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Scheunenfund Mammut ED310f

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    Hallo Leute,
    seit Sonntag steht meine jüngste Erwerbung in meiner Scheune. Es ist ein Eicher ED310f Bj. 61.
    Gefunden habe ich das Tierchen in Kroatien in einem kleinen Weiler nahe der Stadt Slavonski Brod (ca. 100 km westlich der serbischen Grenze).


    In den letzten Weihnachtsfeiertagen habe ich im Internet gestöbert und dabei auch das benachbarte Ausland unter die Lupe genommen. Dabei ist mir der ED310f in's Auge gesprungen. Im April dieses Jahres wurden wir uns einig, erst jetzt hat es mit dem Transport nach Österreich geklappt.


    Der Eicher wurde von einem Taglöhner bis Herbst letzten Jahres zur Waldarbeit genutzt. Der Maschine wurde nichts geschenkt!
    Daher sieht sie auch so mitgenommen aus.
    [Blockierte Grafik: https://picload.org/image/dcgwpoii/ed310_trans1.jpg]
    Da ist noch der Schlamm der letzten Waldfahrt auf den Rädern.


    Der Motor läuft, suppt jedoch. Teile sind soweit ich das mit der Ersatzteilliste vergleichen konnte alle da. Aber der Teufel liegt ja im Detail, denn der ehemalige Besitzer hat Reparaturen mit den Mitteln durchgeführt, die ihm zur Verfügung gestanden sind. :o


    Besiegelt wurde das Schicksal letztes Jahr durch ein Verborgen an einen Freund des ehemaligen Besitzers. Der hat nicht mitbekommen, dass das ZF A216-Getriebe eine umgekehrte H-Schaltung hat (1. Gang rechts unten, 4. Gang links oben). Als er selbst mit einer Holzladung aus dem Wald kam und unter Last von der (vermuteten) 2. in die (vermutete) 3. schalten wollte, hat es im Getriebe Rambazamba gespielt. Denn in Wirklichkeit ist er unter Last von der 3. in die 2. zurück gegangen.


    Mein Plan ist, dass ich jetzt einmal Bestandsaufnahme mache, was alles auszutauschen/beschaffen/neu anzufertigen ist.
    Mit dem Wissen sollte ich nächstes Frühjahr entscheiden können, ob ein Wiederaufbau möglich ist (Bis dahin sollte mein EKL15 auch schon fertig sein).
    Wenn der Wiederaufbau grünes Licht bekommt, ist mein Ziel, dass der Mammut im Frühjahr 2022 wieder in voller Pracht auf der Straße steht.


    Liebe Grüße,
    Sam

  • Hallo Sam,


    Das ist er also, Junge Junge, herzlichen Glückwunsch, da steht ordentlich was an, aber dein Zeitplan ist durchaus realistisch!
    Erstmal Reinigen, und dann würde mich ein Blick unter den Schaltdeckel interessieren.
    Funktioniert das Manometer vom Öldruck noch?


    Gruß
    Andi

  • Zitat

    Als er selbst mit einer Holzladung aus dem Wald kam und unter Last von der (vermuteten) 2. in die (vermutete) 3. schalten wollte, hat es im Getriebe Rambazamba gespielt. Denn in Wirklichkeit ist er unter Last von der 3. in die 2. zurück gegangen.


    Hallo Sam, wie soll das gehen, beim unsynchronisierten Getriebe?
    Und selbst wenn das Zurückschalten geklappt hätte - Zwischengas macht´s möglich, dann hätte ehr den Motor überdreht, als
    das Getriebe zerrissen. Denn wenn Du zürückschalten kannst, dann ist der Gang ja drin. :idea:
    Mach mal den Deckel ab und berichte. Aber von einmal falsch geschaltet passiert da nichts.


    Gruß, F20GH.

    Fendt 108SA 1975; Fendt Fix 2 1961; Fendt F20GH 1952; Fendt F15G6 1955; Fahr D90H 1956

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  • Hallo Leute,
    Bilder von der Getriebe-Baustelle folgen auf jeden Fall. Nur nicht so schnell, da ich mich von der Fertigstellung meines EKL15 nicht ablenken lassen darf. 8)


    Andi
    Das Armaturenbrett habe ich in einer Kiste separat beigestellt bekommen. Das wurde im Wald nicht benötigt.


    F20GH
    So wurde mir die Sache vom Vorbesitzer erklärt...


    Liebe Grüße,
    Sam

  • Hallo,


    einen sehr interessanten Fall hast du dir da angeschafft.


    Ich weiß aber von Erzählungen (LKW), dass es durch versehentliches Zurückschalten schon mal ein Getriebe zerlegt hat.
    Auch wenn das Getriebe unsynchronisiert ist, kann man ohne Zwischengas und mit Gewalt den Gang reinprügeln und dadurch vor dem Kuppeln schon Schäden verursachen. Von daher denke ich, dass es zumindest im Bereich des Möglichen ist.
    Man darf gespannt sein.


    Gruß

  • Ach du scheiße. Irgendwie fällt mir da nichts besseres ein, normal beglückwünscht man ja jemand zum Kauf eines solch schönen Schleppers. Das könnte hier aber sarkastisch rüber kommen... Der sieht ja wirklich verdammt böse aus.
    Hab die letzten beiden Jahre immer mal wieder Komponenten eines Eichers, welcher auch aus Kroatien reimportiert wurde, in den Händen gehabt. Schlimmer sind nur die Franzosen :roll:


    ...ich freu mich aber schon auf den Bericht =)


    ...und zum Getriebe: Mach dir da mal keinen Kopf. Ich hätte eher Angst vor den Hauptlagern.

    Viele Grüße


    Eicher EKL15/II
    Eicher 3085 mit FH Synchron
    Eicher 3???


    Machen wir uns nichts vor: Saugmotoren haben leider keine Turbolader...

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  • Hallo 3085,
    ,,,wenn wir schon beim Angst haben sind...
    Ich habe vorhin gesehen, dass der linke Lenkschubhebel (zwei-armig, sitzt am linken Achsschenkel oben drauf) nachgeschweißt wurde. Dabei hat der Spitzenmann (ähnlich wie bei Andy's Mammut) die beiden Sachen oben zusammen gebacken. Da treibt es mir Schweiß in's Gesicht, denn laut Ganacker gibt es den Lenkschubhebel nicht mehr als Ersatzteil. Auseinander muss das aber, denn das Spiel des Achsschenkels in der Lenkbuchse ist jenseitig.


    Liebe Grüße,
    Sam

  • Moin moin,


    da wir beim letzten Restaurationsbericht eines ED310 hier im Forum lernen durften, dass auch in einem gut aussehenden Schlepper das A216-Getriebe arg ausgelutscht sein kann, wirst du vermutlich auch noch interessante Funde machen. Immerhin können es eigentlich keine bösen Überraschungen sein, da du den ja im vollen Bewusstsein der Großbaustelle gekauft hast.


    Ich wünsche dir viel Ausdauer und dass du das Ziel immer vor Augen behältst. Insofern freu ich mich auf den Restaurierungsbericht und das dabei entstehende Schmuckstück!


    MfG
    Fabian

  • Ich bin auch gespannt. Wo genau wohnst du? Da komme ich glatt vorbei und schau mal rein ins Getriebe! :D:?


    Ich erinnere mich an Erzählungen von meinem Vater und den Onkeln, dass es auch bei meinem A216 zum Ende des "ersten" Lebens hin möglich war, zwei Gänge gleichzeitig einzulegen, unsauberes Schalten bei ausgenudelter Schaltung ("Sperrblech"), dann musste man den Schaltdeckel abnehmen und die Gangräder schieben bzw. die Schaltstangen.


    Vielleicht ist es ja nur was in dieser Richtung, mit unbekanntem Schadensausmaß, wird sich früher oder später zeigen.


    Gruß,
    Andi

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  • Guten Morgen Andy,
    Ich bin im Burgenland gleich neben dem Neusiedler See daheim. Unsere Gegend ist für gute Weine bekannt. Kannst gerne mal vorbeischauen. :wink:


    Als ich im April in Kroatien zum Kauf unten war, hatte der Verkäufer das Getriebe offen. Da ist bei einem Zahnrad wirklich was ausgerissen. Ich konnte damals nur noch nicht feststellen, welcher Gang betroffen ist.


    Liebe Grüße,
    Sam

  • Zitat von squiddy

    dass es auch bei meinem A216 zum Ende des "ersten" Lebens hin möglich war, zwei Gänge gleichzeitig einzulegen, unsauberes Schalten bei ausgenudelter Schaltung ("Sperrblech"), dann musste man den Schaltdeckel abnehmen und die Gangräder schieben bzw. die Schaltstangen.


    Das kenn ich von den sogenannten Alu-Getrieben von Allgaier/Porsche-Diesel vereinzelt auch. Und bei der A-Serie von IHC (433, 533, 633) sind die Führungen aus Kunststoff, die verschleißen ganz besonders gern, da ist das ein weit verbreitetes Phänomen mit zwei Gängen ;)
    Da gibts dann drei Möglichkeiten:
    - vorsichtig schalten
    - mit Gefühl und gewisser Kenntnis des Schleppers versuchen, einen Gang wieder heraus zu kriegen, wenn was doppelt ist
    - Deckel ab, Salat sortieren, Deckel drauf, weiter gehts.


    MfG
    Fabian

  • Kaum is man mal 2 Wochen nicht da, schon gehts hier wieder rund!


    Mein Glückwunsch/Beileid zu deinem Fang, da haste dir mächtig Arbeit in die Werkstatt geholt!


    Bei Fragen biste ja hier gut aufgehoben.


    Mfg Tobi

    „Der Bauer träumt – wenn doch oh Herr, mein Fendt ein guter Eicher wär!“

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  • Ah jetzt sehe ich es, du hast schon eingerollte Blattfedern in der oberen Lage.
    Die gab es beim ED310 noch nicht, ich glaube nicht mal beim ED500, sondern erst bei EM500/600, bin mir aber nicht ganz sicher.


    Welche Fabriknummer hast du eigentlich?


    Gruß,
    Andi

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  • Doch, die gabs am ED 500 schon. Evtl. wurden mal die Federn erneurert. Der Haube nach zu urteilen ists wohl ein früher ED 310, die letzten 310er hatten die Lampen schon an der Haube, die ED 500er dan sowieso schon... der Grundlegende Unterschied war neben den optisch anderen Blattfedern lediglich die Verwendung der 2. Generation des A216 (Schnellgang auf Wunsch möglich), die Scheinwerfer und die anders aussehenden Kotflügel hinten. Achja und natürlich dann die Regelhydraulik.



    Mfg Tobi

    „Der Bauer träumt – wenn doch oh Herr, mein Fendt ein guter Eicher wär!“

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  • A216I: bis Getriebe Nr. 5708
    A216II: ab Fabriknummer 77742 (Schlepper)
    Mischung aus A216I und II (nur Getriebe, Achsen wie beim A216: irgendwo dazwischen. Da ist die ganze untere Ebene (Zapfwelle, Hydraulikpumpe etc.) schon wie beim A216II, Eingangswelle aber noch wie beim A216I, und noch ein paar Details wie Gehäusedeckel etc.


    Die Getriebenummer findest du in Fahrtrichtung gesehen ganz hinten links oben, direkt unter der Hubwelle vom Kraftheber ist das Typenschild.
    Wenn keins mejr da ist müsste es auch eingeschlagennsein, ich meine rechts direkt am Übergang zur Kupplungsglocke, etwa mittig von der Höhe her. Aber nicht mit eingegossenen Zahlen verwechseln.


    Kraftheber gab es auch mehrere verschiedene.
    Meiner war ursprünglich mit 90mm Kolben ohne RH (recht selten), es gab einen 100mm ohne RH, einen 100mm mit und ohne RH.

    Mach mal ein Bild von hinten ;)


    Gruß,
    Andi

  • Hallo Andi,
    damit ich bei meinem Mammut eingeschlagene Zahlen erkennen kann, muß ich erst den ganzen Dreck der Jahrzehnte runterbekommen. Und das geht erst nachdem ich die Räder und Kotflügel abgenommen habe. Soweit bin ich noch nicht (EKL15 muß zuerst fertig werden 8) ).
    Aber ich habe einmal Fotos von der Rückseite nach Sitzdemontage gemacht. Vielleicht gibt das schon mehr her...


    [Blockierte Grafik: https://picload.org/image/dcagadpr/hydraulik1.jpg]


    [Blockierte Grafik: https://picload.org/image/dcagadpa/hydraulik2.jpg]


    [Blockierte Grafik: https://picload.org/image/dcagadpl/hydraulik3.jpg]
    Man beachte die fortschrittliche Arretierung des Zugmauls am Getriebeblock :D


    Was mir noch aufgefallen ist...
    welche Funktion hat dieses Rohr mit Löchern vor der Lenksäule?
    [Blockierte Grafik: https://picload.org/image/dcagaclr/heizung1.jpg]


    Hinter der Lenksäule geht es so Richtung Tank weiter.
    [Blockierte Grafik: https://picload.org/image/dcagacla/heizung2.jpg]
    An diesem Rohr war noch ein weiteres Gummirohr angesteckt, welches unter dem Tank fast bis zum ersten Zylinder gereicht hat.
    Ist das eine frühe Form einer Fußheizung? :roll:


    Liebe Grüße,
    Sam