dichtflächen sind bereits geschmirgelt, sowie alle Gewinde nachgeschnitten. Ich mach das mit einem Akkuschrauber, allerdings steht die Drehmomentauslösung dabei stets auf kleinster Stufe. Man meint gar nicht, was in den Gewinden ein Schmodder übrig bleibt, nachschneiden an Dichtflächen ist daher nur zu empfehlen.
    Damit liegen nun alle Teile einbaufertig vor, es fehlt lediglich das Innenleben...


    Ergebnis Nagelklopfer:
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    Ergebnis Topfbürste:
    [Blockierte Grafik: http://fs1.directupload.net/images/180809/nc7b4uk6.jpg]



    Ergebnis 80er Schmirgel:
    [Blockierte Grafik: http://fs5.directupload.net/images/180809/oy2eteat.jpg]



    Vor und nach Nagelklopfer:
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    Schon gebürstet:



    [Blockierte Grafik: http://fs5.directupload.net/images/180809/cgkdixrq.jpg]



    Lagersitz gefettet:
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    Endlich Farbe:
    [Blockierte Grafik: http://fs5.directupload.net/images/180809/hqai37au.jpg]



    Gewinde nachschneiden:
    [Blockierte Grafik: http://fs5.directupload.net/images/180809/sf6nh7aa.jpg]



    ...und Schmodder aus den Gewindebohrungen:
    [Blockierte Grafik: http://fs1.directupload.net/images/180809/8qcvxma6.jpg]

    Ohne Eicher?? Ohne mich.


    Eicher EKL15/II
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    Eicher 3???

  • Zitat von 3085


    Vorm Grundieren erhielten Lagersitze und Co eine Fettschicht, immerhin darf hier keine Farbe drin stecken. Nach Aushärten der Grundierung kann man die Fettschicht einfach wegwischen und der Lagersitz ist sauber.



    Servus,


    was für Lack verwendest du?
    Ich habe das mal bei meiner Drehe so gemacht. Das Ergebnis war, dass die Lösungsmittel im Lack mir das Öl im Fett ausgelöst haben und das in den Lack gelaufen ist.
    Dort hat der Lack dann natürlich nicht mehr gehalten.


    Ich habe mit Mipa 2k EP Grundierung gespritzt.

  • Moin,


    das Problem hatte ich nicht, habe Cromax 2K EP verwendet. Diese ist auf Fett sauber ausgehärtet - allerdings war hier eher Farbnebel im Spiel.

    Ohne Eicher?? Ohne mich.


    Eicher EKL15/II
    Eicher 3085 mit FH Synchron
    Eicher 3???